Arzneimittel für den Ernstfall

NRW hat Millionen Jodtabletten übrig

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von Michael Reimers

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Atommüll-Endlager: Diese Regionen sind im Fokus

Videoclip • 01:21 Min • Ab 12


Für den Fall von Atomunfällen müssen Kommunen Jodtabletten einlagern. Nordrhein-Westfalen hat besonders viele Arzneimittel vorrätig, von denen Millionen Tabletten Ende des Jahres ablaufen.

Zum Schutz der Bevölkerung bei Atomunfällen hat Nordrhein-Westfalen 2016 und 2017 rund 27 Millionen Jodtabletten angeschafft, die es nun wieder loswerden muss. Dem Innenministerium zufolge dürfen die Medikamente wegen arzneimittelrechtlicher Vorgaben nach zehn Jahren nicht mehr verwendet werden. Bei den 2016 beschafften Tabletten gilt die Wirkstoffgarantie nur noch bis Ende dieses Jahres. "Aufgrund fehlenden Bedarfs werden diese vernichtet", hieß es aus dem Ministerium. Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) weiter meldet, sollen die später beschafften Jodtabletten eventuell nicht entsorgt werden: "Für die Tabletten aus dem Beschaffungsjahr 2017 wird eine Weiternutzung im Ausland geprüft."

Wie aus einem Erlass des Innenministeriums von Nordrhein-Westfalen an die Bezirksregierungen hervorgeht, sollen künftig nicht mehr so viele Tabletten eingelagert werden wie früher. Wegen der abgeschalteten Kernkraftwerke sei der Bedarf "mit den bundesbeschafften Kaliumiodidtabletten mit Wirkstoffgarantie bis zum 31. Dezember 2030 in allen Regierungsbezirken gedeckt". Insgesamt besteht für Nordrhein-Westfalen laut Ministerium nur noch ein Bedarf von rund 17 Millionen Jodtabletten. Aktuell beträgt der Bestand in Nordrhein-Westfalen jedoch etwa 76 Millionen Tabletten.


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Pflicht der Kommunen zur Einlagerung von Jodtabletten

Nach Angaben des Düsseldorfer Innenministeriums müssen deutschlandweit Kaliumiodid-Tabletten für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren, Schwangere und Stillende in der "Fernzone" rund um Kernkraftwerke gelagert werden. Eine Ausnahme gilt dpa zufolge aufgrund der Entfernung zum belgischen Kernkraftwerk Tihange für die Städteregion Aachen, die Stadt Aachen selbst sowie für die Kreise Euskirchen, Düren und Heinsberg. Dort müssen dem Bericht zufolge Jodtabletten für alle Menschen bis zum Alter von 45 Jahren vorgehalten werden.

Aktuell informieren die Bezirksregierungen die Kreise und kreisfreien Städte in NRW, dass sie – im wahrsten Sinne des Wortes – die Tabletten von 2016 wegwerfen sollen. Im Erlass des Innenministeriums heißt es:  "Vorbehaltlich abweichender Regelungen im Einzelfall durch die öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger findet die Entsorgung als Restabfall statt."


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

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