Platzen viele Reisepläne?

Kersoin-Krise: Experte bezweifelt bei Lanz Reiches Entwarnung

Veröffentlicht:

von Natascha Wittmann

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Reiche: Kerosin-Versorgung gesichert

Videoclip • 29 Sek • Ab 12


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Bei "Markus Lanz" prallten politische Meinung und Expert:innen-Warnung frontal aufeinander. Während Wirtschaftsministerin Katherina Reiche die Versorgung mit Kerosin in Deutschland als "gewährleistet" bezeichnete, zeigte sich Energiesicherheitsexperte Frank Umbach deutlich skeptischer.

Das Wichtigste in Kürze

  • Wirtschaftsministerin Reiche hält die Kerosinversorgung für gesichert.

  • Bei "Markus Lanz" zieht das Energieexperte Umbach in Zweifel.

  • Die Sorge vor geplatzten Flugreiseplänen sei berechtigt.

Obwohl Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche nach einem Treffen mit der Luftfahrtbranche zunächst zu beruhigen versuchte, wachsen die Fragezeichen, was die Kerosinversorgung in Deutschland angeht. Bei "Markus Lanz" wurde am Mittwochabend unter anderem darüber diskutiert, wie stabil die Lage wirklich ist und ob Urlauber:innen in diesem Sommer mit weiteren Einschnitten rechnen müssen. Lanz verwies dabei auf eine konkrete Ansage der Lufthansa: "Die Lufthansa hat gestern angekündigt, 20.000 Kurzstreckenflüge bis Oktober zu streichen."

Damit stellte Lanz gleichzeitig die entscheidende Frage: Drohen geplatzte Reisepläne? Politologe und Energiesicherheitsexperte Frank Umbach hielt die Angst nicht für übertrieben. "Ja, sie ist berechtigt." Gleichzeitig gab er vorsichtig Entwarnung und sagte, "die jetzigen Flugstornierungen" seien "noch nicht das Resultat von Verknappungen, (...) sondern eher das Resultat (...) der steigenden Kerosinpreise". Damit rückte er den Preis als unmittelbaren Treiber in den Fokus, nicht zwingend eine akute Mangellage.

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Lanz fassungslos bei Spritpreisen: "Ist das bitter"

Lanz konfrontierte Umbach dennoch mit der politischen Entwarnung aus Berlin. Reiche habe betont, die Versorgung sei "gewährleistet", "sowohl bei Benzin, bei Diesel, als auch bei Kerosin". Umbach reagierte deutlich reserviert: "Das ist ein Best-Case-Szenario, muss man ganz klar sagen." Seiner Einschätzung nach gehe es um mehr als kurzfristige Turbulenzen. Die globale Schieflage müsse erst ausgeglichen werden. "Diese Versorgungslücke, die wir nun weltweit haben" müsse laut Umbach erst aufgefüllt werden - "und das ist dann ein Prozess, der sich nicht nur über wenige Wochen, sondern Monate - möglicherweise 1-2 Jahre hinzieht".

Lanz hakte entsetzt nach: "Ein, zwei Jahre?!" Umbach blieb dabei und bremste Erwartungen an rasch sinkende Preise: "Es ist jedenfalls nichts, wo wir jetzt erwarten können, dass wir innerhalb der nächsten Monate oder bis Ende des Jahres wieder auf ein Preisniveau zurückkommen wie (...) vor dem jetzigen Irankrieg." Lanz reagierte energisch: "Ist das bitter!" Zeitgleich wollte er wissen, wie schlimm es noch werden könnte. Umbach zeichnete ein Szenario, das die Lage massiv verschärfen würde: "Wenn diese Durchfahrt durch die Straße von Hormus jetzt über Monate (...) immer noch blockiert wäre. Weil mit jedem Tag verschärft sich dann natürlich die Situation und die Verknappungen werden dann entsprechend einsetzen."

Revolutionsgarde kennt "weder Kompromiss noch Kapitulation"

Außerdem warnte der Politologe vor Domino-Effekten in der Weltpolitik: "Es könnte jetzt eben zu einer Eskalation auch der US-chinesischen Beziehung führen, nämlich dann, wenn sich das zunehmend dann gesamtwirtschaftlich auch auf China auswirkt." Nahost-Expertin Natalie Amiri ergänzte, der Iran sei seit Kriegsbeginn "im freien Fall". Dabei warnte sie vor der Revolutionsgarde, die "weder Kompromiss noch Kapitulation" kenne. "Die werden kämpfen, bis sie sterben - auf Kosten der Bevölkerung", so Amiri deutlich. Autor Klaus Brinkbäumer lenkte den Blick schließlich auf die USA. In der Bevölkerung werde der Irankrieg zunehmend "kritisch gesehen". Warum? "Es wird wahrgenommen, dass Trump den Krieg nicht erklären kann. Dass er kein Ausstiegsszenario hat."

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