USA vs. Allianz?
Grönland-Krise: NATO-Soldaten landen auf Insel – USA bleiben hartnäckig
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von Emre Bölükbasi:newstime
Grönland-Truppe: Trump wenig beeindruckt
Videoclip • 01:00 Min • Ab 12
Mehrere NATO-Staaten entsenden Soldat:innen nach Grönland - während die USA ihre Ambitionen auf die Arktisinsel unbeirrt bekräftigen. Von russischer Seite kommen klare Worte.
Das Wichtigste in Kürze
NATO-Soldat:innen landen in Grönland – doch Washington zeigt sich unbeeindruckt.
Trotz europäischer Militärpräsenz halten die USA unbeirrt an ihren Kaufabsichten für die Arktisinsel fest.
Diplomatische Gespräche bleiben ohne Durchbruch, während die Spannungen leise weiterwachsen.
Die US-Regierung zeigt sich von der Ankunft von Soldat:innen aus NATO-Staaten in Grönland völlig unbeeindruckt. "Ich glaube nicht, dass Soldaten in Europa den Entscheidungsprozess des Präsidenten beeinflussen oder dass das irgendeinen Einfluss auf sein Ziel hat, Grönland zu erwerben", erklärte die Regierungssprecherin von US-Präsident Donald Trump, Karoline Leavitt, im Weißen Haus.
Europäische Militärpräsenz unter dänischer Führung
Mehrere NATO-Verbündete Dänemarks senden derzeit Soldat:innen im Rahmen einer militärischen Erkundungsmission auf die Arktisinsel. Diese Erkundung findet unter dänischer Führung statt und ist keine offizielle NATO-Mission, obwohl die beteiligten Länder NATO-Mitglieder sind.
Vom Fliegerhorst Wunstorf in Niedersachsen startete am Donnerstag (15. Januar) ein Transportflugzeug vom Typ A400M mit etwas mehr als einem Dutzend deutschen Bundeswehr-Soldat:innen an Bord. Nach einem Stopp in Dänemark sollen die Soldat:innen am Freitag (16. Januar) zusammen mit Partnern aus anderen Ländern mit einem zivilen dänischen Flugzeug in Grönland eintreffen.
Neben Deutschland beteiligen sich unter anderem Norwegen, Schweden, Finnland, Großbritannien, Frankreich und die Niederlande an der Mission. Einige Soldat:innen sind Berichten zufolge bereits vor Ort eingetroffen.
EU-Beistandspflicht für Dänemark im Konfliktfall
Eine Sprecherin der EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas stellte klar: Im Fall eines gewaltsamen Konflikts um Grönland könnten Deutschland und die anderen EU-Staaten auf Antrag Dänemarks hin Beistand leisten müssen. Grönland sei Teil des Hoheitsgebiets des Königreichs Dänemark und falle daher grundsätzlich unter die gegenseitige Solidaritätsklausel in Artikel 42 Absatz 7 des EU-Vertrags, erklärte die Sprecherin gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa).
Gleichzeitig betonte sie, dass sich die Frage einer Anwendung derzeit nicht stelle. Eine militärische Konfrontation gilt als sehr unwahrscheinlich, da vermutlich niemand einen Konflikt mit der mächtigsten Militärmacht der Welt riskieren würde.
Pistorius: "Zeitpunkt der Entsendung ist Zufall"
Verteidigungsminister Boris Pistorius ruft zu Gelassenheit auf und betont: "Hier geht es für uns als europäische Mitglieder der NATO vor allem darum, deutlich zu machen, dass wir zu unseren Verpflichtungen stehen. Etwas, das wir bis vor einigen Jahren nicht ausdrücklich genug getan haben", sagte der SPD-Politiker im ZDF-"heute journal".
Zum Zeitpunkt der Entsendung der deutschen Soldat:innen erklärte Pistorius in den ARD-"Tagesthemen", dies sei "ein zeitlicher Zufall". Die Planung sei aufgesetzt worden, bevor man wissen konnte, "dass das Gespräch am Mittwoch stattfindet und wie es ausgehen würde". Der SPD-Außenpolitiker Ralf Stegner bezeichnete die Mission in der "Rheinischen Post" als "Symbolpolitik".
Russlands Vorwürfe einer militärischen Aufrüstung
Der russische Botschafter in Dänemark wirft der NATO angesichts der US-Ansprüche auf Grönland vor, die Arktis militarisieren zu wollen. NATO-Staaten, einschließlich Dänemark, nutzten das "Schreckgespenst einer russischen oder chinesischen Bedrohung in großem Stil, um die Arktis zu militarisieren", sagte Wladimir Barbin der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass.
Russland mit seiner langen Nordküste am Polarmeer betrachtet die Arktis als seine Interessensphäre und baut dort seine militärische Präsenz weiter aus.
Krisengespräche ohne Durchbruch
Ein Krisengespräch zwischen den USA, Dänemark und Grönland hatte am Mittwoch (14. Januar) keine Lösung im Konflikt um die Besitzansprüche der USA gebracht. Dem dänischen Außenminister Lars Løkke Rasmussen zufolge offenbarte das Treffen mit US-Außenminister Marco Rubio und US-Vizepräsident JD Vance "fundamentale" Meinungsverschiedenheiten. Trump war bei diesem Gespräch nicht anwesend.
US-Regierungssprecherin Leavitt hingegen sprach von einem "produktiven Treffen". Sie gab bekannt, dass man sich auf die Einrichtung einer Arbeitsgruppe geeinigt habe, die technische Gespräche über den Kauf Grönlands führen solle. Diese Treffen sollen alle zwei bis drei Wochen stattfinden.
Schon vor dem Treffen hatte Trump deutlich gemacht, dass er nicht daran denke, sein Interesse an dem rohstoffreichen Grönland aufzugeben. Er verwies dabei erneut auf strategische Sicherheitsinteressen der Vereinigten Staaten, die sich angeblich nicht über die NATO schützen ließen.
Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt und vor der Veröffentlichung von der Redaktion sorgfältig geprüft.
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Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
