Royaler Ärger

Spaniens Ex-König Juan Carlos sorgt mit Video für Verstimmung

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von dpa

Der spanische Altkönig hatte sich in einer eineinhalbminütigen Ansprache in einem Video an seine Landsleute gewandt.

Bild: Ángel Díaz Briñas/EUROPA PRESS/dpa


Ex-König Juan Carlos stößt mit der Veröffentlichung eines Videos auf klare Kritik im Königshaus und in der Regierung. Es bezieht sich auf seine Biografie und verteidigt seine Sicht auf die Geschichte Spaniens, die nicht jedermann teilt.

Mit der Veröffentlichung eines außergewöhnlichen Videos löst Spaniens Altkönig Juan Carlos in seiner Heimat erneut Irritationen aus. In der eineinhalbminütigen Ansprache an seine Landsleute rechtfertigt Juan Carlos unter anderem seine jüngst erschienene Biografie "Reconciliación" (Versöhnung). Das umstrittene Buch wurde in Spanien von den meisten Medien und auch von Politikern der linksgerichteten Regierung scharf kritisiert.

Die Videobotschaft ist die erste direkte Ansprache von Juan Carlos an die Spanier seit seiner Abdankung im Juni 2014. Darin erklärt der Vater und Vorgänger von König Felipe VI. vor einer eingeblendeten spanischen Flagge, dass er die jüngere Generation ohne "interessengeleitete Verzerrungen" mit der jüngeren Geschichte Spaniens vertraut machen wolle.

Palast reagiert verärgert

Auch im Königshaus, das sich sonst nie zum Verhalten des bald 88-Jährigen äußert, löste die Aufnahme Verstimmung aus. Eine offizielle Stellungnahme aus dem königlichen Palacio de la Zarzuela gab es zwar nicht. Gegenüber wenigen Medien wie dem staatlichen TV-Sender RTVE und der Nachrichtenagentur Europa Press ließ die "Casa Real" jedoch wissen, das Video "scheine weder opportun noch notwendig". Das Königshaus sei im Vorfeld nicht von der Veröffentlichung informiert worden, hieß es. Die Zeitung "El Mundo" titelte: "Juan Carlos fordert Zarzuela heraus."

Kritik an den Inhalten

Die Aufnahme wurde nicht direkt von Juan Carlos gepostet, sondern in den sozialen Netzwerken verbreitet und anschließend von spanischen Medien veröffentlicht. Der Altkönig hebt unter anderem die Bedeutung der Monarchie bei dem - wie er sagt - "beispielhaften" Übergang zur Demokratie nach der Franco-Diktatur unter seiner Ägide in den 1970er und 1980er Jahren hervor. Er ruft die Spanier aber auch zur Unterstützung seines Sohnes auf.

Umstrittenes Lob für Franco

Mit seiner Biografie, die zunächst nur in Frankreich kurz vor dem 50. Jahrestag seiner Thronbesteigung (22. November 1975) erschien und in Spanien diese Woche veröffentlicht wird, hatte der Bourbone bereits für Unmut gesorgt. Im Buch bezeichnet er Felipe (57) etwa als "unsensibel", dessen Gattin Letizia (53) beschreibt er als Unruhestifterin. Für außereheliche Affären, finanzielle Unregelmäßigkeiten und andere Skandale entschuldigt er sich nur halbherzig.

Dafür findet der Mann, der seit 2020 im Exil in Abu Dhabi lebt und die spanische Heimat seitdem nur gelegentlich besucht, lobende Worte für Diktator Francisco Franco. "Ich respektierte ihn enorm, schätzte seine Intelligenz und seinen politischen Sinn (...) Ich habe niemals zugelassen, dass ihn jemand vor mir kritisierte." Das Königshaus hatte dazu keinen Kommentar abgegeben.

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