Ausfälle und Verspätungen
Wuppertal: Nächstes Stellwerk defekt – Bahnverkehr erneut lahmgelegt
Veröffentlicht:
von Andrea Ege:newstime
So kam es zur Störung bei der Deutschen Bahn
Videoclip • 01:53 Min • Ab 12
Erneutes Verkehrschaos bei der Bahn in Wuppertal: Ein weiteres Stellwerk ist ausgefallen, nachdem in den zwei Wochen zuvor ein anderes repariert wurde. Der Zugverkehr ruht derzeit komplett.
Das Wichtigste in Kürze
Reisende in Nordrhein-Westfalen müssen auf Ersatzbusse ausweichen.
Das defekte Stellwerk in Vohwinkel ging erst 2017 in Betrieb.
Von seiten der Bahn gibt es keine Angaben über die Dauer des Stillstands.
Kaum war der zweiwöchige Stillstand im Bahnverkehr rund um Wuppertal vorbei, ist der Rückschlag da: Zwar wurde von der Bahn das defekte Stellwerk repariert und die Fahrt wieder freigegeben. Dafür ist heute ein anderes ausgefallen.
Aus diesem Grund steht der Bahnverkehr rund um Wuppertal seit dem heutigen Donnerstag erneut komplett still: Regionalzüge und S-Bahnen fielen auf der Strecke von Düsseldorf über Wuppertal nach Hagen aus. Reisende mussten auf Ersatzbusse umsteigen. "Bisher haben wir leider keine Informationen zur Dauer der Beeinträchtigung", schreibt die Bahn auf ihrer Homepage. "Alle Signale stehen auf Rot. Das heißt, es ist kein Zugverkehr möglich", erklärte ein Bahnsprecher dazu.
Neustart nach Reparatur dauerte nur kurz
Eigentlich hätte der Zugverkehr zwischen Wuppertal und Düssesldorf nach dem außerplanmäßigen Stillstand seit dem 18. Juni wieder normal anlaufen sollen. Ursache der wochenlangen Sperrung zuvor war ein technischer Defekt im Stellwerk des Wuppertaler Stadtteils Vohwinkel gewesen, der Fachleute zunächst vor ein Rätsel gestellt hatte. Nachdem einzelne Komponenten der Computersteuerung ausgetauscht worden waren, ging die Anlage schrittweise wieder in Betrieb.
Doch genau in dem Moment, in dem am Donnerstagmorgen der Zugverkehr wieder nach Plan fahren sollte, fielen plötzlich mehrere Signale aus und die Bahn stellte fest, dass ein anderes Stellwerk defekt war.
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Modernstes Stellwerk kaputt
Die Aufgabe eines Stellwerks ist, dafür zu sorgen, dass Züge von A nach B kommen. Fahrdienstleiter:innen stellen dort Weichen und schalten Signale frei, sobald ein Gleisabschnitt geräumt ist. Veraltete Technik in solchen Anlagen zählt zu den häufigsten Ursachen für Verspätungen im Schienenverkehr.
Rund um Wuppertal gelten viele Stellwerke als marode - und damit als Problem. Von den acht Stück in der Region sind nach früheren Angaben des Bundesverkehrsministeriums gerade mal noch drei in einem befriedigendem Zustand. Drei weitere bewertete das Ministerium im Januar mit Schulnoten zwischen 4,5 und 4,7. Zwei andere Stellwerke bekamen eine glatte Sechs.
Dass nicht nur die veraltete Technik für Probleme sorgt, ist jedoch ebenfalls offensichtlich. Das jetzt erst sanierte Stellwerk in Vohwinkel zählt eigentlich zu den modernsten seiner Art. Es ist 2017 in Betrieb gegangen.
Generalsanierung zwischen Wuppertal und Köln im Zeitplan
Für die regionalen Pendler:innen ist der aktuelle Ausfall bereits der zweite große Einschnitt: Die Verbindung von Wuppertal nach Köln ist seit Anfang Februar wegen umfangreicher Bauarbeiten komplett gesperrt. Alle Fernzüge etwa von Köln nach Berlin und Hamburg werden weiter nördlich über das Ruhrgebiet umgeleitet. Für die Reisenden in der Region sind in Spitzenzeiten rund 200 Ersatzbusse im Einsatz.
Immerhin gab es dazu am Mittwoch positive Nachrichten aus dem Verkehrsausschuss des nordrhein-westfälischen Landtags: Nach Angaben des Bahn-Generalbevollmächtigten Jens Gräfer verläuft die Sanierung der 65 Kilometer langen Strecke planmäßig. Die Freigabe sei weiterhin für den 10. Juli vorgesehen.
Ob die Stellwerke rund um Wuppertal ab diesem Moment zuverlässiger funktionieren werden, ist jedoch nicht garantiert. Der Grund: Die Bahn hatte sie bei der Generalsanierung der Strecke komplett ausgeklammert und angekündigt, eine Erneuerung der veralteten Technik sei erst "weit in den 2030er Jahren" geplant.
Weitere Generalsanierungen in Nordrhein-Westfalen
Ohnehin müssten sich Bahnreisende in Nordrhein-Westfalen auch in den kommenden Jahren noch auf eine Reihe von Einschränkungen einstellen. "Aktuell ist die Infrastruktur zu alt, zu voll und zu störanfällig, das gilt insbesondere auch für Nordrhein-Westfalen", betonte Gräfer im Verkehrsausschuss.
Als Nächstes startet am 10. Juli die Generalsanierung der rechtsrheinischen Strecke zwischen Troisdorf und Wiesbaden. Auch dort fahren dann fünf Monate lang keine Züge. 2028 sollen die Strecken von Hagen über Unna nach Hamm sowie linksrheinisch von Köln über Bonn nach Koblenz grundlegend saniert werden. Weitere Strecken folgen in den Jahren danach - darunter auch die zentrale Bahnachse vom Ruhrgebiet über Düsseldorf nach Köln.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
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