Was ist "1998 KY26"?
Mysteriöses Weltraum-Objekt: Harvard-Astronom bringt gewagte Theorie ins Spiel
Veröffentlicht:
von Momir Takac:newstime
Magnetfeld auf Exoplaneten entdeckt
Videoclip • 01:36 Min • Ab 12
Der umherfliegende Himmelskörper mit dem Namen "1998 KY26" beschäftigt Forschende seit der Entdeckung im Jahr 1998. Eine Weltraum-Mission soll Licht ins Dunkel bringen.
Das Wichtigste in Kürze
Was ist "1998 KY26"?
Der Himmelskörper kreist zwischen Erde und Mars, Forschende können ihn aber nicht identifizieren.
Jetzt glaubt ein Astronom, dass das rätselhafte Objekt nicht-natürlichen Ursprungs ist.
Das Universum steckt voller Rätsel. So kennt etwa die NASA erst rund ein Prozent der erdnahen Asteroiden. Ein Brocken beschäftigt Forschende seit 1998. Damals entdeckten sie ein mysteriöses Objekt, das zwischen Mars und Erde kreist. Es liegt die Vermutung nahe, dass es sich beim Himmelskörper mit der Bezeichnung "1998 KY26" um einen Asteroiden oder Kometen handelt. Weil er sich untypisch verhält, äußert ein Astronom einen sonderbaren Verdacht.
Mysteriöses Objekt 1998 KY26 beschäftigt Forschende
Lange galt "1998 KY26" als ungewöhnlicher Asteroid, später wurde er zu den sogenannten "dunklen Kometen" gezählt. Diese Objekte zeigen leichte Bahnabweichungen, die auf ausströmendes Material hindeuten könnten, besitzen jedoch weder einen sichtbaren Schweif noch eine erkennbare Koma, wie sie für gewöhnliche Kometen typisch sind.
Jetzt erhält der Himmelskörper durch eine neue und kontroverse Hypothese des Harvard-Astrophysikers Avi Loeb besondere Aufmerksamkeit. Gemeinsam mit Kolleg:innen stellte er die Möglichkeit in den Raum, dass das Objekt gar keinen natürlichen Ursprung haben könnte.
Komet, Asteroid oder doch eine seit 1988 verschollene Raumsonde?
Anders als bei früheren Spekulationen Loebs über außerirdische Technologien geht es diesmal jedoch nicht um ein Artefakt einer fremden Zivilisation. Stattdessen vermutet das Forschungsteam, dass "1998 KY26" möglicherweise ein menschengemachtes Objekt sein könnte – genauer gesagt die 1988 verlorengegangene sowjetische Raumsonde "Phobos 1", wie es in einer Studie schreibt, die noch keiner Begutachtung unterzogen wurde.
Die Sonde war ursprünglich auf dem Weg zum Marsmond Phobos, ging jedoch nach einem Fehlbefehl der Bodenkontrolle verloren. Loebs Team argumentiert, dass einige Eigenschaften von "1998 KY26" – insbesondere seine geringe Größe von elf Metern und die ungewöhnlichen Bahnveränderungen – mit einem künstlichen Objekt vereinbar sein könnten. Die beobachteten Beschleunigungen könnten beispielsweise durch den Strahlungsdruck des Sonnenlichts beeinflusst werden, was bei einem leichten, technologischen Objekt stärker ins Gewicht fällt als bei einem kompakten Asteroiden.
Verwendete Quellen:
Studie: Is the Dark Comet 1998 KY26 the Spacecraft Phobos 1?
Homepage von Avi Loeb
Himmelskörper und Raumsonde haben ähnliche Bahnen
Die wichtigste Beobachtung ist die Ähnlichkeit zwischen der heutigen Bahn von "1998 KY26" und der berechneten Bahn der Sonde "Phobos 1", nachdem der Kontakt zu ihr verloren gegangen war. Die Forscher:innen argumentieren, dass sich die Sonde über Jahrzehnte durch gravitative Einflüsse zu einer Bahn entwickelt haben könnte, die der von "1998 KY26" ähnelt.
Zudem dreht sich der mysteriöse Himmelskörper sehr schnell, alle fünf Minuten einmal um die eigene Achse. Dies könnte auf eine sehr längliche Form hindeuten, die der Form einer Raumsonde mit ausgefahrenen Solarpaneelen ähnelt.
Raumsonde soll Rätsel um 1998 KY26 lüften
Die Theorie ist bislang nicht allgemein anerkannt und befindet sich noch in der wissenschaftlichen Diskussion. Viele Forschende halten weiterhin einen natürlichen Ursprung für wahrscheinlicher. Das Rätsel lüften könnte eine Weltall-Mission im Jahr 2031. Dann soll die japanische Raumsonde "Hayabusa 2" an "1998 KY26" vorbeifliegen und wertvolle neue Daten liefern.
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