Fall Maricarmen

Zwangsräumung: Massive Protestwelle nach Räumung einer 87-Jährigen in Madrid

Veröffentlicht:

von Fabia Söllner

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Krise im Wohnungsbau verschärft sich

Videoclip • 01:52 Min • Ab 12


Zehntausende Menschen haben in Madrid gegen Zwangsräumungen und für bezahlbaren Wohnraum demonstriert. Auslöser war der Fall der 87-jährigen Maricarmen, die nach rund 70 Jahren ihre Wohnung verlassen musste.

Das Wichtigste in Kürze

  • Zehntausende Menschen demonstrieren in Madrid für bezahlbaren Wohnraum und gegen Zwangsräumungen.

  • Auslöser der Proteste ist die Räumung der 87-jährigen Maricarmen, die rund 70 Jahre in ihrer Wohnung gelebt hatte.

  • Die Demonstrierenden fordern unter anderem besseren Mieterschutz.

Zehntausende Menschen haben in der spanischen Hauptstadt gegen Zwangsräumungen und für bezahlbaren Wohnraum demonstriert. Unter dem Motto "Ni una Maricarmen más" – "Keine weitere Maricarmen" erinnern sie an eine 87-jährige Rentnerin, die nach rund 70 Jahren aus ihrer Wohnung im Stadtteil Retiro geräumt worden war.

Die Angaben zur Zahl der Teilnehmer:innen gehen deutlich auseinander: Das Innenministerium sprach von rund 25.000 Menschen, der Mieterverband Sindicato de Inquilinas von 300.000.

Die Zwangsräumung von Maricarmen

Maricarmen war 1956 mit ihren Eltern in die Wohnung eingezogen und hatte später den Mietvertrag übernommen. Nachdem das Gebäude an ein Immobilienunternehmen verkauft worden war, sollte sie ausziehen. Nach mehreren gescheiterten Räumungsversuchen wurde sie schließlich aus der Wohnung gebracht und anschließend ins Krankenhaus eingeliefert.

Trotzdem will die Rentnerin ihren Einsatz fortsetzen. In einer Botschaft erklärte sie, sie habe zwar ihr eigenes Zuhause nicht verteidigen können, hoffe aber, andere zum Widerstand zu ermutigen. Ihr Appell lautete: "Bitte, kämpft weiter."

Die Behörden sprachen von 25.000 Teilnehmer:innen bei den Protesten in Madrid, die Veranstalter von 300.000.

Bild: Manu Fernandez/AP/dpa


Das fordern die Demonstranten

Die Demonstrierenden fordern unter anderem besseren Schutz vor Zwangsräumungen, eine Begrenzung der Mieten und strengere Regeln für befristete Mietverträge. Kritik richtet sich sowohl gegen die Zentralregierung von Pedro Sánchez als auch gegen die konservative Regionalregierung in Madrid.

Nach der Demonstration haben Teilnehmer:innen auf der Puerta del Sol ein Protestcamp mit zahlreichen Zelten errichtet. Auch in anderen spanischen Städten fanden Kundgebungen statt.

Der Fall Maricarmen ist inzwischen zu einem Symbol für die angespannte Lage auf dem spanischen Wohnungsmarkt geworden. Unter dem Druck der Proteste arbeitet die Regierung an neuen Maßnahmen zum Mieterschutz und gegen Zwangsräumungen.

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Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

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