Stadt auf dem Erdtrabanten

Mond statt Mars: Musk ändert seine Weltall-Pläne

Veröffentlicht:

von Joachim Vonderthann

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Elon Musks Kurswechsel: Mond vor Mars

Videoclip • 01:22 Min • Ab 12


Lange Zeit war eine Mars-Mission das große Ziel von Techmilliardär Elon Musk. Doch jetzt rücken spektakuläre Pläne für den Mond in den Fokus.

Das Wichtigste in Kürze

  • Elon Musk hat eine Abkehr von seinen Mars-Plänen verkündet.

  • Stattdessen soll zuerst auf dem Mond eine Stadt entstehen.

  • Die Begründung: Die "Zukunft der Zivilisation" müsse gesichert werden.

Unternehmer und Tech-Milliardär Elon Musk macht die Space-Wende: Er will sich mit seiner Raumfahrtfirma SpaceX jetzt auf den Bau einer "selbstwachsenden Stadt" auf dem Mond konzentrieren. Die bisher für Ende dieses Jahres angekündigte erste unbemannte Mission zum Mars wird damit verschoben.

Das langjährige Ziel einer Stadt auf dem Mars solle in fünf bis sieben Jahren in Angriff genommen werden, schrieb Musk am Sonntag (8. Februar) auf der von ihm betriebenen Social-Media-Plattform X. "Aber die oberste Priorität ist es, die Zukunft der Zivilisation zu sichern, und der Mond ist schneller." Musk zufolge könnte eine Mondbasis in weniger als zehn Jahren realisiert werden.

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Musk verschiebt Mars-Pläne und setzt zunächst auf den Mond

Musks Äußerungen folgen auf einen Bericht des "Wall Street Journal" vom Freitag. Demzufolge hat SpaceX Investoren mitgeteilt, dass es den Mond priorisieren und eine Reise zum Mars zu einem späteren Zeitpunkt anstreben werde. Als Ziel für eine unbemannte Mondlandung werde der März 2027 anvisiert.

Die USA stehen in einem intensiven Wettbewerb mit China, in diesem Jahrzehnt wieder Menschen auf den Mond zu bringen. Astronauten haben die Mondoberfläche seit der Apollo-17-Mission im Jahr 1972 nicht mehr betreten. Musk erklärte auf X weiter, dass die US-Raumfahrtbehörde NASA in diesem Jahr weniger als fünf Prozent des Umsatzes von SpaceX ausmachen werde. "Die große Mehrheit der SpaceX-Einnahmen stammt aus dem kommerziellen Starlink-System."

Steckt Bezos hinter Musks Mond-Plänen?

SpaceX ist mit einem Vertrag über vier Milliarden Dollar ein zentraler Partner im Artemis-Mondprogramm der NASA, um Astronaut:innen mit dem Raumschiff "Starship" auf den Erdtrabanten zu bringen. Dabei hatte sich Musk laut "Bild" vor einem Jahr noch lustig über das Artemis-Programm gemacht. "Nein, wir fliegen direkt zum Mars. Der Mond ist eine Ablenkung", schrieb er seinerzeit. Jetzt also die Mond-Wende des Mulitmilliardärs.

Das Umdenken könnte auch mit dem wachsenden Konkurrenzdruck durch einen anderen Multimilliardär zu tun haben: Amazon-Gründer Jeff Bezos. Der Hintergrund: Die NASA will der "Bild" zufolge von Musks SpaceX einen Mondlander, mit dem Astronaut:innen vom Weltall aus auf dem Mond landen können. Da die Entwicklung aber erst am Amfang steht, hat Donald Trumps Verkehrsminister Sean Duffy im vergangenen Jahr schon damit gedroht, Musks Unternehmen von der Artemis-Mission auszuschließen. Zu allem Übel für Musk, kündigte Duffy zudem eine mögliche Zusammenarbeit mit Bezos' Raumfaht-Firma Blue Origin, sollte diese den Gleiter schneller fertigstellen können.

Rechenzentren im Weltall geplant

Vergangene Woche gab Musk auch bekannt, dass SpaceX xAI, die ebenfalls von ihm geleitete Firma für Künstliche Intelligenz (KI), übernommen hat. Der Raketen- und Satellitenkonzern wird dabei mit einer Billion US-Dollar bewertet und die KI-Firma mit 250 Milliarden US-Dollar. Als Vorteil der Verschmelzung beider Unternehmen gilt die Möglichkeit für SpaceX, die Pläne für weltraumgestützte Rechenzentren voranzutreiben, die nach Ansicht von Musk energieeffizienter sind als Einrichtungen auf der Erde.

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