Rückzug aus Parteispitze
Linken-Chef van Aken über seine Erkrankung: "Raubbau am eigenen Körper"
Aktualisiert:
von dpa:newstime
Linken-Chef van Aken tritt zurück (16. April)
Videoclip • 53 Sek • Ab 12
Der Co-Vorsitzende der Linken, Jan van Aken, verzichtet auf eine erneute Kandidatur. Nun spricht er in einem Interview über seine Erkrankung.
Der scheidende Co-Vorsitzende der Linken, Jan van Aken, hat seinen Rückzug von der Parteispitze mit den körperlichen Folgen des Bundestagswahlkampfs und der anschließenden Neuaufstellung der Partei begründet. "Das war Raubbau am Körper, was wir da gemacht haben", sagte der 65-Jährige der Wochenzeitung "Die Zeit".
Die Erkrankung, wegen der van Aken im Juni nicht erneut für den Parteivorsitz kandidieren will, sei "nicht lebensbedrohlich", werde aber durch Stress verschlimmert. Der Linken-Politiker sprach von der "stressigsten Zeit" seines Lebens.
Besonders die Monate nach dem Bruch der Ampelregierung seien extrem belastend gewesen. Die Partei habe sich damals in einer schwierigen Lage befunden, zugleich habe kurzfristig der Bundestagswahlkampf organisiert werden müssen.
Gemeinsam mit Co-Parteichefin Ines Schwerdtner führte van Aken die Linke aus einer existenziellen Krise. Innerhalb weniger Monate steigerte sich die Partei von Umfragewerten um zwei bis drei Prozent auf 8,8 Prozent bei der Bundestagswahl 2025. Zehntausende neue Mitglieder traten ein, die Partei verdoppelte nahezu ihre Mitgliederzahl.
Auch in den News:
An Bundestagsmandat hält van Aken fest
Van Aken sagte nun, die Erschöpfung nach dem Wahlkampf sei nicht mehr verschwunden. Er habe zunächst versucht, Aufgaben abzugeben und Auftritte abzusagen. "Es hat schon einige Wochen gedauert, mir einzugestehen, dass es so nicht weitergeht", sagte er.
Sein Bundestagsmandat will van Aken behalten und seine Partei weiter in Fragen der Außenpolitik beraten. Als möglichen Nachfolger lobte er den Bundestagsabgeordneten Luigi Pantisano, der seine Kandidatur für den Parteivorsitz erklärt hatte. Aber auch andere Kandidaturen seien möglich, so van Aken. Entscheiden soll darüber der Bundesparteitag im Juni in Potsdam.
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