Unsichtbare Gefahr im Sand
Petermännchen in Nord- und Ostsee: So schützt du dich vor dem Giftstich
Veröffentlicht:
von Benedikt Rammer:newstime
Giftschlangen breiten sich durch Klimawandel aus
Videoclip • 01:36 Min • Ab 12
Das Petermännchen sieht harmlos aus, gehört aber zu den giftigsten Fischen Europas. Im Sand verborgen, kann es Badegäste, Wattwanderer:innen und Hunde schmerzhaft stechen.
Das Wichtigste in Kürze
Das Petermännchen versteckt sich im Sand und sticht bei Berührung mit giftigen Stacheln.
Badeschuhe schützen vor Stichen, Hunde sollten beim Graben und Planschen beaufsichtigt werden.
Nach einem Stich helfen heißes Wasser und anschließende Kühlung; bei starken Beschwerden ist medizinische Hilfe erforderlich.
Das Petermännchen lebt in der Nord- und Ostsee und gilt als einer der giftigsten Fische Europas. Der bis zu 40 Zentimeter lange Fisch vergräbt sich fast vollständig im Sand oder Schlick. Oft sind nur seine Augen zu sehen.
Dadurch kann es zu schmerzhaften Begegnungen kommen. Treten Menschen barfuß auf das Tier oder kommen Hunde beim Graben zu nah, richtet es seine Giftstacheln auf. Das Petermännchen greift dabei nicht gezielt an, sondern reagiert auf die empfundene Bedrohung.
Giftstiche können starke Beschwerden auslösen
Das Gift sitzt an den Stacheln der ersten Rückenflosse und am Kiemendeckel. Ein Stich kann starke Schmerzen, Schwellungen und in Einzelfällen Kreislaufprobleme verursachen. Sehr selten sind schwere allergische Reaktionen möglich. Bestätigte Todesfälle durch einen Stich gibt es bislang nicht.
Im Sommer ziehen Petermännchen häufiger in flache Küstenbereiche, um zu laichen. Genau dort baden Menschen, wandern durch das Watt oder lassen ihre Hunde ins Wasser. Deshalb steigt das Risiko für einen unbeabsichtigten Kontakt.
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Badeschuhe bieten Schutz
Wer barfuß durchs flache Wasser läuft, kann das Tier leicht übersehen. Badeschuhe oder feste Wasserschuhe bieten zusätzlichen Schutz. Das gilt besonders für Wattwanderer:innen und Angler:innen, die Petermännchen versehentlich aus dem Wasser holen können.
Auch Hunde sollten in flachen Küstenbereichen nicht unbeaufsichtigt graben. Ein Stich kann bei ihnen Schmerzen, Schwellungen, Lahmheit oder Kreislaufprobleme auslösen. Bei auffälligem Verhalten, Winseln oder ständigem Lecken an einer Pfote sollte sofort eine Tierarztpraxis aufgesucht werden.
Was nach einem Stich zu tun ist
Nach einem Stich sollten sichtbare Stacheln vorsichtig entfernt werden. Die betroffene Stelle kann zunächst mit heißem Wasser behandelt werden. Eine Temperatur von etwa 43 bis 45 Grad kann das hitzeempfindliche Gift teilweise inaktivieren und die Schmerzen lindern. Anschließend sollte die Stelle gekühlt werden.
Bei starken Beschwerden, Kreislaufproblemen oder einer allergischen Reaktion ist sofort medizinische Hilfe nötig. Bei Hunden sollte keine eigenständige Hitzebehandlung erfolgen. Stattdessen müssen Tierhalter:innen unverzüglich tierärztliche Hilfe suchen.
Verwendete Quellen:
Schutzstation Wattenmeer: "Infoblatt zum Petermännchen"
PETBOOK: "Wie Sie sich vor dem giftigsten Tier Deutschlands schützen"
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