Ernüchternde Ergebnisse

Neue Pisa-Studie: So schlecht waren Deutschlands Schüler noch nie

Aktualisiert:

von Nadine von Parseval

:newstime

Schüler erlernen gezielte Handynutzung (3. September)

Videoclip • 01:48 Min • Ab 12


Lesen, Mathe, Naturwissenschaften: Überall haben sich Deutschlands 15-Jährige im Vergleich zur letzten Pisa-Studie verschlechtert. Das bedeutet einen Negativrekord.

Das Wichtigste in Kürze

  • Deutschlands Schüler:innen haben bei der neuen Pisa-Studie so schlecht abgeschnitten wie nie zuvor.

  • Beim Lesen, Rechnen und in den Naturwissenschaften ist die Kompetenz gesunken.

  • Studienleiter Samuel Greiff unterstricht die Bedeutung von frühkindlicher Bildung und der datengestützten Entwicklung des Unterrichts.

Die Leistungen von Deutschlands Schüler:innen haben sich weiter verschlechtert – und befinden sich auf einem historischen Tiefstand. Dies zeigen die veröffentlichten Ergebnisse der neuen Pisa-Studie. Die in Lesen, Mathematik sowie Naturwissenschaften getesteten 15-Jährigen verzeichneten "die niedrigsten Kompetenzwerte seit Beginn der Pisa-Erhebungen", heißt es in der neuen Ausgabe.

"Ich möchte nicht bewerten, ob wir jetzt vom nächsten Pisa-Schock sprechen müssten", so Studienleiter Samuel Greiff von der Technischen Universität München gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa) mit Blick auf den Begriff aus dem Jahr 2000. "Aber ich kann sagen, dass wir bei Pisa 2025 historisch niedrige Kompetenzstände sehen."

Auch in den News:

Immer mehr haben "große Probleme" mit Grundlagen

Begründet werden die Ergebnisse etwa mit einer veränderten Schülerschaft und schwierigen Lernvoraussetzungen. Mit frühkindlicher Bildung sowie einer datengestützten Entwicklung des Unterrichts könne man dem laut Greiff entgegenwirken.

"Wir haben eine immer größer werdende Gruppe von Jugendlichen, die mit sehr grundlegenden Anforderungen große Probleme haben", sagte Greiff. Unter dem Strich erreichten die in Deutschland getesteten Schüler:innen in Naturwissenschaften im Durchschnitt 486 Punkte, im Lesen 465 Punkte und in Mathematik 464 Punkte. Zum Vergleich: 2022 waren es 492 in Naturwissenschaften, 480 im Lesen und 475 in Mathematik.

Trotz der gesunkenen Punktzahlen liegt Deutschland etwa beim Durchschnitt aller teilnehmenden Länder der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), die in der Pisa-Studie traditionell verglichen werden. Allerdings falle laut Studienmacher:innen der Negativtrend, der sich auch in anderen Staaten zeigt, in Deutschland besonders stark aus.


Rund 6.700 Jugendliche in Deutschland getestet

Für die neue Pisa-Studie wurden im vergangenen Jahr rund 6.700 Schüler:innen in Deutschland untersucht. Die deutsche Erhebung ist Teil eines umfangreichen internationalen Bildungsvergleichs. Weltweit nahmen mehr als 760.000 Jugendliche an den Tests teil.

Pisa-Studie ermöglicht internationalen Vergleich

Die Pisa-Studie untersucht regelmäßig, wie gut Jugendliche verschiedener Länder grundlegendes Wissen anwenden können. Dadurch lassen sich die Leistungen der Schüler:innen international vergleichen.

Für Deutschland könnten die neuen Ergebnisse erneut eine Debatte über die Entwicklung des Bildungssystems auslösen.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

Mehr entdecken