Buckelwal
Wegen "Timmy": Meeresmuseum erhält weiter Drohungen
Veröffentlicht:
von Michael Reimers:newstime
Nach Timmy: Nächstes Wal-Drama in der Ostsee
Videoclip • 01:13 Min • Ab 12
Vier Monate nach dem Tod des Buckelwals "Timmy" reißt der Hass gegen das Deutsche Meeresmuseum Stralsund nicht ab. Mitarbeitende berichten von Drohungen und Anfeindungen. Einige mussten ieine Auskunftssperre beantragen.
Auch rund vier Monate nach der Bergung des Buckelwals "Timmy" sind Wissenschaftler:innen und Mitarbeitende des Deutschen Meeresmuseums Stralsund weiterhin Anfeindungen und Drohungen ausgesetzt. Ausgelöst wurde die Welle laut der Museumssprecherin, als sich Mitte März ein reichweitenstarker Influencer in die Debatte einschaltete und der Wissenschaft die Kompetenz absprach. Seitdem erreichten das Museum Hasskommentare, Drohungen und Forderungen, es niederzubrennen.
Richtig eskaliert sei es, als das Meeresmuseum geraten hatte, den Wal in Ruhe sterben zu lassen. Daraufhin hätten sich Gruppen formiert, die den Forschenden unter anderem vorsätzliche unterlassene Hilfeleistung vorwarfen oder ihnen unterstellten, den Tod des Wals bewusst in Kauf genommen zu haben, "um das Skelett in einem seiner Museen ausstellen oder für mehrere Millionen Euro verkaufen zu können".
Alle namentlich genannten Mitarbeitenden hätten deshalb bei der Stadt eine Auskunftssperre beantragt. "Wir hatten alle Angst, auf der Straße angegangen zu werden, wenn man uns erkennt", so die Sprecherin. Museumsdirektor Burkard Baschek berichtete der "Bild"-Zeitung, auch Familienangehörige seien angeschrieben worden: "Das ging in einen privaten Bereich rein." Eine Polizeisprecherin bestätigte, es würden mehrere Fälle mit Verdacht auf Beleidigung und Bedrohung geprüft.
Der Buckelwal war im Frühjahr mehrfach an der Küste Schleswig-Holsteins und Mecklenburg-Vorpommerns gestrandet. Mitte April gab Umweltminister Till Backhaus trotz Bedenken von Fachleuten grünes Licht für eine private Rettungsinitiative, die den Wal per Lastkahn in die Nordsee transportierte. Mitte Mai wurde er tot vor der dänischen Insel Anholt entdeckt.
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Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
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