Ostseeküste

Nach Wal-Protesten: Sicherheitszone auf Poel verstärkt

Veröffentlicht:

von dpa

:newstime

Bürgermeister kritisiert Wal-Retter Robert Marc Lehmann

Videoclip • 01:25 Min • Ab 12


- Anzeige -
- Anzeige -

Der gestrandete Buckelwal reagiert nicht auf erneute Mobilisierungsversuche und atmet inzwischen schwächer. Ob eine neu beobachtete Zwischenatmung ein baldiges Ableben andeutet, ist noch unklar.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Buckelwal vor Poel atmet schwächer; es gibt keine Anzeichen für eine Stabilisierung.

  • Das Tier reagierte nicht auf das Abspielen eigener Walgesänge unter Wasser.

  • Rund 320 Menschen demonstrierten für eine Rettung und drangen teils in die Sperrzone ein.

Der vor der Insel Poel gestrandete Wal atmet im Vergleich zu den vergangenen Tagen schwächer. Es werde zudem untersucht, ob eine neu beobachtete Zwischenatmung ein Anzeichen eines nahen Ablebens sein könnte, wie eine Sprecherin des Umweltministeriums mitteilte. Es gebe keine Hinweise auf eine Stabilisierung des Gesundheitszustandes. Zwar seien leichte Bewegungen der Schwanzflosse beobachtet worden, nach fachlicher Einschätzung sei das jedoch kein Hinweis auf eine gesundheitliche Verbesserung.


- Anzeige -
- Anzeige -

Erneuter Versuch zur Rettung des Wals gescheitert

Auf einen spontanen Mobilisierungsversuch am Samstag (11. April), bei dem unter Wasser die eigenen Walgesänge des Tiers abgespielt wurden, habe der Buckelwal nicht reagiert. Der Versuch, den Wal so zu ermutigen, sich selbst zu befreien, sei zuvor mit dem deutschen Meeresmuseum abgestimmt worden.

Der verletzte Buckelwal liegt bereits seit dem 31. März in der Wismarbucht. Die letzten Rettungsversuche wurden am 1. April aufgrund des Gesundheitszustandes des Tiers eingestellt, um den Wal in Frieden gehen zu lassen, wie Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) mitteilte. Man habe sich jedoch aufgrund der starken Walgesänge in den Nächten zuvor am Samstag für einen erneuten Versuch entschieden.

Auch in den News:

Demonstrant:innen platzten in Mobilisierungsversuch

Am Samstagmittag bildeten etwa 150 Menschen im Hafen eine Menschenkette, um für die Rettung des Meeressäugers zu demonstrieren, sagte eine Polizeisprecherin. Einige Stunden später versammelten sich laut Polizei am Kirchdorfer Hafen auf der Insel Poel ebenfalls etwa 170 Menschen, um für die Rettung des Wals einzutreten. Zudem habe es auf der Insel am Samstag weitere spontane Versammlungen mit gleicher Intention gegeben - eine führte bis an den Sperrbereich.

Mehrere Menschen betraten laut Polizei die gesperrte Zone, teils liefen sie dort bis zum Ufer. Nachdem sie bemerkt hatten, dass gerade ein erneuter Mobilisierungsversuch zur Rettung des Wals zugange war, haben sie die Zone wieder verlassen, wie die Sprecherin des Umweltministeriums sagte.

Nach dem Vorfall sei die Walwacht nun personell verstärkt worden. Auch am Sonntag sollte von 12 bis 16 Uhr wieder eine Versammlung am Hafen in Kirchdorf auf der Insel Poel stattfinden, wie die Polizei mitteilt. Gegen Mittag seien 80 Menschen vor Ort gewesen.

- Anzeige -
- Anzeige -

Mehr entdecken