Russland

Aktuelle Umfrage: Putins Popularität im Minus-Trend

Veröffentlicht:

von Claudia Scheele

:newstime

So profitiert Putin vom Krieg im Iran

Videoclip • 02:45 Min • Ab 12


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Neue Umfragen aus Russland zeigen: Die Zustimmung zu Präsident Wladimir Putin sinkt auf den niedrigsten Stand seit Beginn des Angriffskriegs – und die Zahl der Kritiker:innen wächst.

Das Wichtigste in Kürze

  • Laut WZIOM ist die Zustimmung zu Putin auf 70,1 Prozent und das Vertrauen auf 75 Prozent gesunken – der niedrigste Stand seit Kriegsbeginn; die Ablehnung erreicht Höchstwerte.

  • Auch Premier Mischustin und die Regierungspartei "Einiges Russland" verlieren deutlich an Rückhalt; in einer Sonntagsfrage kämen die Regierungsparteien nur noch auf 29,3 Prozent.

  • Eine zweite Umfrage von FOM bestätigt den Trend sinkender Zustimmung, wenn auch auf höherem Niveau – zeigt aber, dass Putins Bild in der Bevölkerung langsam bröckelt.

Die Zustimmung zu Russlands Präsident Wladimir Putin ist laut neuen Erhebungen so niedrig wie seit Kriegsbeginn nicht mehr. Wie die unabhängige Plattform Agentsvo unter Berufung auf das staatliche Meinungsforschungsinstitut WZIOM berichtet, unterstützen derzeit deutlich weniger Menschen seine Politik – gleichzeitig wächst der Anteil derjenigen, die ihm offen misstrauen.

Zwischen dem 19. und 22. März lag die Zustimmung zu Putins Amtsführung demnach bei 70,1 Prozent. Das sind 1,9 Prozentpunkte weniger als in der Woche zuvor. Das Vertrauen in den Präsidenten sank auf 75 Prozent, ein Minus von 1,7 Punkten.


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Ablehnung auf Höchststand seit Kriegsbeginn

Parallel dazu erreichte die Ablehnung neue Höchstwerte seit Beginn des Ukraine-Kriegs. 18,3 Prozent der Befragten gaben an, Putins Arbeit nicht zu unterstützen. 20,1 Prozent erklärten, sie vertrauten ihm nicht. Beide Werte legten innerhalb einer Woche zu.

Auch andere Spitzenpolitiker verlieren an Rückhalt. Regierungschef Michail Mischustin kommt laut WZIOM nur noch auf 46,1 Prozent Zustimmung, der Vertrauenswert liegt bei 55 Prozent. Beides sind Tiefststände seit Kriegsbeginn. Befragt wurde telefonisch, mit geschlossenen Fragen etwa zur Vertrauensfrage gegenüber dem Präsidenten – ein Verfahren, das in einem autoritären Umfeld grundsätzlich mit Vorsicht zu interpretieren ist.

Werte niedriger als bei früheren Krisen

Die aktuellen Zahlen liegen unter den Werten, die in früheren Krisensituationen gemessen wurden. Während des Aufstands von Söldnerchef Jewgeni Prigoschin im Sommer 2023 lag die Zustimmung zu Putin noch bei 72,6 Prozent, das Vertrauen bei 75,5 Prozent. Auch während der Kämpfe in der russischen Grenzregion Kursk blieben die Werte höher als jetzt.

Noch weiter zurück reicht der Vergleich mit der Zeit kurz vor Beginn des Angriffskriegs: Am 20. Februar 2022, wenige Tage vor der Invasion in die Ukraine, lag die Zustimmung zu Putin bei 64,3 Prozent, das Vertrauen bei 67,2 Prozent. Auch die Regierungspartei "Einiges Russland" verliert: Würde am kommenden Sonntag gewählt, käme sie laut WZIOM nur noch auf 29,3 Prozent – Anfang Januar waren es noch 33,8 Prozent.

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Zweite Umfrage bestätigt Trend – wenn auch milder

Ein weiteres Institut bestätigt den Abwärtstrend, wenn auch weniger stark. Das Meinungsforschungszentrum FOM befragte am 22. März Menschen in persönlichen Interviews zu Hause. Dort bewerteten 76 Prozent Putins Arbeit als "eher gut" – der niedrigste Wert seit Anfang November.

Beim Vertrauen zeigt FOM hingegen keinen weiteren Rückgang: 76 Prozent der Befragten erklärten, sie vertrauten Putin – derselbe Wert wie Anfang März. Trotz methodischer und politischer Einschränkungen staatlich kontrollierter Umfragen deuten beide Erhebungen in die gleiche Richtung: Putins Fundament in der eigenen Bevölkerung bleibt hoch, zeigt aber Risse – in einer Phase, in der der Krieg andauert, die wirtschaftliche Lage angespannt ist und der Druck auf den Alltag vieler Russ:innen weiter wächst.


Verwendete Quellen:

Frankfurter Rundschau: "Umfrage enthüllt: Putins Werte im Sinkflug"

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