Schutz vor Feuer
Waldbrandgefahr: Warum Eichen den Wald besser vor Feuer schützen
Veröffentlicht:
von Nadine von Parseval:newstime
Waldbrand-Lage in Europa ist dramatisch
Videoclip • 01:35 Min • Ab 12
Kiefern können Waldbrände regelrecht befeuern – Eichen dagegen die Flammen bremsen. Forschende setzen deshalb auf mehr Laubbäume. Beim Umbau der Wälder bekommen sie sogar Unterstützung von Eichhörnchen.
Das Wichtigste in Kürze
Eichen können die Ausbreitung von Waldbränden bremsen.
Reine Kiefernwälder gelten als besonders brandgefährdet.
Eichhörnchen können beim Umbau der Wälder helfen.
Die Gefahr von Waldbränden wächst. Längere Trockenphasen und höhere Temperaturen sorgen dafür, dass Wälder häufiger Bedingungen ausgesetzt sind, unter denen sich Feuer schnell ausbreiten kann. Besonders problematisch sind dabei reine Kiefernbestände. Doch es gibt Möglichkeiten, Wälder widerstandsfähiger zu machen. Eine wichtige Rolle spielen ausgerechnet Eichen.
Eichen können Flammen ausbremsen
Ein Forschungsprojekt des Thünen-Instituts für Waldökosysteme in Eberswalde zeigt, dass Laubbäume in Nadelwäldern die Intensität von Bränden deutlich reduzieren können. Für Waldökologin Tanja Sanders bestätigt das einen Weg, den viele Förster:innen und Waldbesitzer:innen ohnehin bereits eingeschlagen haben: weg von reinen Nadelwäldern und hin zu vielfältigen Mischwäldern mit einem höheren Laubbaumanteil.
Besonders geeignet seien Eichen. "Eichen eignen sich sehr gut, weil sie eben schlechter brennen", erklärt Sanders. Auch trockenes Eichen- und Buchenlaub fängt vergleichsweise schlecht Feuer. Hinzu kommt: Eichenlaub verrottet langsam, wodurch sich weniger Unterwuchs bilden kann. Damit steht einem möglichen Feuer auch weniger leicht brennbares Material zur Verfügung.
Schon zu DDR-Zeiten wurden deshalb Brandschutzriegel aus Eichen angelegt, die Waldbrände begrenzen sollten. Ein weiterer Vorteil: Laubbäume können Wasser besser im Wald halten als Nadelbäume.
Warum Kiefernwälder besonders gefährdet sind
Ganz anders sieht es bei Kiefern aus. Sanders bezeichnet sie als besonders brennbare Baumart. Vor allem die trockenen Nadeln auf dem Waldboden können einem Feuer reichlich Nahrung bieten. "Kiefernstreu, wenn man die einmal anzündet, brennt die bis nichts mehr da ist. Also, da läuft das Feuer einfach durch", erklärt die Expertin.
Wie groß der Unterschied sein kann, zeigte sich laut Sanders auch bei den schweren Waldbränden rund um Treuenbrietzen. Dort seien die Flammen erst deutlich gebremst worden, als sie Mischwald erreichten. Fichten gelten zwar als etwas weniger brennbar. Allerdings können sich unter ihnen zahlreiche trockene, abgebrochene Äste sammeln, die wiederum leicht Feuer fangen.
Trockenes Totholz sollte deshalb teilweise aus den Wäldern entfernt werden. Große, meist feuchte Stämme am Boden können nach Einschätzung der Expertin dagegen liegen bleiben.
Schutzstreifen sollen Waldbrände aufhalten
Zusätzlichen Schutz können freie Flächen schaffen. Damit sie wegen des Funkenflugs tatsächlich als Barriere wirken, müssten solche Streifen etwa 100 bis 300 Meter breit sein. In Brandenburg wird außerdem entlang von Straßen teilweise der Boden gepflügt, bis offener Sand zum Vorschein kommt. Solche schmaleren Streifen sollen verhindern, dass etwa Funken von Fahrzeugen oder weggeworfene Zigaretten einen Waldbrand auslösen.
Besonders schwierig ist der Brandschutz in Wäldern, die noch mit Munition aus dem Zweiten Weltkrieg oder früheren Militärübungen belastet sind. Bricht dort ein Feuer aus, kann die Feuerwehr teilweise nur eingeschränkt eingreifen. Gleichzeitig erschwert die Munition den notwendigen Waldumbau.
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Eichhörnchen werden zu kleinen Waldhelfern
Und genau hier kommen überraschende Helfer ins Spiel: Eichhörnchen. Saatgut einfach aus der Luft über einem bestehenden Kiefernwald abzuwerfen, ist wenig erfolgversprechend. Ob die Samen überhaupt den Waldboden erreichen, ist ungewiss.
Stattdessen können sogenannte Saattabletts zum Einsatz kommen. Dort holen sich Eichhörnchen die Samen und tragen sie anschließend weiter in den Wald. Auf diese Weise helfen die Tiere ganz nebenbei dabei, neue Laubbäume zu verbreiten – und damit langfristig Wälder entstehen zu lassen, die einem Feuer mehr entgegensetzen können.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
GEO: "Wie wird der Wald brandfester? Eichen als Feuerschutz"
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