Klage trifft auf Gegenklage
Epstein-Affäre: Wie ein Journalist Melania nutzt, um Donald Trump zur Aussage zu bringen
Veröffentlicht:
von Momir TakacEin Journalist will durch eine Klage gegen Melania Trump die Wahrheit über Donald Trumps Verbindungen zu Jeffrey Epstein ans Licht zu bringen.
Bild: picture alliance / ZUMAPRESS.com
Journalist Michael Wolff, der die Wahrheit über Trump und Epstein herausfinden will, wird von Melania eingeschüchtert. Statt einzuknicken, dreht er den Spieß um.
Das Wichtigste in Kürze
In der Affäre um den verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein wächst der Druck auf den US-Präsidenten.
Melania Trump drohte einem Journalisten, der über Verbindungen von Donald Trump zu Epstein berichtete, mit einer Schadenersatzklage.
Der Journalist dreht den Spieß nun um.
Die Affäre um den verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein wird für US-Präsident Donald Trump immer unangenehmer. Nicht nur, weil einige Kongress-Abgeordnete Tausende E-Mails aus Epsteins Nachlass veröffentlichten, die Verweise auf Trump und dessen Verhältnis zu Epstein enthalten. Auch der Journalist Michael Wolff hat brisantes Material – und Entschlossenheit.
Melania Trump verklagt Journalisten – doch der schlägt zurück
Wolff, der Trumps politische Laufbahn in vier Büchern beleuchtete, steht im Zentrum der von den Demokraten veröffentlichten Dokumente, wie "The Telegraph" schreibt. Der Journalist unterhielt regen Schriftverkehr mit Epstein und nahm im Jahr 2017 etwa 100 Stunden Interviews mit ihm auf. Immer wieder kam der Name Trump vor.
Die Aufnahmen sollten Licht ins Dunkel bringen, was Donald Trump über Epsteins jahrzehntelangen Missbrauch junger Mädchen und Frauen wirklich weiß. Der US-Präsident leugnet stets, darüber etwas zu wissen. Im vergangenen Monat erhielt er dann Post von Melania Trumps Anwälten. Sie forderten von ihm, dass er seine Behauptungen über Epstein und die Trumps zurücknimmt, ansonsten drohe ihm eine Schadenersatzforderung in Höhe von einer Milliarde Dollar.
Epstein-Affäre: Wolff will Donald Trump in den Zeugenstand bringen
Es war ein weiterer Versuch der Trumps, Gegner einzuschüchtern und mundtot zu machen. Doch Wolff ließ sich nicht einschüchtern. Nach Konsultation seiner Anwälte – das war noch bevor die 23.000 Dokumente durch die Demokraten veröffentlicht wurden – entschied er sich für eine Gegenklage. Wie "The Telegraph" weiter berichtet, kamen Wolffs Anwälte zu dem Schluss, dass Melanias Klage der Einschüchterung dient, was in New York illegal ist.
Nun hofft er, Donald Trump unter Eid in den Zeugenstand zu bringen und der wahren Verbindung zwischen ihm und Epstein näherzukommen. "Ich habe immer versucht, diese Epstein-Geschichte zu erzählen, das ist jetzt wie ein Geschenk. Ich kann diese Leute zwingen, Fragen zu beantworten – und eine ganze Liste weiterer Personen. Das ist wirklich erstaunlich", sagte Wolff der britischen Zeitung. Mit den Trumps liegt der Journalist ohnehin im Clinch. Bereits zuvor strengte Wolff eine Millionenklage gegen Melania an, weil sie die Veröffentlichung eines Enthüllungsbuchs gegen sie sabotiert haben soll.
Verwendete Quellen:
telegraph.co.uk: Michael Wolff wants Trump to take the stand. Melania is his weapon
Nachrichtenagentur dpa
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