Beliebt bei Tourist:innen

Reiseführer warnt vor Urlaub auf den Kanaren

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von Michael Reimers

Gran Canaria: Die Dünenstrände in Maspalomas geben eine spektakuläre Kulisse.

Bild: Manuel Meyer/dpa-tmn


Die Kanarischen Inseln sind auf der Negativliste des renommierten New Yorker Reiseführers "Fodor's" für 2026 gelandet. Die dort aufgeführten Urlaubsziele sollten gemieden werden.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Kanaren stehen auf der "Fodor No List" für 2026.

  • Die Liste warnt vor Reisezielen, die wegen zu viel Tourismus überlastet sind.

  • Lokale spanische Medien sind entsetzt über die Negativ-Nominierung.

Urlauber:innen sollen 2026 die Kanaren meiden: Diese offiziell wirkende Reisewarnung für die beliebten spanischen Urlaubsinseln sorgt beim deutschsprachigen Nachrichtenportal "Teneriffa-News" für Entsetzen. Der Bericht empört sich darüber, dass die Kanaren auf der "Fodor No List" für 2026 stehen – zusammen mit anderen Reisezielen, die unter zu viel Tourismus leiden. Die "No-List" des renommierten New Yorker Reiseführers "Fodor's" rate dazu, Orte für den Urlaub auszuwählen, die nachhaltigen Tourismus anbieten. Das seien Ziele abseits der typischen Reise-Hotspots, die verantwortungsvoll mit Wasser und lokalen Ressourcen umgehen sowie auf Produkte und Leistungen einheimischer Unternehmen setzen.

Neben den Kanaren listet die "No List 2026" weitere beliebte Reiseziele auf, die dieses Jahr gemieden werden sollten. Dazu zählen die Antarktis, der Glacier-Nationalpark in Montana (USA), die Isola Sacra bei Rom, die Jungfrauregion im Berner Oberland (Schweiz), Mexiko-Stadt, Mombasa in Kenia sowie der Montmartre in Paris. Durch diese Pause könne sich die Natur dort regenerieren und die Einheimischen könnten sich vom Übertourismus erholen. Dem Bericht zufolge fordern Umweltschützer:innen auf den Kanaren bereits seit Jahren Begrenzungen für wichtige Naturräume.

Infrastruktur auf Teneriffa und Gran Canaria überlastet

Wie es weiter heißt, stößt insbesondere die Infrastruktur der stark besuchten Kanaren-Inseln Teneriffa und Gran Canaria an ihre Grenzen. Ähnlich sei es auf Lanzarote. Als einige der typischen Auswirkungen, die sukzessive die Belastungsgrenze aufzeigen, gehörten die höchsten Abwasserwerte seit Jahrzehnten sowie Staus und Probleme bei der Flughafen-Abfertigung.

Allein in den ersten elf Monaten 2025 seien bereits mehr als 14 Millionen internationale Tourist:innen auf die Kanaren gereist. Hinzu kämen mehrere Millionen Spanier:innen, die die Kanaren typischerweise in den Ferien rund um Feiertage und an verlängerten Wochenenden besuchen.


Deutsche buchen seltener Urlaub auf den Kanaren

Auch der Mietmarkt reagiere mit nie dagewesenen Preisen. Viele Vermieter:innen hätten ihre Wohnungen über Jahre lieber an Feriengäste als an Einheimische vergeben, um der spanischen Mietpreisbremse zu entgehen. Die Hotels seien gleichzeitig weiterhin mit Tourist:innen stark ausgelastet.

Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) meldet, verzeichnet der zweitgrößte deutsche Reiseveranstalter Dertour wegen der stark gestiegenen Preise auf den Kanaren weniger Buchungen für den kommenden Sommer. Das Preisniveau dort sei derzeit schlicht zu hoch für den deutschen Markt, sagte Deutschland-Geschäftsführer Boris Raoul . Selbst treue Kund:innen, die traditionell Kanaren buchten, würden inzwischen nach Alternativen suchen.


Verwendete Quellen:

fodors.com: "Eight destinations to reconsider in 2026"

teneriffa-news.com: "Reisewarnung" für die Kanaren im ganzen Jahr 2026 ausgegeben"

Nachichtenagentur dpa

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