Mehr als ein Gastgeschenk
König Charles schenkt Trump eine Glocke – und witzelt über seine Ballsaal-Pläne
Veröffentlicht:
von Marie-Finn Bruker:newstime
Trump-Porträt auf US-Reisepässen
Videoclip • 01:00 Min • Ab 12
Es ist ein ganz außergewöhnliches Geschenk, welches König Charles III. bei seinem Staatsbesuch im Weißen Haus mitgebracht hat: eine U-Boot-Glocke mit der Gravur "TRUMP". Doch die Glocke hat laut Charles eine tiefere Bedeutung.
Das Wichtigste in Kürze
Britischer Staatsbesuch im Weißen Haus: König Charles III. überbringt dem Präsidenten der USA eine Glocke.
Das Geschenk stammt aus einem über 80 Jahre alten U-Boot mit dem Namen "Trump".
Raum für Scherze: Charles gibt dem US-Präsidenten einen kleinen Seitenhieb bezüglich dessen Ballsaal-Projekts.
Auf der glänzenden Glocke steht in großen Buchstaben "TRUMP", darunter die Jahreszahl 1944. US-Präsident Donald Trump ist nun stolzer Besitzer ebendieser historischen U-Boot-Glocke, die auch noch seinen Namen trägt. Alles dank König Charles III., der das besondere Gastgeschenk bei einem Staatsbankett als "Zeugnis der gemeinsamen Geschichte und der glänzenden Zukunft der beiden Nationen" ins Weiße Haus brachte.
Auch in den News:
Glocke trägt den gleichen Namen wie US-Präsident: ein Zufall?
Die besagte U-Boot-Glocke stammt von einem 1944 gebauten britischen U-Boot, der HMS "Trump". Dass sich das Boot und der Präsident den Namen teilen, ist Zufall. Damals fingen die Namen aller U-Boote der T-Klasse mit dem Buchstaben "T" an – so wie eben auch "Trump" (Deutsch: Trumpf).
Der US-Präsident hat eine ausgeprägte Vorliebe für verschiedenste Dinge mit seinem Namen: Hotels, die Regierungswebsite, Medikamente wie TrumpRx oder die "Trump Gold Card", mit der man für eine Million US-Dollar Bleiberecht in den USA bekommen soll.
Die Glocke war einst auf dem U-Boot HMS "Trump" im Einsatz.
Bild: Alex Brandon/AP/dpa
Politische Spannungen zwischen Großbritannien und den USA
Doch König Charles' Geschenk hatte noch einen anderen Grund: So sieht der Monarch die Glocke auch in Verbindung mit der militärischen Allianz zwischen den USA und Großbritannien. Amerika habe eine wichtige Rolle in der Verteidigung der Freiheit Europas gespielt. Das werde er "nie vergessen", so Charles.
Diese Freiheit sei mit dem Angriff Russlands auf die Ukraine wieder angegriffen worden. Unter Trump wurde die US-Unterstützung für die Verteidigung der Ukraine stark zurückgefahren.
Laut Trump habe Charles der Meinung des Präsidenten zugestimmt, man dürfe nicht zulassen, dass der Iran eine Atomwaffe erlange. Der König selbst verlor in seiner Ansprache kein Wort darüber. Die britische Regierung hatte sich nicht wie die USA in den Iran-Krieg eingemischt. Zwischen Washington und London hatte es in den vergangenen Wochen deshalb politische Spannungen gegeben.
Scherze über Trumps Prestigeprojekt
König Charles erlaubte sich auch eine kleine Stichelei gegen Trump: Er komme nicht umhin, die "Anpassungen" am Ostflügel des Weißen Hauses nach dem Besuch des US-Präsidenten auf Schloss Windsor zu bemerken.
Die Rede ist von Trumps Bauplänen für einen neuen Ballsaal, für den er in einer Blitzaktion den historischen East Wing hatte abreißen lassen. "Ich bedauere es zu sagen, dass wir Briten natürlich 1814 unseren eigenen kleinen Versuch des Immobilienumbaus am Weißen Haus unternommen hatten", fuhr Charles fort. Damals hatte die britische Armee im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg das Weiße Haus angezündet.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
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