Insekten
Marmorierte Baumwanze: Invasive Art dringt jetzt in Deutschlands Wohnungen ein
Aktualisiert:
von Damian Rausch:newstime
Die Marmorierte Baumwanze erobert Deutschlands Städte
Videoclip • 01:00 Min • Ab 12
Die Marmorierte Baumwanze breitet sich in Deutschland aus. Der invasive Schädling bedroht Obst und Gemüse – und sucht zum Überwintern Schutz in Gebäuden.
Das Wichtigste in Kürze
Die Marmorierte Baumwanze wird mittlerweile in mehreren deutschen Großstädten und Ballungsräumen nachgewiesen.
Im Obst- und Gemüseanbau können die Tiere erhebliche Schäden an Pflanzen und Früchten verursachen.
Auf der Suche nach einem Winterquartier können die Stinkwanzen auch in Häuser und Wohnungen gelangen.
Sie sitzt an Fenstern, Fassaden oder plötzlich mitten in der Wohnung: Die Marmorierte Baumwanze breitet sich in Deutschland weiter aus. Das aus Ostasien stammende Insekt ist nicht nur lästig, sondern kann vor allem für Landwirtschaft und Gartenbau zum Problem werden.
Wie die "Berliner Morgenpost" berichtet, wird die invasive Wanzenart inzwischen verstärkt in deutschen Städten und Ballungsräumen beobachtet. Nachweise gibt es unter anderem rund um Berlin, Leipzig, München und Stuttgart. Ursprünglich stammt Halyomorpha halys aus Ostasien und gelangte vermutlich über den internationalen Warenverkehr nach Europa.
Auch in den News:
Stinkwanze befällt zahlreiche Pflanzen
Die Marmorierte Baumwanze ist etwa zwölf bis 17 Millimeter groß und ernährt sich von Pflanzensäften. Das Insekt kann eine große Zahl unterschiedlicher Nutz- und Zierpflanzen befallen. Dazu gehören beispielsweise Äpfel, Birnen, Kirschen und verschiedene Gemüsesorten.
Die Tiere stechen Pflanzen und Früchte mit ihrem Saugrüssel an. Dadurch können Verfärbungen und Verformungen entstehen, die insbesondere im professionellen Obstbau wirtschaftliche Schäden verursachen können.
Dass die Wanzen inzwischen ein konkretes Problem für den Anbau darstellen, zeigen auch aktuelle Maßnahmen im Pflanzenschutz. Wie das Informationssystem Integrierte Pflanzenproduktion "ISIP" unter Berufung auf das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit berichtet, wurde 2026 eine zeitlich begrenzte Notfallzulassung für ein Pflanzenschutzmittel gegen mehrere Wanzenarten erteilt – darunter ausdrücklich die Marmorierte Baumwanze. Die Zulassung gilt unter anderem für den Einsatz bei Äpfeln, Birnen, Kirschen und Pflaumen.
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Seit Jahren auf dem Vormarsch
Die Entwicklung ist nicht völlig neu. Nach Angaben der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft "LfL" wurde die aus Ostasien stammende Marmorierte Baumwanze 2004 erstmals in Europa gefunden und breitet sich seit 2011 zunehmend in Deutschland aus. Erwachsene Tiere und die noch flugunfähigen Nymphen seien sehr mobil und wechselten im Jahresverlauf häufig ihre Wirtspflanzen.
Auch "T-Online" berichtete zuletzt über die weitere Ausbreitung. Demnach werden unter anderem Berlin und Leipzig inzwischen als Gebiete genannt, in denen die invasive Wanzenart vorkommt.
Warum die Wanzen in Wohnungen kommen
Für Menschen wird das Insekt vor allem dann auffällig, wenn die Temperaturen sinken. Die ausgewachsenen Baumwanzen suchen geschützte Orte zum Überwintern und können dabei auch in Häuser und Wohnungen gelangen. Dort verstecken sie sich beispielsweise in Spalten und anderen geschützten Bereichen.
Gefährlich für Menschen sind die Tiere dabei nicht. Unangenehm können sie trotzdem werden: Werden Stinkwanzen gestört oder fühlen sie sich bedroht, können sie ein intensiv riechendes Abwehrsekret abgeben.
Wer einzelne Tiere in der Wohnung entdeckt, sollte sie deshalb möglichst nicht zerdrücken. Sichtungen können außerdem über naturkundliche Meldeplattformen dokumentiert werden. Dadurch lässt sich nachvollziehen, wie weit sich die invasive Art inzwischen in Deutschland ausgebreitet hat.
Verwendete Quellen:
ISIP: "Pflanzenschutzmittel – Notfallzulassung für Karate Zeon"
Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft: "Schädigende Wanzen im Gartenbau"
T-Online: "Stinkwanze breitet sich aus: Schädling erreicht Berlin und Leipzig"
Berliner Morgenpost: "Invasive Stinkwanze erobert Großstädte – und sucht Schutz in Wohnungen"
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