AfD-Frau zeigt Verständnis für US-Präsident

Beatrix von Storch gerät bei "Markus Lanz" wegen Trump in Erklärungsnot

Veröffentlicht:

von Benedikt Rammer

Beatrix von Storch bekam am Mittwochabend von Markus Lanz die Leviten gelesen.

Bild: Screenshot ZDF


Die AfD-Politikerin Beatrix von Storch zeigt Verständnis für Donald Trump und wird in der Talkshow von Markus Lanz mit Vorwürfen konfrontiert. Ihre Darstellung eines politischen Konkurrenten führt zu einer hitzigen Diskussion.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ex-US-Sicherheitsberater John Bolton kritisiert bei "Markus Lanz" Trumps unberechenbare Außenpolitik und warnt vor den Folgen eines militärischen Vorgehens.

  • AfD-Politikerin Beatrix von Storch verteidigt Trump, fordert weniger Moral in der Außenpolitik und gerät mit Ulrike Herrmann aneinander.

  • Markus Lanz weist von Storchs Darstellung eines politischen Konkurrenten als verzerrt zurück und bringt sie in Erklärungsnot.

Die jüngste Ausgabe der Talkshow "Markus Lanz" sorgte am Mittwochabend für Aufsehen. Im Mittelpunkt stand die AfD-Politikerin Beatrix von Storch, die sich zur Außenpolitik des US-Präsidenten Donald Trump äußerte. Dabei bemühte sie sich um eine pragmatische Haltung, stieß jedoch auf Widerspruch von Moderator Markus Lanz und anderen Gästen. Besonders die Diskussion über Meinungsfreiheit und ihre Kritik an einem politischen Konkurrenten brachte von Storch in die Defensive.

Zu den Gästen der Sendung gehörten neben von Storch auch der ehemalige Sicherheitsberater von Donald Trump, John Bolton, CSU-Politiker Manfred Weber und die Journalistin Ulrike Herrmann. Bolton kritisierte Trumps unberechenbares Auftreten auf der internationalen Bühne. "Politik betreibt er nicht, wie wir das verstehen, es ist ein Real-Estate-Deal nach dem anderen", erklärte Bolton. Er zeigte sich skeptisch gegenüber Trumps Fähigkeit, politische Probleme in Venezuela und Iran zu lösen, und warnte vor den Folgen eines möglichen militärischen Vorgehens.

Kritik an Trump’s Außenpolitik

Manfred Weber forderte eine Rückkehr zu einer regelbasierten Weltordnung, während von Storch dazu riet, sich weniger auf moralische Bewertungen zu konzentrieren und stattdessen die eigenen Interessen zu verfolgen. "Das ist wieder typisch deutsch oder typisch europäisch: Wir machen nichts, wir können nichts, aber wir urteilen über die anderen", meinte die AfD-Politikerin. Diese Einschätzung wurde von der Journalistin Ulrike Herrmann scharf zurückgewiesen. Sie betonte, dass Trumps unkonventionelle Politik keine nachhaltigen Ergebnisse erzielt habe – weder in Venezuela noch im Iran.

Herrmann warnte davor, dass ein Regimewechsel durch die USA in diesen Ländern illusorisch sei. Die hochgerüsteten Regime würden bis zum letzten kämpfen, und eine militärische Intervention sei wenig aussichtsreich. Trumps Handeln beschrieb sie als egozentrisch: "Trump geht es letztlich nur um Trump." Sie vermutete, dass der ehemalige Präsident angesichts innenpolitischer Schwierigkeiten versuchen könnte, sich durch aggressive Außenpolitik zu profilieren.


Streit um Meinungsfreiheit

Für besondere Brisanz sorgte von Storchs Kritik am Umgang mit Meinungsfreiheit in Deutschland. Sie bezog sich auf eine frühere Aussage des CDU-Politikers Daniel Günther in einer "Markus Lanz"-Sendung. Laut von Storch hatte Günther angedeutet, das rechtspopulistische Magazin "Nius" verbieten zu wollen – eine Darstellung, die Lanz als verzerrt zurückwies. Der Moderator führte vor, dass Günthers Worte aus dem Zusammenhang gerissen und verfälscht zitiert worden seien. Dies brachte die AfD-Politikerin in deutliche Erklärungsnot.

Lanz konfrontierte von Storch mit einer scharfen Kritik an ihrer Haltung zur Meinungsfreiheit: "Die Art von Meinungsfreiheit, die Leute wie Sie immer meinen […] ist immer genau die, die ihm gerade passt." Die Diskussion endete mit einer Standpauke des Moderators und ließ offene Fragen zur Rolle der Meinungsfreiheit im politischen Diskurs zurück.


Verwendete Quellen:

ZDF: "Markus Lanz" vom 14. Januar 2026

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