Konflikt mit Russland
Militärexperte platzt bei Lanz wegen CDU-Mann der Kragen: "Sie machen mir Angst!"
Veröffentlicht:
von Natascha Wittmann:newstime
General warnt: Russland-Angriff vor 2029
Videoclip • 01:04 Min • Ab 12
Ein Ende des russischen Angriffskriegs in der Ukraine ist nicht absehbar. Bei "Markus Lanz" warnte ein ehemaliger Berater von Angela Merkel, dass Deutschland mit an den Verhandlungstisch müsse. Sollte dies nicht geschehen, könnte ein Krieg mit Russland kurz bevorstehen.
Das Wichtigste in Kürze
Bei "Markus Lanz" geht es am Donnerstagabend um den europäischen Konflikt mit Russland.
Ex-Merkel-Militärberater befürchtet einen Krieg mit Moskau.
Mit dem CDU-Verteidigungsexperten Kiesewetter kommt es zu einem heftigen Streit.
Der Ukraine-Krieg und die Frage nach Europas Sicherheit standen am Donnerstagabend (21. Mai) bei "Markus Lanz" im Mittelpunkt - inklusive einer Debatte, die zeitweise deutlich aus dem Ruder lief. Der ZDF-Moderator wollte von seinen Gästen vor allem wissen, ob es angesichts der Lage nicht längst wieder Gespräche mit Russland geben müsste. Lanz stellte die Frage offen in den Raum: "Wenn Putin andeutet, dass er verhandeln will, warum sagt dann die Spitze der europäischen Politik so entschieden und so hart 'Nein'?"
An den früheren Merkel-Berater und Brigadegeneral a. D. Erich Vad gerichtet, wurde es noch konkreter: "Was würden Sie jetzt dem Bundeskanzler raten?" Vad machte aus seiner Position keinen Hehl. Sein Rat? "Ich würde ihm raten, (...) die Gesprächskanäle dringend wieder aufzunehmen. Die Amerikaner verhandeln seit anderthalb Jahren mit den Russen auf allen Kanälen und wir sind stolz darauf, dass wir mit den Russen nicht reden - obwohl wir ja ein Land in der Mitte Europas sind, was auch massiv betroffen ist!"
Abschreckung und eine harte Linie seien wichtig, so Vad. Trotzdem müsse man sich fragen: "Man muss auch schauen, wenn wir so weitermachen mit unserer harten Gangart, wo wir dann am Ende landen." Lanz hakte nach: "Was ist denn Ihre Befürchtung?" Vad stellte zunächst klar, wo er steht: "Dass wir Waffen liefern, dass wir die Ukraine unterstützen, das ist schon in Ordnung." Seine Warnung folgte jedoch unmittelbar: "Wir werden, wenn wir so weitermachen, in einem Krieg mit Russland landen."
Militärexperte Erich Vad wurde am Donnerstagabend laut, als es um das Risiko eines Krieges mitten in Deutschland ging.
Bild: ZDF / Cornelia Lehmann
CDU-Mann verdeutlicht: "Wir verhandeln nicht über die Ukraine"
Außerdem sprach Vad von einem "hohen Eskalationspotenzial" rund um einen möglichen EU-Beitritt der Ukraine. Er nannte es deshalb "unerträglich", dass Europa bei Gesprächen mit Russland außen vor sei. CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter widersprach deutlich. Für ihn dürfen "das Leid der Menschen" in der Ukraine "und das internationale Recht (...) nicht ausgespielt werden" "gegen irgendwelche Ausgleichslösungen".
Zudem sagte Kiesewetter: "Die Bundesregierung steht an der Seite der Ukraine, deswegen kann die Bundesregierung nicht Verhandler sein zwischen Russland und der Ukraine." Lanz zeigte sich unzufrieden und fragte: "Sollen wir das dann einfach so weiterlaufen lassen?" Kiesewetter blieb bei seiner Linie: Ziel müsse sein, "dass diese Ukraine auch gewinnen kann". Doch Lanz wollte Namen und Zuständigkeiten hören: "Konkret! Wer soll da jetzt verhandeln?"
Kiesewetter reagierte zunehmend gereizt: "Wir verhandeln nicht über die Ukraine! Die Ukraine muss gestärkt werden, dass Russland aus der Ukraine abzieht!" Als Drohnenexpertin Verena Jackson und Vad widersprachen, legte Kiesewetter nach: "Die Ukraine schützt uns gerade!" Erich Vad konterte: "Herr Kiesewetter, Sie wären ein super ukrainischer Verteidigungsminister."
Der CDU-Mann erwiderte empört: "Das ist eine böse Unterstellung." Damit war der Ton endgültig gesetzt. Der Ex-Berater von Merkel warnte: "Wenn es einen europäischen Krieg gibt, läuft er in unserem Land!" Kiesewetter gab aufgebracht zurück: "Sie machen unseren Bürgern Angst! Das findet alles nicht statt!" Erich Vad blieb hart: "Herr Kiesewetter, Sie machen mir Angst mit ihrem politischen Gerede, mit Ihrer Rhetorik, die einfach in einen Krieg treibt!". Der CDU-Experte warf dem Ex-General hingegen vor: "Sie haben vor vier Jahren die Ukraine schon aufgegeben. Sie lagen in allen Ihren Einschätzungen falsch. Das Schicksal der Menschen lässt Sie kalt."
Investitionen in Militär lösen bei CDU-Politiker "absolutes Unbehagen" aus
Später verlagerte Lanz die Diskussion auf die geplante Aufrüstung und die Frage, ob Deutschland überhaupt richtig vorbereitet sei: "Wie schauen Sie auf die Art und Weise, wie gerade aufgerüstet wird?" Vad erinnerte daran, die Bundeswehr sei jahrelang "regelrecht kaputtgespart" worden. Deshalb müsse man "sicherlich Geld frei machen, damit diese Armee wieder einsatzbereit wird". Gleichzeitig verwies er auf den technologischen Wandel: "Die Drohenkriegsführung hat den Krieg komplett verändert." Seine Konsequenz? "Ich glaube, wir müssen da einfach auch umdenken, weil das Kriegsbild hat sich fundamental geändert."
Zum Schluss bohrte Lanz bei Roderich Kiesewetter nach: "Haben Sie nie ein Unbehagen angesichts der gigantischen Summen, die wir in die Hand nehmen, um jetzt aufzurüsten?" Der CDU-Politiker antwortete prompt: "Ich habe absolutes Unbehagen! Und wissen Sie warum? (...) Wir geben ungeheuer viel Geld für alte Systeme aus!" Er wurde konkret: "Wir stecken sehr viel Geld in Panzertechnik, in Artillerie. Wir stecken sehr wenig Geld in Abwehr, Flugabwehr, aber auch in Drohnenabwehr." Er ergänzte mahnend: "Unsere Bevölkerung hat den Anspruch, dass die Streitkräfte sich auf die neuen Bedrohungen einstellen. Und das müssen wir politisch diskutieren!"
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