Unwettergefahr
Nach einem letzten Winterwochenende droht in NRW gefährliches Glatteis
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von dpaNoch ein letztes Mal Schlittenfahren, bevor die Warmfront kommt.
Bild: Benjamin Westhoff/dpa
Zu Beginn der Woche könnte in weiten Teilen NRWs Regen auf gefrorenen Boden treffen. Besonders Berufspendelnde am Montagmorgen müssen daher mit gefährlich glatten Straßen rechnen.
Das Wichtigste in Kürze
In NRW steht nach einem letzten Winter-Wochenende mit Frost ein gefährlicher Mix aus gefrierendem Regen und Glatteis bevor, der vor allem am Montagmorgen im Berufsverkehr für sehr glatte Straßen sorgen könnte.
Besonders hohes Unwetterpotenzial sieht der DWD für Eifel, Bergisches Land und die westfälische Landeshälfte, während der Niederrhein weniger betroffen sein dürfte; das Schulministerium prüft bereits mögliche Umstellungen auf Distanzunterricht.
Während es im Sauerland, Bergischen Land und der Eifel perfekte Wintersportbedingungen mit fast allen geöffneten Skiliften gibt, kommt es im Bahnverkehr weiterhin zu erheblichen Einschränkungen und Verspätungen, insbesondere auf den Fernverkehrsstrecken.
Noch einmal Schlittenfahren am vorerst letzten Winter-Wochenende - dann kommt ein gefährlicher Wettermix nach Nordrhein-Westfalen. Nach frostigen Temperaturen am Samstag (10. September) und Sonntag rechnet der Deutsche Wetterdienst (DWD) in der Nacht zum Montag mit gefrierendem Regen. Im Berufsverkehr könnte es dann sehr glatt werden. Die Situation habe Unwetter-Potenzial, schrieb der DWD.
Die Meteorologen erwarten am Sonntag noch einmal eiskalte Temperaturen. In der Nacht zum Montag könnten die Werte auf minus 4 bis minus 8 Grad sinken, in Hochlagen von NRW seien sogar minus 11 Grad möglich. Kurz danach ziehe von Westen eine Warmfront heran und bringe teils starken Regen. Auf den eiskalten Böden könne der Regen schnell gefrieren. "Das kann durchaus gefährlich werden", sagte eine Meteorologin in Essen.
Ministerium prüft Auswirkungen auf Schulunterricht
In welcher Region des Landes die Situation besonders kritisch werde, sei noch sehr unsicher. Für den Niederrhein schätzen die DWD-Experten die Gefahr am geringsten ein. In der Eifel, im Bergischen Land sowie in der westfälischen Landeshälfte sei das Unwetter-Potenzial aber hoch.
Inwiefern die Glatteis-Lage Auswirkungen auf die Schulen in NRW hat, werde noch geprüft, hieß es aus dem Schulministerium. Glatteis ist laut dem Unwetter-Erlass des Ministeriums ausdrücklich als Grund dafür vorgesehen, Schülerinnen und Schüler in den Distanzunterricht zu schicken.
Perfekte Wintersportverhältnisse im Sauerland
Am Samstag hatte Sturmtief "Elli" noch einmal einigen neuen Schnee gebracht. Vor allem in den Höhenlagen im Sauerland, Bergischen Land und Eifel gab es Neuschnee. Sehr zur Freude der Wintersportler: Im Sauerland waren nach Angaben der Wintersport-Arena so gut wie alle Skilifte in Betrieb - auch die kleineren, die über keine Schneekanonen verfügen und deshalb nur bei genügend Naturschnee öffnen.
Auch Loipen für Langläufer waren im Sauerland auf einer Länge von mehr als 300 Kilometern gespurt.
Weiterhin große Probleme bei der Bahn
Auf den Straßen und vor allem im Zugverkehr kam es hingegen weiterhin zu Beeinträchtigungen. Bei der Bahn sollte der in Norddeutschland seit Freitag ausgesetzte Fernverkehr ab Samstagmittag langsam wieder anrollen – allerdings mit großen Einschränkungen, wie die Deutsche Bahn mitteilte.
Los ging es zunächst wieder auf der Achse Berlin-Hannover-Ruhrgebiet, wie eine Bahn-Sprecherin bestätigte. Vom Ruhrgebiet aus sei gegen 11.45 Uhr ein ICE Richtung Berlin losgefahren, berichtete eine dpa-Reporterin. In Bielefeld wurde der Zug allerdings schon wieder außerplanmäßig gestoppt.
Auf den ICE-Strecken von Nordrhein-Westfalen in Richtung Süden hat die Bahn die Höchstgeschwindigkeiten reduziert. Dadurch kommt es etwa von Köln in Richtung Frankfurt zu Verspätungen.
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