Markus Lanz
Journalist sorgt sich bei Lanz vor russischen Drohnenangriffen: "Sind nicht kriegstüchtig"
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von Natascha WittmannJournalist Ibrahim Naber erklärte bei Markus Lanz, dass er nicht glaube, dass Deutschland im Drohnenkrieg aktuell verteidigungsbereit wäre.
Bild: ZDF / Cornelia Lehmann
Russlands Drohnenkrieg bringt Europa an seine Grenzen: Bei "Markus Lanz" warnt Kriegsreporter Ibrahim Naber eindringlich – und berichtet von einem Angriff, den er selbst knapp überlebte.
Das Kriegstreiben in der Ukraine hat sich verändert - und Europa ist nicht vorbereitet: Das ist die eindringliche Botschaft, die Kriegsreporter Ibrahim Naber am Mittwochabend bei "Markus Lanz" zu vermitteln versuchte. Besonders die massive Nutzung von Drohnen durch Russland bereitet dem Reporter große Sorgen. "Wir sind Stand jetzt nicht verteidigungsbereit", warnte Naber. "Ich sehe, (...) dass wir weit, weit entfernt davon sind, dass wir kriegstüchtig oder abwehrbereit sind."
Russland setzt längst auf Hightech im Krieg gegen die Ukraine. Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte erst kürzlich berichtet, dass Moskau innerhalb einer Woche "fast 1.200 Kampfdrohnen" und "über 50 Raketen verschiedenen Typs" eingesetzt habe.
Ibrahim Naber, Reporter der "Welt", war selbst vor Ort und überlebte nur knapp einen russischen Drohnenangriff. Etwa 30 Kilometer von der Front entfernt wurde Naber von einer russischen Drohne fast getötet. Der Moment lässt ihn bis heute nicht los. "Im ersten Moment habe ich nichts mehr verstanden. Es schlägt ein. Ich weiß, ich werde durch die Gegend geschleudert und ich lande irgendwo, wo ich davor nicht stand", schilderte er eindringlich. "Das Erste, was ich gemacht habe, ist: Ich habe an meinen Kopf gegriffen, ich habe an meine Oberschenkel gegriffen und an meine Arme gegriffen, um zu sehen, ob noch alles dran ist." Markus Lanz entfuhr es sichtlich erschüttert: "Wahnsinn!"
Journalist warnt vor Drohnenstrategie: Krieg wird "unberechenbar"
Der Drohnenkrieg sei längst keine Randerscheinung mehr, sondern Teil einer gezielten russischen Strategie, wie Naber erläuterte. Russland versuche, "die Ukraine aktuell ganz konkret in einen Blackout zu bomben". Die Kombination aus Langstrecken-Drohnen, Marschflugkörpern und Raketen diene dem Ziel, die zivile Infrastruktur systematisch zu zerstören.
Journalist Florian Flade erklärte derweil, warum Drohnen den Krieg grundlegend verändert haben: "Weil das Gefechtsfeld durch Drohnen gläserner wird, also man sieht mehr." Gleichzeitig würden sie Kriege "unberechenbar" machen, da man "Jagd machen" könne "auf Menschen in einer ganz anderen Form". Doch das Problem betreffe längst nicht nur die Ukraine. Flade fragte in die Runde: "Wenn das der Krieg der Zukunft ist, wie sind wir eigentlich aufgestellt? Wie ist die NATO da aufgestellt?" Naber antwortete mit drastischen Worten: "Wir sind weit, weit entfernt davon, dass wir kriegstüchtig oder abwehrbereit sind. (...) Wir können uns nicht dagegen wehren, wenn plötzlich Hunderte russische Langstrecken-Drohnen Richtung Westeuropa fliegen." Sein Fazit: "Unser Fokus ist falsch gesetzt."
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Journalist offenbart neue russische Strategie. "Sie vermessen die Ozeane hochgenau"
Florian Flade machte zudem auf einen weiteren, bisher kaum beachteten Bereich aufmerksam: die militärische Nutzung der Ozeane. Russland habe diesen Raum für sich entdeckt. "Sie vermessen die Ozeane so hochgenau und werden irgendwann in der Lage sein, dort zu navigieren - ohne auf Satelliten (...) angewiesen zu sein." Dieses Szenario müsse dem Westen große Sorgen bereiten.
Neben aller Technik sprach Naber in dem Zusammenhang auch über die Belastung der ukrainischen Soldaten. "Innerhalb der ukrainischen Armee nehme ich eine Tiefenerschöpfung wahr", sagte er mit Blick auf die Dauer des Krieges und die militärische Übermacht Russlands. Die Eindrücke des Abends waren deutlich: Der Krieg hat sich verändert. Drohnen und neue Kriegsschauplätze unter Wasser - das alles stellt Europa vor eine Realität, auf die es nur unzureichend vorbereitet ist.
Verwendete Quellen:
ZDF: Markus Lanz vom 5. November 2025
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