Feuertragödie
Nach Brand in Crans-Montana: Barbesitzer in Untersuchungshaft
Veröffentlicht:
von Michael Reimers:newstime
Crans-Montana: Bar-Betreiber in U-Haft (9. Januar)
Videoclip • 01:43 Min • Ab 12
Nach der Feuertragödie von Crans-Montana mit 40 Toten steht Barbesitzer Jacques Moretti im Fokus. Jetzt sitzt er in Haft – aus einem ganz bestimmten Grund.
Das Wichtigste in Kürze
Der Besitzer der Bar "Le Constellation" Jacques Moretti muss nach dem verheerenden Silvesterbrand mit 40 Toten in Untersuchungshaft.
Das Gericht sieht Fluchtgefahr, schließt aber eine Freilassung nicht aus.
Während die Ermittlungen zur Brandursache und zu möglichen Versäumnissen beim Brandschutz andauern, trauert die Schweiz um die Opfer der Katastrophe.
Der Besitzer der Bar "Le Constellation", in der bei einem verheerenden Brand in der Silvesternacht 40 Menschen ums Leben kamen, muss in Untersuchungshaft. Das zuständige Zwangsmaßnahmengericht in Sitten hat laut der Deutschen Presse-Agentur (dpa) dem Antrag der Staatsanwaltschaft stattgegeben, den französischen Staatsbürger Jacques Moretti in Gewahrsam zu nehmen.
Die leitende Staatsanwältin begründete den Antrag mit Fluchtgefahr. Seine Ehefrau Jessica, mit der er die Unglücksbar gemeinsam betrieb, bleibt hingegen auf freiem Fuß. Die Anwälte des Ehepaars beteuerten, dass beide nicht beabsichtigen, sich den Ermittlungen zu entziehen.
Die zunächst auf drei Monate angesetzte Untersuchungshaft könnte vorzeitig enden, sollte Moretti bestimmte Sicherheiten hinterlegen, teilte das Gericht mit. Es betont: "Es geht also nicht darum, den Angeklagten bereits zu bestrafen, da dieser bis zum Inkrafttreten eines möglichen Urteils als unschuldig gilt."
Schwere Vorwürfe gegen Barbetreiber
Die Katastrophe ereignete sich in den frühen Morgenstunden des Neujahrstags gegen 1:30 Uhr. Nach ersten Erkenntnissen wurden die Flammen durch funkensprühende Partyfontänen ausgelöst, die Schaumstoff an der Decke in Brand setzten. Das Feuer breitete sich rasend schnell aus.
Die Schweizer Polizei hat strafrechtliche Ermittlungen gegen die Barbetreiber:innen aufgenommen. "Ihnen werden fahrlässige Tötung, fahrlässige Körperverletzung sowie fahrlässige Verursachung einer Feuersbrunst vorgeworfen", teilte die Kantonspolizei Wallis mit.
Besonders brisant: Wie die örtlichen Behörden einräumten, wurde die Bar zuletzt 2019 auf Brandschutzmaßnahmen untersucht, obwohl solche Kontrollen eigentlich jährlich vorgeschrieben sind. Der Präsident des Gemeinderats, Nicolas Feraud, erklärte, dass zwischen 2020 und 2025 keine der üblichen Brandschutzkontrollen stattgefunden haben. "Wir bedauern dies zutiefst", sagte er.
Opfer und Verletzte
Bei dem verheerenden Brand kamen 40 überwiegend sehr junge Menschen ums Leben, darunter eine erst 14-jährige Schweizerin. Unter den Todesopfern befanden sich auch neun junge Schweizer Fußballer aus regionalen Westschweizer Vereinen.
116 Menschen wurden verletzt, etwa 80 befinden sich mit überwiegend schweren Verbrennungen noch in Krankenhäusern, auch in Deutschland. Die meisten Schwerverletzten sind zwischen 16 und 26 Jahre alt. Elf Überlebende werden in deutschen Kliniken behandelt, unter anderem in Leipzig, Halle, Stuttgart und Tübingen.
Nationale Trauer
Am vergangenen Freitag (9. Januar) hielt die Schweiz einen Staatstrauertag ab. Bei einer Gedenkveranstaltung in Martigny versammelten sich rund 1.000 geladene Gäste, darunter der italienische Staatspräsident Sergio Mattarella und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron.
Der Schweizer Bundespräsident Guy Parmelin sagte bei der Trauerfeier, die Träume vieler junger Menschen seien vorzeitig in der Asche einer Nacht des Grauens zunichtegemacht worden, und forderte eine lückenlose Aufklärung des Geschehens.
Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt und vor der Veröffentlichung von der Redaktion sorgfältig geprüft.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
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