Interessenkonflikte und Vetternwirtschaft
Litauischer Regierungschef Paluckas kündigt nach Vorwürfen Rücktritt an
Veröffentlicht:
von dpaRegierungschef unter Druck: Gintautas Paluckas kündigt nach massiver Kritik seinen Rückzug an.
Bild: AP Photo/Mindaugas Kulbis, File
Er soll sein Amt zum eigenen Vorteil genutzt haben. Bislang hat Gintautas Paluckas die Vorwürfe dementiert. Nun aber will der Sozialdemokrat die Konsequenzen ziehen.
Litauens Regierungschef Gintautas Paluckas will nach Vorwürfen von Interessenkonflikten und Vetternwirtschaft seinen Rücktritt einreichen. "Ich habe die Entscheidung getroffen, vom Amt des Ministerpräsidenten zurückzutreten", kündigte Paluckas in einer Mitteilung an.
Demnach will der Sozialdemokrat in Kürze sein offizielles Demissionsgesuch an Präsident Gitanas Nauseda übergeben. Das Staatsoberhaupt des baltischen EU- und NATO-Landes hatte zuvor bereits mitgeteilt, dass ihn Paluckas angerufen und über diesen Schritt informiert habe.
Schwere Vorwürfe gegen Ministerpräsident Paluckas
Paluckas war zuletzt aufgrund zunehmender Vorwürfe wegen dubioser Geschäftsbeziehungen in die Kritik geraten und Rücktrittsforderungen ausgesetzt - darunter auch von einem der beiden Koalitionspartner seiner Mitte-Links-Regierung.
In Litauen laufen Ermittlungen wegen früherer sowie aktueller Geschäfte und Transaktionen des 45-jährigen Regierungschefs, der bislang jegliche Interessenkonflikte bestritt und die Vorwürfe als bewusste Angriffe von politischen Gegnern zurückwies.
Auch in den News:
Im Zusammenhang mit einem zuletzt aufgedeckten Fall berichteten litauische Medien am Donnerstag (31. Juli) von Durchsuchungen der Behörden bei einer Firma von Paluckas' Schwägerin. Diese soll unter Zuhilfenahme von EU-Fördermitteln Elektrobatterien von einem Unternehmen erworben haben, das sich zu 49 Prozent im Besitz von Paluckas befindet - während dessen Amtszeit als Ministerpräsident.
Ultimatum von Staatspräsident Nauseda
In seiner Mitteilung betonte Paluckas, dass er nicht glaube, während seiner Amtszeit grundlegende Fehler gemacht zu haben. Er wolle die Regierung und deren Arbeit aber nicht zu Geiseln der "angeheizten Skandale" machen, begründete er den Rückzug von seinem Posten. Paluckas, der auch den Parteivorsitz bei den Sozialdemokraten niederlegte, amtierte seit November 2024 als Regierungschef von Litauen.
Nauseda, der den Rücktritt als "richtige Entscheidung" bezeichnet, hatte zuletzt den Druck auf den Regierungschef erhöht. Das Staatsoberhaupt hatte ihm zwei Wochen Zeit gegeben, auf die wachsenden Bedenken der Öffentlichkeit zu reagieren oder seinen Verbleib im Amt zu überdenken. Paluckas hatte deshalb Anfang der Woche einen 14-tägigen Urlaub genommen.
Mehr News

"Zu 100 Prozent"
Selenskyj: Dokument über Sicherheitsgarantien ist fertig

Wetterbedingt
Feinstaub-Alarm in Deutschland: Luftqualität deutlich verschlechtert

Extreme Temperaturen
Ausnahmezustand in den USA: Wintersturm sorgt für Strom- und Flugchaos

Nord- und Ostdeutschland
Schnee und Glatteis: Starke Einschränkungen im Berufsverkehr stehen bevor

In Abu Dhabi
Witkoff kündigt neue Ukraine-Gespräche für kommende Woche an

Trotz Minusgraden
Trumps Abschiebepolitik eskaliert: Landesweite Proteste gegen ICE-Razzien

Ukraine-Krieg
Berlin: Grünen-Chefin spricht ich für mehr Unterstützung für Kiew aus

Fachkräftemangel
CDU bringt Anspruch auf Teilzeit ins Wanken

Einheitlich in der EU
Führerschein umtauschen: Wichtige Frist ist abgelaufen
