"False Negatives"
Neue Studie: Suchen Wissenschaftler falsch nach außerirdischem Leben?
Veröffentlicht:
von Olga Braun:newstime
Forschungsteam hegt Zweifel an Suche nach außerirdischem Leben
Videoclip • 01:32 Min • Ab 12
Gibt es außerirdisches Leben längst – und Menschen erkennen es nur nicht? Eine neue Studie zeigt, warum die Suche nach Leben im All womöglich an falschen Annahmen scheitert.
Sind Menschen allein im Universum? Ein internationales Forschungsteam stellt nun eine unbequeme Möglichkeit in den Raum: Außerirdisches Leben könnte bereits existieren und die Menschheit könnte es schlicht übersehen. Darauf weist eine aktuelle Untersuchung eines internationalen Forschungsteams in der Fachzeitschrift "Nature Astronomy" hin. Unter anderem waren Wisschenschaftler:innen der Freien Universität Berlin beteiligt, wie "Smart Up News" berichtet.
Bei der Suche nach Leben außerhalb der Erde konzentrierten sich viele Weltraummissionen bislang auf sogenannte Biosignaturen – also messbare Spuren, die auf biologische Prozesse hindeuten. Das Problem: Diese Suche orientiert sich stark an dem, was auf der Erde bekannt ist. Forschende gehen jedoch davon aus, dass fremde Lebensformen möglicherweise völlig andere Spuren hinterlassen könnten. Genau dadurch könnten entscheidende Hinweise bislang unentdeckt geblieben sein.
In der Astrobiologie habe sich die Forschung lange vor allem auf das Problem sogenannter "False Positives" konzentriert, so das Forscherteam. Gemeint sei damit die Möglichkeit, dass natürliche chemische Prozesse irrtümlich als Hinweis auf Leben interpretiert werden könnten, obwohl tatsächlich kein Leben vorhanden sei. Die neue Studie rücke dagegen ein anderes Problem in den Mittelpunkt: sogenannte "False Negatives". Gemeint seien Fälle, in denen Leben vorhanden sei oder einmal existiert habe, aber nicht erkannt werde.
Saturnmond Enceladus unter Beobachtung
In der Studie werden unterschiedliche Ursachen genannt. Chemische Prozesse könnten beispielsweise potenzielle Hinweise verschleiern oder ungünstige Messmethoden relevante Signale übersehen. Zudem bestehe die Möglichkeit, dass sich Leben tief unter Oberflächen verberge – außerhalb der Reichweite heutiger Technologien.
Ein Beispiel dafür ist der Saturnmond Enceladus. Unter seiner kilometerdicken Eisschicht vermuten Forschende einen gewaltigen Ozean aus flüssigem Wasser. Dort herrschen möglicherweise Bedingungen, die einfaches Leben grundsätzlich ermöglichen. Sollten tatsächlich biologische Spuren existieren, liegen sie jedoch vermutlich tief verborgen.
Die Forschenden gingen laut Studie davon aus, dass sich solche Fehlinterpretationen nie vollständig vermeiden lassen würden. Vor diesem Hintergrund schlagen sie neue Strategien vor: Laborversuche, Computermodelle und Feldforschung sollten stärker miteinander verknüpft werden. Auch die Mustererkennung durch Künstliche Intelligenz (KI) könne dabei ein wertvolles Werkzeug sein, um ungewöhnliche Muster zu erkennen, die Menschen oder klassische Analysen bislang übersehen. Vor allem könne KI große und sehr umfangreiche Datensätze präziser auswerten, bereits erhobene Daten erneut analysieren und sie mit dem aktuellen Stand der Forschung abgleichen.
Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt und vor der Veröffentlichung von der Redaktion sorgfältig geprüft.
Verwendete Quellen
Smart Up News: "Studie warnt: Wir suchen womöglich falsch nach außerirdischem Leben"
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