NB.1.8.1
"Nimbus": Wie gefährlich ist die neue Corona-Variante?
Aktualisiert:
von Michael ReimersApril 2021: Eine Corona-Maske liegt auf einem Gehweg in Frankfurt/Main.
Bild: Frank Rumpenhorst/dpa
Eine neue Corona-Variante sorgt für Aufregung, da sie ansteckender ist als andere Virus-Mutationen. Für wie gefährlich halten es Expert:innen, sich mit der "Nimbus" genannten Variante zu infizieren?
Seit Januar 2025 ist eine neue Variante des Coronavirus bekannt: NB.1.8.1 oder auch "Nimbus" genannt. Sie verbreitet sich derzeit weltweit, spielt in Deutschland bislang aber noch keine bedeutendere Rolle, meldete die Deutsche Presse-Agentur am 12. Juni. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stufe "Nimbus" noch als "Variante unter Beobachtung" ein.
In Teilen Asiens habe sich "Nimbus" bereits durchgesetzt, in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) bisher nicht. Dem RKI zufolge wurde NB.1.8.1 Ende März erstmals in Deutschland nachgewiesen und seitdem bisher nur sporadisch. "Ein Trend lässt sich hier nicht ableiten, aktuell sind die Covid-Fallzahlen gering und es wird entsprechend weniger sequenziert", teilte das Institut mit.
Virus-Last im Abwasser nimmt leicht zu
Wie es weiter hießt, wurden dem RKI in der jüngsten Meldewoche (bis 8. Juni) 698 Corona-Fälle gemeldet. Auf niedrigerem Niveau deute sich damit bei Sars-Cov-2 ein leichter Anstieg an. Viele Infektionen dürften dem aktuellen Wochenbericht zufolge jedoch unentdeckt bleiben, da aktuell in Deutschland wenig auf Corona getestet wird.
Auch auf dem Infektionsradar des Bundes ergab die Überwachung des Abwassers, dass in den vergangenen vier Wochen ein leichter Anstieg der Sars-Cov-2-Last im Abwasser zu erkennen ist, allerdings ebenfalls auf niedrigem Niveau.
In China dominiert "Nimbus" bereits
Bei NB.1.8.1 handelt es sich um eine in Fernost dominante Form des Erregers vom Stamm XDV.1.5, sagte der Biophysiker Richard Neher von der Universität Basel. Die staatliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua berichtete unter Berufung auf das Nationale Amt für Krankheitskontrolle und Prävention, dass NB.1.8.1 Ende Mai in China die dominierende Variante war.
"Die Variante nimmt verglichen mit anderen Varianten an Häufigkeit zu", konstatiert Neher. Damit sei NB.1.8.1 ansteckender in dem Sinn, dass eine Infektion mehr Folgeinfektionen produziere als andere Varianten. Mit Blick auf Deutschland ergänzte der Wissenschaftler: "Ob die Variante sich durchsetzen wird, hängt davon ab, wie sich andere Varianten weiterentwickeln. Es ist gut möglich, dass NB.1.8.1 sich durchsetzt, aber vermutlich recht unerheblich."
Verlauf nicht gefährlicher als bei anderen Varianten
Schwerere Krankheitsverläufe meldete China Behördenangaben zufolge bislang nicht. Zu dieser Einschätzung kommt auch die WHO: Trotz einer Zunahme an Fällen und Krankenhaus-Einlieferungen in Ländern, in denen NB.1.8.1 verbreitet sei, gebe es bislang keine Anzeichen dafür, dass die Variante schwerere Erkrankungen auslöse als andere zirkulierende Varianten.
Es sei zu erwarten, so die Organisation, dass die derzeit zugelassenen Covid-19-Impfstoffe auch bei NB.1.8.1 vor schweren Krankheitsverläufen schützen.
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