Für Ukraine-Einsatz missbraucht

Afrikaner als Kanonenfutter: Putins menschenverachtende Kriegstaktik

Veröffentlicht:

von Benedikt Rammer

Wladimir Putin schickt für seinen Krieg gegen die Ukraine offenbar auch Afrikaner:innen an die Front.

Bild: AP


Tausende Afrikaner:innen werden laut Berichten unter falschen Versprechungen oder mit hohen Gehaltszusagen in den Ukraine-Krieg gelockt. Der ukrainische Botschafter warnt vor dem Missbrauch von Menschen aus Afrika durch Russland.

Das Wichtigste in Kürze

  • Tausende Afrikaner:innen werden unter falschen Versprechen nach Russland gelockt und zum Kampf im Ukraine-Krieg gezwungen.

  • Videos zeigen brutale Behandlung und rassistische Kommentare gegenüber afrikanischen Kämpfenden durch russische Soldat:innen.

  • Ukrainische Diplomaten warnen vor den gefährlichen Rekrutierungsmethoden und der Missachtung des Lebens afrikanischer Menschen durch Russland.

Russland steht wegen seiner Methoden zur Rekrutierung von Soldat:innen für den Ukraine-Krieg massiv in der Kritik. Laut Berichten werden Afrikaner:innen gezielt unter falschen Vorwänden nach Russland gelockt, um sie an die Front zu schicken. Olexander Scherba, der ukrainische Botschafter in Südafrika, bezeichnete diese Praxis als menschenverachtend und warnte vor einer Ausbeutung der Betroffenen. "Sobald eine afrikanische Person in diesen Krieg gerät, wird sie lediglich zum 'Fleisch für den Fleischwolf'", sagte Scherba gegenüber "The Telegraph".

Russland lockt mit falschen Versprechungen

Berichte zeigen, dass Tausende Afrikaner:innen durch Versprechen von Jobs, Studienmöglichkeiten oder lukrativen Gehältern nach Russland gebracht werden. Stattdessen enden sie jedoch oft als Kämpfende an den Frontlinien des Ukraine-Kriegs. Ein besonders aufsehenerregender Fall betrifft 17 Männer aus Südafrika, die angeblich für eine Ausbildung als Leibwächter rekrutiert wurden. Laut Berichten wurden sie jedoch gezwungen, Militärverträge zu unterschreiben und kämpfen nun an der Front. Duduzile Zuma-Sambudla, Tochter des ehemaligen Präsidenten Jacob Zuma, soll dabei eine Rolle gespielt haben. Sie erklärte, sie sei getäuscht worden und habe nie beabsichtigt, Menschen für den Kampf zu rekrutieren.

Brutale Behandlung und Videos sorgen für Empörung

Videos im Internet dokumentieren laut "The Telegraph" die grausame Behandlung afrikanischer Soldat:innen durch russische Offiziere. Ein Video zeigt beispielsweise einen afrikanischen Kämpfer mit einer Landmine auf der Brust, der unter rassistischen Beleidigungen gezwungen wird, feindliche Stellungen anzugreifen. Ein anderes Video zeigt afrikanische Rekrut:innen in einem Schneegebiet, während ein russischer Soldat sie abfällig als "Wegwerfartikel" bezeichnet. Diese Fälle werfen ein Licht auf die unmenschliche Behandlung und die geringe Wertschätzung ausländischer Kämpfender durch russische Streitkräfte.

Neben den Vorwürfen gegen Russland kämpft die Ukraine darum, ihre Position in Afrika zu stärken. Historisch gesehen hat Russland enge Beziehungen zu vielen afrikanischen Staaten aufgebaut und nutzt den Anti-Westlichen Geist auf dem Kontinent geschickt aus. Scherba betont, dass die Beliebtheit Russlands oft weniger auf dessen Stärke als vielmehr auf Schwächen des Westens zurückzuführen sei. "Die globale Welle von Anti-Amerikanismus und Anti-Westlicher Stimmung ist hier sehr präsent", erklärte er.

Warnung vor gefährlichen Angeboten

Afrikanische Regierungen wie die Kenias und Ugandas untersuchen mittlerweile zahlreiche Fälle von Menschenhandel, bei denen Bürger:innen zum Kampf in der Ukraine rekrutiert wurden. Scherba betonte, dass viele der Versprechen von Russland nicht eingehalten würden und die Lebenserwartung an der Front erschreckend gering sei – oft nur 72 Stunden. "Selbst wenn es am Ende Geld gibt, wird es kein rechtschaffenes Geld sein", warnte er.


Verwendete Quellen:

The Telegraph: "'Imperial' Russia using Africans as cannon fodder"

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