Blaue Welle?
AfD-Triumph bei der Landtagswahl: Folgt Mecklenburg-Vorpommern nach Sachsen-Anhalt?
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von Emre Bölükbasi:newstime
Söder bezeichnet AfD-Wahlsieg als "Denkzettelwahl"
Videoclip • 01:06 Min • Ab 12
Nach dem Erdrutschsieg in Magdeburg richtet sich der Blick auf Schwerin. Hat die AfD realistische Chancen, eine Regierung zu schmieden?
Das Wichtigste in Kürze
Die AfD hat bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt einen klaren Sieg eingefahren.
Am 20. September wählt auch Mecklenburg-Vorpommern einen neuen Landtag.
Wie steht es um die Mehrheitsverhältnisse in dem Bundesland?
Das politische Beben in Sachsen-Anhalt hallt bis an die Ostseeküste: Erstmals seit 1945 könnte eine als gesichert rechtsextremistisch eingestufte Partei in einem deutschen Bundesland regieren. Die AfD erreichte dort am Sonntag (6. September) 44 bis 44,4 Prozent – ein historisches Ergebnis. Nun stellt sich die brisante Frage: Folgt Mecklenburg-Vorpommern am 20. September diesem Kurs?
Die Ausgangslage im Nordosten unterscheidet sich deutlich von der in Sachsen-Anhalt. Während die AfD dort die absolute Mehrheit nur knapp verfehlte, liegt sie in Mecklenburg-Vorpommern laut aktuellsten Umfragen zwar vorn, aber mit deutlichem Abstand zur Alleinregierung.
Eine Anfang September veröffentlichte Infratest-dimap-Erhebung sieht die Partei bei 35 Prozent, die SPD von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig bei 32 Prozent. Eine parallel durchgeführte Forsa-Umfrage ermittelte größere Abstände: 37 Prozent für die AfD, 28 Prozent für die SPD.
Laut aktuellen Umfragen verringert die SPD den Abstand zur AfD. Die Werte unter den Balken zeigen die Abweichung (+/-) zur Landtagswahl 2021. (KI-generierte Grafik)
Bild: Freepik/Newstime
Auch in den News:
Rückenwind aus Magdeburg – aber reicht er?
AfD-Spitzenkandidat Leif-Erik Holm jubelte am Wahlabend in Sachsen-Anhalt über den "grandiosen Erfolg", der seiner Partei "richtig Rückenwind" für die letzten Wahlkampfwochen gebe. Die "blaue Welle" werde von Magdeburg nach Schwerin schwappen, prognostizierte er.
Bereits im August hatte Holm auf genau diesen Effekt gesetzt: Sollte die AfD in Sachsen-Anhalt die erhoffte Alleinregierung erreichen, gebe es einen Endspurt, "den es so noch nie gegeben hat".
Doch die Zahlen sprechen eine andere Sprache. Für eine Alleinregierung bräuchte die AfD etwa 43 Prozent. Davon ist sie in den Umfragen noch weit entfernt. Selbst im optimistischsten Szenario der Forsa-Erhebung fehlen sechs Prozentpunkte.
Wie die Politik auf die historische Wahl in Sachsen-Anhalt reagiert, erfährst du hier in unserem Artikel:
Komplizierte Mehrheitsbildung vorprogrammiert
Die Regierungsbildung in Mecklenburg-Vorpommern dürfte sich als Geduldsprobe erweisen. Die bisherige rot-rote Koalition aus SPD und Linken hätte den Umfragen zufolge keine Mehrheit mehr. Gemeinsam mit den Grünen, die bei 5 Prozent liegen und damit knapp den Wiedereinzug schaffen könnten, wäre rechnerisch eine rot-rot-grüne Koalition möglich.
Die CDU, die bei 8 bis 10 Prozent liegt, hat Koalitionen sowohl mit der AfD als auch mit der Linken per Bundesparteitagsbeschluss ausgeschlossen. CDU-Spitzenkandidat Daniel Peters brachte allerdings eine Minderheitsregierung ins Spiel: "Das ist nicht mein Wunschmodell; stabile Koalitionen sind meist verlässlicher. Aber wir brauchen in Deutschland mehr parlamentarischen Pragmatismus."
Die Linke erreicht laut der Umfrage von infratest dimap 11 Prozent, das BSW scheitert mit 4 Prozent an der Fünf-Prozent-Hürde. Die FDP spielt keine Rolle mehr.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
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