Große Knaller
Klopp wagt das große Experiment: Rekord-Aufgebot mit 44 Spielern zum DFB-Neustart
Aktualisiert:
von Emre Bölükbasiran Fußball
DFB-Kader: Undav und Baumann nicht dabei - Klopp liefert Hintergründe
Videoclip • 04:22 Min
Bundestrainer Klopp setzt auf XXL-Sichtung statt klassischen Kader – 16 Debütanten und ein revolutionäres Rotationssystem sollen den Weg zur EM 2028 ebnen. Welche Stars fehlen, wer ist dabei? Die Antworten gibt es hier!
Jürgen Klopp schlägt einen radikalen Weg ein: Für seine Premiere als Bundestrainer nominiert er ein Mammut-Aufgebot von insgesamt 44 Akteuren – verteilt auf zwei Kader für die anstehenden vier Nations-League-Partien. Eine solche Kadergröße gab es in der Geschichte der deutschen Nationalmannschaft noch nie.
Der 59-Jährige macht aus der Not eine Tugend: Nach dem erneuten WM-Debakel im Sommer will er möglichst viele Spieler persönlich kennenlernen und sich einen breiten Eindruck vom vorhandenen Potenzial verschaffen. "Die Kaderzusammenstellung hat Spaß gemacht. Ich möchte so viele Spieler wie möglich kennenlernen und so viele Eindrücke wie möglich von ihnen bekommen", erklärte Klopp bei der Präsentation auf dem Frankfurter DFB-Campus.
Gleich vier Spiele in der Nations League
Das DFB-Team bestreitet die ersten Spiele unter Klopp in der Nations League. Folgende Partien stehen an, alle jeweils ab 20:45 Uhr:
24. September: Niederlande – Deutschland
27. September: Deutschland – Griechenland
1. Oktober: Deutschland – Serbien
4. Oktober: Griechenland – Deutschland
16 Debütanten im DFB-Kader
Das Besondere am Klopp-Kader: Nach den ersten beiden Begegnungen gegen die Niederlande am 24. September in Amsterdam und gegen Griechenland drei Tage später in Augsburg kommt es zum großen Wechsel im Stammquartier Herzogenaurach. Für die Spiele gegen Serbien am 1. Oktober in München und das Rückspiel in Griechenland am 4. Oktober rückt dann weitgehend ein neues Aufgebot nach.
Unter den 44 Nominierten befinden sich noch 16 Spieler aus dem WM-Kader, aber auch 16 Akteure ohne einen einzigen Länderspieleinsatz. Zu den Überraschungen zählen Felix Keidel vom Bundesliga-Aufsteiger SV Elversberg, Mika Baur von Celtic Glasgow, der Hoffenheimer Bambasé Conté sowie gleich vier Freiburger: Max Rosenfelder, Philipp Treu, Yannik Engelhardt und Derry Scherhant.
"Wir sehen was in den Jungs, wir sehen ganz viel Potenzial. Es ist uns ganz viel Talent ins Auge gesprungen. Wer kann in zwei Jahren eine Stütze sein?", begründete Klopp seine Auswahlkriterien. Dabei gehe es nicht darum, was fehle, sondern darum, was vorhanden sei.
Auch in den News:
Baumann raus, ter Stegen dabei
Im Tor wird Marc-André ter Stegen als Nummer eins ins erste Spiel gegen Holland gehen. Jonas Urbig vom FC Bayern könnte sein Debüt gegen Serbien in der Münchner Arena feiern. Bayern-Trainer Vincent Kompany zeigte sich überzeugt: "Wenn einer glaubt, dass er nicht irgendwann die Nummer 1 von Deutschland wird, dann glaube ich, dass er einen großen Fehler macht. Der Junge wird irgendwann die Nummer 1 sein."
Einige prominente Namen fehlen trotz des XXL-Aufgebots: Die drei Stuttgarter Deniz Undav, Angelo Stiller und Jamie Leweling sowie Leroy Sané oder der Dortmunder Maximilian Beier, die alle noch zum WM-Kader zählten, sind nicht dabei. Nach dem Turnier zurückgetreten waren lediglich Rekordtorwart Manuel Neuer und Abwehrchef Antonio Rüdiger.
Klopp plant, dass einige Feldspieler aus dem ersten 24-Mann-Aufgebot auch im zweiten Kader weiter dabei sein werden – etwa das Bayern-Duo Jamal Musiala und Serge Gnabry sowie Nico Schlotterbeck, die nach Ausfällen Rhythmus aufnehmen sollen.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
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