Wal-Kadaver vor Dänemark
Toter Timmy soll vom Strand weg - doch erste Versuche scheitern
Veröffentlicht:
von Joachim Vonderthann:newstime
Dänemark will toten Wal doch obduzieren
Videoclip • 36 Sek • Ab 12
Auch weil der Kadaver explodieren könnte, will Dänemark den toten Timmy weg vom Strand bringen. Doch das Vorhaben gestaltet sich schwierig. "Wal-Minister" Backhaus verteidigt die am Ende erfolglose Rettungsaktion für Timmy derweil.
Das Wichtigste in Kürze
Der tote Wal Timmy liegt vor der dänischen Urlaubsinsel Anholt und wird zunehmend zum Problem.
Der Kadaver könnte jederzeit explodieren und soll abtransportiert werden.
Doch die Bergung verläuft nicht nach Plan.
Bergung von Timmy vorerst abgebrochen
Die Dänen wollen den Kadaver des als Timmy bekannten Buckelwals vor der Urlaubsinsel Anholt in einen Hafen in Jütland ziehen. Der Hintergrund: Gerade liegt er an einem gut besuchten Strand im flachen Wasser und könnte dort nach Einschätzung der Umweltbehörde Anwohner:innen und Tourist:innen stark belästigen. Der Kadaver droht zudem zu explodieren.
Doch erste Bergungsversuche am Donnerstag (21. Mai) scheiterten. Die Helfer:innen hätten drei Mal versucht, den Wal mit einem Seil an seiner Schwanzflosse, der Fluke, abzuschleppen, schreibt die "Bild". Dies sei jedoch nicht gelungen. Nun erschwere einsetzendes Hochwasser die Aktion zusätzlich.
Ursprünglich sollte der Wal noch am Donnerstag in den Hafen von Grenaa auf dem Festland gezogen werden, wie die Behörde der Deutschen Presse-Agentur (dpa) mitteilte. Am Freitag sollte Timmy dann obduziert werden. Sollte es nicht gelingen, den Wal in den Hafen zu bewegen, wollen die Dänen ihn auf Anholt untersuchen.
Wal-Kadaver droht zu explodieren
Die dänische Umweltbehörde hatte bereits davor gewarnt, sich dem Tier zu nähern, da Ansteckungsgefahr bestehe. Außerdem könnte der Kadaver explodieren. Auch der Walexperte Fabian Ritter warnte bei "Bild": "Das Risiko einer Explosion steigt mit jeder Minute." Auf Bildern des Livestream-Anbieters News5 war zu sehen, dass der Kadaver inzwischen extrem aufgebläht von Fäulnisgasen ist.
Geht es nach den Inselbewohner:innen, sollte der Wal lieber heute als morgen verschwinden. "Es ist ein großer Wunsch der Einheimischen, dass der Wal zeitnah abtransportiert wird, damit er die Urlauber nicht stört", sagte Pia Lange Christensen, Direktorin der Tourismusorganisation Visit Aarhus, die auch für die Insel Anholt zuständig ist, der Deutschen Presse-Agentur. Die Saison habe gerade begonnen. "In den nächsten Wochen werden immer mehr Touristen auf die Insel kommen, die ein sehr beliebtes Urlaubsziel ist."
"Wal-Minister" Backhaus: Haben jetzt ein System
Der geschwächte Buckelwal war im März und April innerhalb weniger Wochen insgesamt fünfmal an der Küste Schleswig-Holsteins und Mecklenburg-Vorpommerns gestrandet. Vor einigen Wochen hatte eine private Initiative das geschwächte Tier noch lebend zur Nordsee transportiert und freigesetzt. Später wurde der Wal aber tot vor Anholt angeschwemmt.
Trotz der letztlich erfolglosen Rettungsaktion hat Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) das Vorgehen verteidigt. "Wir haben bewiesen, was möglich ist, wir haben jetzt ein System", sagte "Wal-Minister" Backhaus in einem Interview des "Nordkurier".
Eine private Initiative hatte den rund zwölf Meter langen und zwölf Tonnen schweren Meeressäuger Ende April vor der Insel Poel nahe Wismar in einen gefluteten Lastkahn, eine Barge, bugsiert. Ein Schlepper zog die Barge dann durch das Kattegat bis an den Beginn der Nordsee. Rund 70 Kilometer nördlich von Skagen wurde der Wal am 2. Mai ins Meer entlassen.
Backhaus sagte in dem Interview weiter: "Hätten wir diese Methoden schon am Anfang in Niendorf gehabt, hätten wir nicht mit einer Chance von 0,1 Prozent gearbeitet, sondern vielleicht mit 60 bis 70 Prozent Sicherheit, ihn heil herauszubekommen."
Backhaus hat wiederholt gesagt, er rechne damit, dass in der Zukunft weitere Wale in der Ostsee stranden werden. Für den Umgang damit brauche es ein Konzept. Die Bund-Länder-Arbeitsgemeinschaft Nord- und Ostsee soll bis zum Herbst Vorschläge vorlegen.
Verwendete Quellen:
Bild: "Bergung von Wal Timmy abgebrochen!"
Nachrichtenagentur dpa
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