Jüdische Einrichtungen und US-Basen im Visier
Iranische Agenten erkunden offenbar Anschlagsziele in Europa
Aktualisiert:
von Momir TakacDie US-Botschaft in Berlin könnte zum Anschlagsziel werden.
Bild: picture alliance/dpa
Im Zuge des Krieges zwischen Israel und dem Iran könnte es auch in Deutschland zu Anschlägen kommen, warnt die Bundesregierung. Denn auch hierzulande habe Teheran ein Netz von Agenten. Mögliche Ziele könnten jüdische Einrichtungen und US-Basen sein.
Das Wichtigste in Kürze
Nach den US-Angriffen auf Irans Atomanlagen steigt die Gefahr von Anschlägen.
Iranische Agenten sollen in Europa bereits mögliche Anschlagsziele ausspähen.
In Deutschland könnten US-Einrichtungen betroffen sein.
Die Angriffe der USA auf iranische Atomanlagen scheinen die Sicherheitslage in Europa zu gefährden. Behörden in Europa sind alarmiert. In Deutschland könnten US-Einrichtungen zum Ziel von Anschlägen werden. Das Kanzleramt spricht von einer erhöhten Gefahr.
Es besteht die Sorge, dass iranische Agenten verstärkt tätig werden, um potenzielle Anschlagsziele auszukundschaften. Laut einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung (SZ)" wissen Deutschlands Geheimdienste, dass Teheran im Ausland ein großes Netzwerk von Agenten pflegt, auch in Deutschland. Noch liegen dem Bundesamt für Verfassungsschutz keine konkreten Hinweise auf iranische Geheimdienstaktionen oder Anschlagspläne in Deutschland vor, Beamt:innen seien aber in Alarmbereitschaft, heißt es.
In Deutschland könnten jüdische und US-amerikanische Einrichtungen in den Fokus rücken. "Die abstrakte Gefahr ist durch die Entwicklung der letzten Stunden ohne Zweifel gestiegen", sagte Kanzleramtschef Thorsten Frei am Montag (23. Juni) auf eine Frage nach der Gefahrenlage für jüdische und amerikanische Einrichtungen.
Waffenruhe vereinbart
Israel und der Iran haben zuletzt einer Waffenruhe zugestimmt, wie US-Präsident Donald Trump verkündete. Nur zwei Nächte zuvor hatte er die extrem gesicherten iranischen Atomanlagen mit den stärksten nicht atomaren Bomben der Welt angreifen lassen. Ob der Krieg aber wirklich dauerhaft beendet sein wird, bleibt ungewiss.
Die Waffenruhe ist aber offenbar von beiden Seiten gebrochen worden, wie Teheran und Tel Aviv behaupten. Trump machte aber vor allem Israel ungewöhnlich scharfe Vorwürfe, das ihm mit schweren Luftangriffen auf den Iran noch schnell vor Beginn der Waffenruhe in die Quere gekommen war. "Sobald wir das Abkommen (die Waffenruhe) geschlossen hatten, kam Israel heraus und warf eine Ladung Bomben ab", sagte er. "Ich bin nicht zufrieden mit Israel." Er sei auch nicht zufrieden mit dem Iran. Aber die Handlungen Israels machten ihn "wirklich unzufrieden".
Israel greift trotzdem an
Die israelische Luftwaffe griff nach einem Medienbericht dennoch ein Ziel nördlich der iranischen Hauptstadt Teheran an. Das israelische Nachrichtenportal "ynet" berichtete unter Berufung auf israelische Kreise, es sei dort eine Radaranlage beschossen worden. Kurz darauf wurde dann mitgeteilt, Israel habe nach einem Gespräch Netanjahus mit Trump auf weitere Angriffe auf den Iran verzichtet.
Verwendete Quelle:
Artikel auf "sueddeutsche.de": Agenten Irans erkunden bereits mögliche Ziele in Europa
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