Eltern und Kollegen schockiert
Kita in Grebenhain: Erzieher soll mehrfach Kinder missbraucht haben
Veröffentlicht:
von Jana WejkumDie Ermittler:innen suchten auf Pornografie-Portalen im Darknet nach Beweismaterial. (Symbolbild)
Bild: Arne Dedert/dpa
Ein Erzieher soll mindestens sechs Jungen während seiner Arbeit in einer Kita missbraucht haben. Ermittelnde waren im Darknet auf ihn aufmerksam geworden.
Das Wichtigste in Kürze
Wegen Verdachts des sexuellen Kindesmissbrauchs sitzt ein 34-jähriger Kita-Erzieher aus Hessen in Untersuchungshaft.
Er soll während der Arbeit mindestens sechs Jungen im Alter von etwa vier Jahren missbraucht und kinderpornographische Inhalte hergestellt haben.
Die Ermittler:innen wurden auf einschlägigen Portalen im Darknet auf den Mann aufmerksam.
Ein Erzieher soll während seiner Arbeit in einer Kita im hessischen Grebenhain mindestens sechs Jungen missbraucht haben. Der 34-Jährige wurde wegen Verdachts des sexuellen Missbrauchs von schutzbefohlenen Kindern festgenommen und befindet sich in Untersuchungshaft.
Man gehe davon aus, dass mindestens sechs Jungen, die zum Tatzeitpunkt etwa vier Jahre alt waren, betroffen seien. Das teilte Oberstaatsanwalt und Sprecher der Gießener Staatsanwaltschaft, Thomas Hauburger, der Deutschen Presse-Agentur (dpa) mit. "Die Identität dieser Personen müssen wir im Lauf der Ermittlungen noch weiter aufklären, und wir müssen auch schauen, ob es weitere Fälle gibt", so Hauburger.
Der Verdächtige hat sich Stand Freitag (27. Februar) noch nicht zur Tat geäußert. Er ist nicht vorbestraft.
Verdächtiger im Darknet aufgefallen
Auf die Spur des Mannes kamen die Ermittler:innen im Darknet: Dort fiel er auf einschlägigen Portalen wegen des Verdachts auf Besitz kinderpornografischer Inhalte auf. Eine Durchsuchung förderte Bild- und Videomaterial zutage, bei dessen Sichtung den Ermittler:innen klar wurde, "dass es hier auch um realen Missbrauch geht", erklärte Hauburger. Der Mann wurde am nächsten Tag dem Ermittlungsrichter vorgeführt, der Haftbefehl gegen den Mann erließ.
Die Auswertung der Datenträger und die Vernehmung von Zeug:innen laufen derzeit noch. Polizei und Staatsanwaltschaft wollen sich deshalb nicht zu weiteren Details äußern.
Trotz Schock: Kita bleibt geöffnet
Die Nachricht über den Missbrauch sei laut dem Grebenhainer Bürgermeister Simon Seibert (parteilos) völlig unerwartet gekommen. Eltern und Kolleg:innen des Erziehers hätten sich schockiert gezeigt, sagte er gegenüber der dpa. "Alle sind Opfer", sagte Seibert.
Der Bürgermeister betonte, dass die Kita wie gewohnt geöffnet bleibe, während die Polizei im Hintergrund ermittelt. Die Eltern der betroffenen Kita seien bereits am Donnerstagabend (26. Februar) informiert worden. Die Kinder zu schützen, sei jetzt "oberstes Gebot".
Auch in den News:
Beratungsstellen betreuen Betroffene
Der Bürgermeister verweist auf die Fuldaer Lebenshilfe sowie die Vogelsberger Lebensräume, in die anonyme Opferschutz-Einrichtungen integriert worden seien.
Vom Polizeipräsidium Osthessen heißt es auf Anfrage der dpa, man biete im Austausch mit den betroffenen Einrichtungen sowie deren Trägern und kommunalen Stellen eine enge Begleitung der Betroffenen: "Ziel ist es, eine bestmögliche Unterstützung und Stabilisierung der Betroffenen sicherzustellen."
Bei Bedarf werde frühzeitig der Kontakt zu spezialisierten Fachberatungsstellen vermittelt. Die Polizei helfe auch dabei, sich an Versorgungsämter, ein Trauma-Netzwerk und weitere Unterstützungseinrichtungen sowie Institutionen zu wenden.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
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