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Hornissen im Haus oder Garten: So verhältst du dich richtig
Veröffentlicht:
von Damian Rausch:newstime
So reagiert man richtig bei Asiatischen Hornissen
Videoclip • 01:42 Min • Ab 12
Hornissen wirken allein durch ihre Größe und ihr lautes Brummen bedrohlich. Dabei gelten die Tiere als vergleichsweise friedfertig. Wer ruhig bleibt und Abstand zum Nest hält, hat normalerweise wenig zu befürchten. Ein Hornissennest darf allerdings nicht einfach entfernt oder zerstört werden.
Das Wichtigste in Kürze
Bei einzelnen Hornissen gilt: ruhig bleiben und nicht nach den Tieren schlagen.
Rund um ein Hornissennest empfiehlt der BUND Naturschutz einen Abstand von drei bis vier Metern.
Hornissen stehen unter besonderem Schutz – ein Nest darf deshalb nicht eigenmächtig entfernt werden.
Hornissen wirken bedrohlich, gelten jedoch als vergleichsweise friedfertig. Bei Nestern sollten einige Verhaltensregeln beachtet werden.
Bild: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Hornissen sind friedlicher als ihr Ruf
Eine Hornisse fliegt um den Kopf oder krabbelt über den Gartentisch – für viele Menschen ist das zunächst ein Grund zur Sorge. Hektische Reaktionen sind allerdings nicht angebracht. Nach Angaben des BUND Naturschutz sind Hornissen scheue und defensive Tiere, die ohne vorherige Störung normalerweise friedlich bleiben.
Wer einer Hornisse begegnet, sollte sich deshalb ruhig bewegen. Vom Wedeln mit den Händen, Schlagen oder Anpusten rät der Naturschutzverband ab. In der Regel fliegt das Tier nach kurzer Zeit von selbst weiter.
Anders als Wespen interessieren sich Hornissen außerdem kaum für das Essen auf dem Tisch. Sie sind vor allem Insektenjäger. Laut BUND Naturschutz kann ein großes Hornissenvolk pro Tag etwa ein halbes Kilogramm Insekten erbeuten. Dazu gehören auch Wespen.
Auch der NABU beschreibt Hornissen als wenig angriffslustig. Ihr Gift sei zudem nicht giftiger als das von Wespen und Honigbienen. Gefährlich können Stiche insbesondere für Allergiker sein.
Hornissennest entdeckt: Drei bis vier Meter Abstand halten
Besondere Vorsicht ist in unmittelbarer Nähe eines Nestes angebracht. Der BUND Naturschutz empfiehlt, wenn möglich einen Bereich von drei bis vier Metern rund um das Nest nicht zu betreten. Dadurch fühlen sich die Tiere weniger bedroht.
Wer dennoch am Nest vorbeigehen muss, sollte sich langsam und ruhig bewegen. Besonders Kleinkinder sollten Abstand halten. Das Nest selbst darf nicht erschüttert werden. Auch Hämmern, Klopfen, Rauch, laufende Motoren oder ein Wasserstrahl können die Tiere stören. Zudem sollte die Flugbahn unmittelbar vor dem Nest frei bleiben.
Befindet sich das Nest an einer ungünstigen Stelle, können bereits einfache Maßnahmen helfen. Der BUND Naturschutz nennt beispielsweise Fliegengitter oder andere Absicherungen, mit denen sich die Wege von Menschen und Hornissen voneinander trennen lassen.
Oft genügt es ohnehin, einige Monate abzuwarten. Im Herbst stirbt der Hornissenstaat mit den ersten Nachtfrösten ab. Das alte Nest wird im folgenden Jahr nicht erneut bezogen.
Auch in den News:
Hornisse im Zimmer: Licht aus, Fenster auf
Vor allem nachts können sich Hornissen in Wohnungen verirren. Der Grund: Bei ihrer Jagd nach anderen Insekten gelangen sie durch geöffnete Fenster in beleuchtete Räume.
Auch hier rät der BUND Naturschutz zunächst dazu, ruhig zu bleiben. Das Zimmerlicht sollte ausgeschaltet und das Fenster weit geöffnet werden. Ein zusätzliches Licht außerhalb des Raumes kann dem Tier helfen, den Weg ins Freie zu finden.
Bleibt die Hornisse dennoch im Zimmer, kann sie vorsichtig mit einem Trinkglas eingefangen werden. Anschließend lässt sich ein Stück Pappe unter das Glas schieben und das Tier nach draußen bringen.
Bei regelmäßigen Besuchen können Insektenschutzgitter oder Moskitonetze verhindern, dass Hornissen überhaupt in die Wohnung gelangen.
Weitere Artikel zum Thema
Wie gefährlich ist ein Hornissenstich?
Um Hornissen ranken sich bis heute zahlreiche Mythen. Nach Angaben des BUND Naturschutz ist ihr Gift weder gefährlicher noch schmerzhafter als das Gift von Bienen oder Wespen. Ein gewöhnlicher Stich führt meist zu einer vorübergehenden Schwellung und Rötung.
Besondere Vorsicht gilt allerdings für Allergiker. Auch Stiche im Mund-, Hals- oder Rachenbereich können gefährlich werden und erfordern sofortige medizinische Hilfe, warnt der Naturschutzverband.
Darf ein Hornissennest entfernt werden?
Ein Nest am Haus, im Garten oder auf dem Dachboden darf nicht einfach beseitigt werden. Die Europäische Hornisse steht in Deutschland unter besonderem Schutz. Auch der NABU weist darauf hin, dass ihre Nester deshalb nicht ohne Weiteres entfernt werden dürfen.
Problematisch kann ein Nest beispielsweise werden, wenn es unmittelbar an einem stark frequentierten Bereich liegt oder wenn Allergiker gefährdet sind. In solchen Fällen sollten Betroffene jedoch nicht selbst handeln.
Der BUND Naturschutz empfiehlt, sich an Hornissenspezialist beziehungsweise die Untere Naturschutzbehörde beim zuständigen Landratsamt zu wenden. Auch örtliche Imkervereine oder Naturschutzverbände können Ansprechpartner sein. Ist eine Umsiedlung tatsächlich notwendig, kann sie mit entsprechender behördlicher Erlaubnis von Fachleuten vorgenommen werden.
Die Feuerwehr sollte dagegen nicht die erste Anlaufstelle sein. Der BUND Naturschutz weist darauf hin, dass sie hierfür grundsätzlich nicht der richtige Ansprechpartner ist und ein Einsatz zudem kostenpflichtig sein kann.
Verwendete Quellen:
BUND Naturschutz in Bayern: "Hornissen – was tun? Tipps zu Hornissen und Hornissennestern"
NABU: "Hornisse – Vespa crabro"
Bundesamt für Naturschutz: Informationen zum besonderen Artenschutz
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