Südkaukasusrepublik

Festnahmen zum Start der Parlementswahl in Armenien

Veröffentlicht:

von Michael Reimers

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Russland schickt Drohung: Kreml warnt Armenien vor "ukrainischem Weg"

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In Armenien stimmen die Einwohner:innen am 7. Juni über den künftigen Kurs des Landes ab. Der steigende Druck aus Moskau führte bereits zu einem scharfen Wahlkampf. Am Wahltag eskalierte nun die Lage.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Parlamentswahl in Armenien hat mit mehreren Festnahmen begonnen.

  • In der Südkaukasusrepublik sollen Beamt:innen mehr als mehr als zehn Personen in Gewahrsam genommen haben.

  • Die Wahlbeteiligung vor Ort wird als rege bezeichnet.

Die von massiven Spannungen mit Russland begleitete Parlamentswahl in der Südkaukasusrepublik Armenien hat mit mehreren Festnahmen begonnen. In der Stadt Gjumri durchsuchten Polizisten Medienberichten zufolge das Büro der Oppositionspartei Starkes Armenien des prorussischen Milliardärs Samwel Karapetjan. Die Beamten nahmen Polizeiangaben nach mehr als zehn Personen unter dem Vorwurf des Stimmenkaufs fest. Bereits in der Nacht zum Sonntag (7. Juni) kamen zudem drei Mitglieder einer örtlichen Wahlkommission in Arrest.

Die Wahllokale im Land sind seit 8 Uhr Ortszeit (6 Uhr MESZ) geöffnet. Die Beteiligung ist nach Beobachtungen eines Reporters der Deutschen Presse-Agentur (dpa) rege. Bis 11 Uhr Ortszeit hätten knapp 15 Prozent der Wähler:innen abgestimmt, teilte die Zentrale Wahlkommission mit. Darunter war auch Regierungschef Nikol Paschinjan, der zum dritten Mal im Amt bestätigt werden will. "Die Demokratie arbeitet immer zugunsten der regionalen und internationalen Zusammenarbeit und ist Instrument für den Frieden in der Region", sagte er.

Paschinjan arbeitet an einem Friedensvertrag mit dem Nachbarland Aserbaidschan, gegen das Armenien vor drei Jahren eine militärische Auseinandersetzung um die umstrittene Region Berg-Karabach verloren hat. Die Opposition wirft dem Regierungschef in dem Zusammenhang Landesverrat vor.

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Russland-Frage überschattet die Wahl in Armenien

Die Regierung wiederum beschuldigt Teile der Opposition, im Dienste des Kremls zu stehen. Die Spannungen zwischen Russland und Armenien sind in den vergangenen Monaten wegen der von Eriwan betriebenen Annäherung an die EU stark gewachsen. Moskau hat Einfuhrverbote für armenische Produkte verhängt und mit der Kündigung eines günstigen Gasliefervertrags gedroht.

Ein Vertreter der armenischen Regierung warf Moskau versuchten Stimmenkauf vor - in Russland lebende Armenier:innen seien speziell zur Wahl in ihre Heimat geflogen, um dort gegen Entlohnung für prorussische Parteien zu stimmen. Die Leiterin der OSZE-Beobachtermission Farah Karimi sprach von einer "beunruhigenden Polarisierung des Wahlkampfs". Dieser sei von Anschuldigungen und Beschimpfungen geprägt gewesen, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur.


Verwendete Quelle:

Nachrichtenagentur dpa

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