Flugverkehr
Nach Cyberangriff auf Flughäfen: Verzögerungen am Sonntag
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von dpaCyberangriff legt Passagierabfertigung lahm: Reisende am BER müssen weiter mit langen Wartezeiten rechnen.
Bild: Carsten Koall/dpa
Ein Cyberangriff auf einen IT-Dienstleister sorgte am Samstag für Wartezeiten und Verspätungen an einigen Flughäfen in Europa. Auch am Sonntag ist mit Einschränkungen zu rechnen.
Das Wichtigste in Kürze
Ein Cyberangriff auf den IT-Dienstleister Collins Aerospace sorgt seit Freitagabend (19. September) für massive Probleme bei der Passagierabfertigung an mehreren europäischen Flughäfen, darunter BER, Brüssel, Dublin und London Heathrow.
Passagiere müssen weiterhin mit langen Wartezeiten, Verzögerungen und Flugausfällen rechnen - wie lange die Störung anhält, ist noch unklar.
Am BER funktioniert der Online-Check-in, Reisende sollen, wenn möglich Automaten nutzen; Personen mit Sondergepäck müssen weiterhin an den Schalter.
Nach dem Cyberangriff auf einen Flughafen-Dienstleister müssen Passagiere am BER und anderen europäischen Flughäfen auch am Sonntag (21. September) mit Einschränkungen rechnen. Schon am Samstag (20. September) konnten die Fluggäste nicht wie gewohnt abgefertigt werden, weil es zu Verzögerungen, langen Warteschlangen und Annullierungen kam.
Der IT-Dienstleister Collins Aerospace war am Freitagabend (19. Septemebr) angegriffen worden. Wegen des Cyberangriffs hatten die Flughäfen Berlin, Brüssel, Dublin und London Heathrow Probleme bei der Passagierabfertigung gemeldet, wie die Flugsicherungs-Dachorganisation Eurocontrol auf dpa-Anfrage mitteilte. Der Flughafen BER kappte daraufhin nach eigenen Angaben die Verbindungen zu den Systemen.
Längere Wartezeiten beim Check-in
Das Unternehmen Collins Aerospace bestätigte der Deutschen Presse-Agentur "eine cyberbedingte Störung" an einigen Flughäfen. Das US-Unternehmen ist in verschiedenen Bereichen der Luft- und Raumfahrttechnologie tätig. Neben der Herstellung von Komponenten für die Luftfahrindustrie entwickelt Collins Aerospace eigenen Angaben auf der Homepage zufolge unter anderem Systeme für militärische Anwendungen.
Dauer der Einschränkung nicht absehbar
Wie lange die Einschränkung am BER andauert, ist unklar. Am frühen Sonntagmorgen (21. September) hieß es in einem Laufband auf der Internetseite des Flughafens unter anderem: "Aufgrund einer technischen Störung kommt es zu längeren Wartezeiten."
Einchecken Online oder am Automaten
Der Online-Check-in am BER funktioniere, wie es vom Flughafen weiter hieß. Der Flughafen empfahl auch, die Möglichkeiten in den Terminals zu nutzen und dort selbstständig an den Automaten einzuchecken und auch das Gepäck aufzugeben. Allerdings sei das für Menschen mit Rollstuhl, mit Kinderwagen oder Sperrgepäck nicht möglich. Diese müssten weiter die Schalter nutzen.
Weitere große deutsche Flughäfen wohl nicht betroffen
Die Flughäfen Frankfurt, München, Düsseldorf und Hamburg berichteten am Morgen, nicht betroffen zu sein. Auch in Hannover, Dresden, Leipzig/Halle, Nürnberg, Bremen und Köln hieß es, der Betrieb laufe normal. Der Flughafen in Münster hingegen sei am Freitagabend gegen 22:00 Uhr betroffen gewesen, sagte eine Sprecherin. Allerdings habe man innerhalb von 30 Minuten auf die eigene IT umstellen können. Auswirkungen für Fluggäste habe es nicht gegeben. Zuvor hatte der WDR darüber berichtet.
Ob weiteren Flughäfen betroffen sind, ist unklar. Bislang meldeten andere europäische Flughäfen keine Probleme.
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