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Stiftung Warentest testet Läusemittel – diese Schwächen fallen auf

Veröffentlicht:

von Damian Rausch

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Öko-Test und Stiftung Warentest im Vergleich

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Nicht jedes Läusemittel hält, was es verspricht. Stiftung Warentest hat zwölf rezeptfreie Präparate untersucht und bei zwei Produkten Schwächen festgestellt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Stiftung Warentest hat zwölf rezeptfreie Mittel gegen Kopfläuse untersucht.

  • Für zwei Präparate fehlen laut den Testern ausreichende Belege für die Wirksamkeit.

  • Eine zweite Behandlung nach acht bis zehn Tagen kann entscheidend sein, um neu geschlüpfte Läuse zu beseitigen.

Kopfläuse sind vor allem für Familien mit Kindern ein lästiges Problem. Zahlreiche frei verkäufliche Präparate versprechen schnelle Hilfe. Doch nicht für alle Mittel ist die Wirksamkeit ausreichend belegt, wie eine aktuelle Untersuchung der Stiftung Warentest zeigt.

Die Verbraucherorganisation hat zwölf rezeptfreie Läusemittel unter die Lupe genommen. Dabei untersuchten die Fachleute unter anderem, welche wissenschaftlichen Studien zur Wirksamkeit der jeweiligen Produkte vorliegen. Das Ergebnis: Während mehrere Präparate überzeugen können, bewertet Stiftung Warentest Hedrin Once Natural und SOS Läuse-Shampoo lediglich als "wenig geeignet". Für beide Mittel fehlten demnach ausreichende Wirksamkeitsbelege.


Läusemittel wirken auf unterschiedliche Weise

Die meisten untersuchten Präparate setzen auf ölige Substanzen wie Dimeticon. Sie wirken physikalisch auf die Läuse. Eine Ausnahme bildet Goldgeist Forte, das einen insektiziden Wirkstoff enthält. Dessen Wirksamkeit ist laut Stiftung Warentest zwar durch Studien belegt, international werden allerdings zunehmend Resistenzen gegen bestimmte chemische Wirkstoffe beobachtet.

Dass Resistenzen tatsächlich eine Rolle spielen können, bestätigt auch das Robert Koch-Institut (RKI). In seinem aktuellen Ratgeber zu Kopflausbefall weist das Institut darauf hin, dass genetische Veränderungen, die mit einer verminderten Empfindlichkeit gegenüber bestimmten Pyrethroiden verbunden sind, auch bei Kopfläusen in Deutschland nachgewiesen wurden. Deshalb sollte der Behandlungserfolg in den Tagen nach der Anwendung kontrolliert werden.

Das Bundesgesundheitsportal "gesund.bund.de" weist ebenfalls darauf hin, dass einige Insektizide gegen Kopfläuse nicht mehr so zuverlässig wirken wie früher. Deshalb kommen inzwischen häufig Präparate mit Silikonöl beziehungsweise Dimeticon zum Einsatz.


Eine Behandlung reicht häufig nicht

Entscheidend ist allerdings nicht nur die Wahl des Mittels. Stiftung Warentest empfiehlt eine zweite Behandlung nach acht bis zehn Tagen, weil einzelne Eier die erste Anwendung überstehen können. Aus ihnen können anschließend neue Läuse schlüpfen.

Auch das RKI empfiehlt ausdrücklich eine Wiederholungsbehandlung am achten, neunten oder zehnten Tag. Der Zeitpunkt ist wichtig: Bis dahin können noch Larven aus überlebenden Eiern schlüpfen, während junge weibliche Läuse wenig später bereits wieder neue Eier legen können. Zu den häufigsten Ursachen für eine erfolglose Behandlung zählt das Institut außerdem eine zu kurze Einwirkzeit, zu wenig Präparat oder eine ungleichmäßige Verteilung.

Zusätzlich sollten die Haare sorgfältig mit einem Läusekamm kontrolliert werden. "Gesund.bund.de" empfiehlt, die Haare nach der Behandlung für mindestens zwei Wochen regelmäßig gründlich auszukämmen. So lässt sich überprüfen, ob noch Läuse vorhanden sind.

Kopfläuse haben nichts mit mangelnder Hygiene zu tun

Ein hartnäckiger Mythos hält sich dennoch: Läuse seien ein Zeichen mangelnder Körperpflege. Stiftung Warentest stellt zudem klar, dass die Sauberkeit der Haare keinen Einfluss darauf hat, ob sich Kopfläuse einnisten.

Auch gesund.bund.de beschreibt Kopfläuse grundsätzlich als lästig, aber harmlos. Anders als beispielsweise Zecken übertragen sie hierzulande keine Krankheiten. Ihre Bisse können allerdings Juckreiz auslösen.

Übertragen werden die Parasiten vor allem durch direkten Kontakt. Läuse können weder springen noch fliegen, sondern lediglich krabbeln. Besonders leicht wechseln sie deshalb den Wirt, wenn Menschen ihre Köpfe eng zusammenstecken – beispielsweise beim Spielen, Kuscheln oder gemeinsamen Blick auf ein Smartphone.

Föhn, Sauna und Essig reichen nicht aus

Wer Kopfläuse entdeckt, sollte nicht darauf hoffen, dass sie von allein verschwinden. Auch verschiedene Hausmittel sind keine zuverlässige Alternative zu einer gezielten Behandlung.

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Das RKI rät ausdrücklich davon ab, Läuse mit heißer Föhnluft abzutöten.

Das RKI rät ausdrücklich davon ab, Läuse mit heißer Föhnluft abzutöten. Die Methode sei nicht zuverlässig und könne zudem die Kopfhaut schädigen. Auch ein Saunabesuch oder Essigwasser seien zur Abtötung der Parasiten ungeeignet. Das Institut empfiehlt stattdessen eine Kombination aus einem wirksamen Läusemittel und gründlichem Auskämmen.

Die aktuelle Untersuchung von Stiftung Warentest zeigt damit vor allem: Nicht jedes frei verkäufliche Läusemittel ist gleichermaßen gut belegt – und selbst ein wirksames Präparat muss korrekt und zum richtigen Zeitpunkt angewendet werden. Wer nach der ersten Behandlung auf die notwendige Kontrolle oder Wiederholung verzichtet, riskiert, dass der Befall erneut aufflammt.


Verwendete Quellen:

Stiftung Warentest: "Stiftung Warentest deckt Schwächen bei Läusemitteln auf"

Robert Koch-Institut: "RKI-Ratgeber Kopflausbefall"

gesund.bund.de: "Kopfläuse: Ursachen und Behandlung"

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