Tote auf Kreuzfahrtschiff
Was macht das Hantavirus so gefährlich?
Veröffentlicht:
von Joachim Vonderthann:newstime
Hantavirus: Drei Tote auf Kreuzfahrt
Videoclip • 38 Sek • Ab 12
Das Hantavirus ist durch Todesfälle auf einem Kreuzfahrtschiff wieder in den Schlagzeilen. Der durch Nagetiere übertragene Erreger kommt auch in Deutschland vor. Wie läuft die Übertragung und wie kann man sich schützen?
Das Wichtigste in Kürze
Mutmaßlich durch das Hantavirus sind drei Menschen auf einem Kreuzfahrtschiff im Atlantik gestorben.
Der Erreger, gegen den es keine Impfung gibt, wird in Deutschland vor allem durch die Waldmühlmaus übertragen.
Bei Frühjahrsputz und bei Gartenarbeiten gilt es, besonders vorsichtig zu sein und einige Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen.
Auf einem kleinen Kreuzfahrtschiff im Atlantik sterben drei Menschen. Der mutmaßliche Grund: eine Infektion mit dem Hantavirus. Der Vorfall rückt einen Erreger in den Mittelpunkt, der auch in Deutschland immer wieder für Schlagzeilen sorgt. Wie kann man sich mit dem Hantavirus anstecken und wie gefährlich ist eine Erkrankung?
Woher kommt das Hantavirus?
Das Hantavirus ist ein weltweit verbreiteter Erreger, der von Nagetieren auf Menschen übertragen wird und unterschiedlich schwere Erkrankungen auslösen kann. Der Name leitet sich vom koreanischen Fluss Hantan-gang ab, wo während des Koreakrieges Anfang der 1950er Jahre mehrere Tausend Soldaten an einem schwer verlaufenden Fieber erkrankten.
Wie wird das Hantavirus übertragen?
In Deutschland wird das Hantavirus vor allem von der Rötelmaus (auch Waldwühlmaus genannt) und der Brandmaus übertragen. Die Viren werden von infizierten Tieren mit Speichel, Urin und Kot ausgeschieden und können mehrere Tage infektiös bleiben. Menschen können sich etwa bei Wald- und Gartenarbeiten anstecken, beim Reinigen von Scheunen, Schuppen, Ställen oder von Nagern befallenen Häusern, aber auch generell beim Aufenthalt in Gebieten mit hohem Nagerbestand. Die Infektion kann dabei über verschiedene Wege stattfinden:
Durch Einatmen von virushaltigem Staub,
Über die Schleimhäute
Durch direkten Kontakt mit kontaminierten Oberflächen
In seltenen Fällen auch von Mensch zu Mensch
Die Infektionsgefahr ist laut Friedrich-Loeffler-Institut (FBL) in den Frühjahrs- und Sommermonaten am höchsten. Erkrankungen kommen demnach in allen Altersklassen vor. Männer im mittleren Alter sind öfter betroffen als Frauen.
Wie ist der Krankheitsverlauf?
Infektionen mit dem Hantavirus verlaufen oft ohne Symptome, können aber auch grippeähnliche Beschwerden hervorrufen - etwa Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, zudem mitunter Übelkeit und Erbrechen. Auch die Nieren können beeinträchtigt werden, bis hin zu akutem Nierenversagen.
Die Schwere der Erkrankung hängt vom Virustyp ab. In Deutschland kommt hauptsächlich das Puumala-Virus vor, das von Rötelmäusen übertragen wird. Dieses Virus ist vor allem im westlichen, nordwestlichen und südlichen Teil Deutschlands verbreitet. International gibt es gefährlichere Varianten: Das Sin-Nombre-Hantavirus in den USA hat eine Sterblichkeitsrate von 38 bis 50 Prozent.
Wie wird das Hantavirus behandelt?
Eine Impfung oder eine spezielle medikamentöse Therapie gegen Hantaviren existiert nicht. Fieber oder grippeartige Schmerzen können jedoch mit Medikamenten behandelt werden. Bei Verdacht auf eine Erkrankung sollte der Hausarzt konsultiert werden
Auch in den News:
Wie kann man sich vor dem Hantavirus schützen?
Da visrushaltiger Staub oftmals beim Frühjahrsputz in Garten und Keller oder bei Waldarbeiten aufgewirbelt wird, raten Gesundheitsbehörden zu diesen Maßnahmen:
Handschuhe und Masken tragen.
Räume vor dem Reinigen 30 Minuten lüften.
Oberflächen befeuchten, um das Aufwirbeln von Staub zu vermindern.
Mäusekadaver und Exkremente vor der Entsorgung mit handelsüblichen Desinfektionsmitteln benetzen.
Wie man das Auftreten von Mäusen und Ratten vermeidet
Um erst gar keine Überträger, also Mäuse oder Ratten, anzulocken, rät das FBL zu folgenden Maßnahmen:
Lebensmittel und Tierfutter unzugänglich aufbewahren und über Nacht nicht frei stehen lassen.
Keine Essensreste auf dem Hauskompost entsorgen.
Verschließbare Mülleimer verwenden.
Mögliche Eindringstellen am Haus abdichten, etwa mit Stahlwolle oder Beton.
Mögliche Unterschlüpfe wie Sperrmüllhaufen, Altreifen oder generell Müllhaufen beseitigen.
Erkannten Schädlingsbefall zügig bekämpfen oder bekämpfen lassen.
Verwendete Quellen:
Friedrich-Loeffler-Institut
Nachrichtenagentur dpa
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