Kein Suizid?
Hitlers Alibi wackelt: Aktenfund sät Zweifel an Todesumständen seiner Nichte Geli Raubal
Aktualisiert:
von Emre Bölükbasi:newstime
Hitlers Geburtshaus zur Polizeiwache umgebaut (22. Juli)
Videoclip • 01:05 Min • Ab 12
Hitlers Nichte Geli Raubal nahm sich nach zeitgenössischer Darstellung das Leben. Ein Historiker entdeckte jetzt aber Dokumente, die Hitler ausgerechnet für den entscheidenden Vormittag ohne Alibi zurücklassen.
Ein fast 100 Jahre alter Todesfall sorgt erneut für Aufsehen: Der Geschichtsforscher Harald Sandner hat im Staatsarchiv und im Stadtarchiv München bislang unbeachtete Unterlagen zum Tod von Adolf Hitlers Nichte Geli Raubal ausfindig gemacht.
Die 23-Jährige war im September 1931 leblos in Hitlers Münchner Wohnung am Prinzregentenplatz entdeckt worden. Offiziellen Akten zufolge erschoss sie sich selbst.
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Chronologie um Raubals Tod wirft Fragen auf
Bislang galt als gesichert, dass Hitlers Diener Georg Winter die tote Raubal am Morgen des 19. September in ihrem verschlossenen Zimmer fand. Der NSDAP-Chef selbst soll die Stadt bereits am Vortag nachmittags Richtung Nürnberg verlassen haben.
Genau diese Chronologie gerät nun ins Wackeln: Zwei Todesanzeigen und ein Eintrag im Sterberegister des Standesamts München II, auf die Sandner gestoßen sei, datierten den Fund der Leiche bereits auf den 18. September, 10:15 Uhr – rund 24 Stunden früher als bisher angenommen.
Laut den von Sandner rekonstruierten Abläufen hielt sich Hitler an jenem Tag zwischen 10:30 Uhr und 12:30 Uhr noch bei einer Parteiveranstaltung in München auf und reiste erst am Nachmittag nach Nürnberg ab – also genau in dem Zeitfenster, in dem seine Nichte laut den neuen Papieren bereits tot aufgefunden wurde. Damit hätte Hitler kein Alibi mehr.
Spekulationen rund um die Beziehung zwischen Hitler und Raubal
Einen Mord belegen die Dokumente laut Sandner zwar nicht, einen Täter benennen sie ebenfalls nicht. Doch der Historiker hält ein Tötungsdelikt weiterhin für möglich – und liefert mit seinem Fund neuen Stoff für einen rätselhaftesten Todesfall.
Die Gerüchte über eine mögliche Rolle Hitlers beim Tod seiner Nichte werden durch weitere Spekulationen befeuert: Es soll eine ungewöhnlich enge, angeblich sogar romantische Bindung zwischen Onkel und Nichte gegeben haben. Kurz vor Raubals Tod kam es laut einem Bericht der damaligen "Münchner Post" zwischen beiden zu einem heftigen Streit, schreibt der "Spiegel".
Solltest du selbst suizidale Gedanken haben oder hast diese bei einem Angehörigen oder Bekannten festgestellt, bietet die Telefonseelsorge Hilfe. Anonyme Beratung erhältst du rund um die Uhr unter den kostenlosen Nummern 0800 / 111 0 111 und 0800 / 111 0 222. Auch eine Beratung über das Internet ist möglich unter "telefonseelsorge.de."
Verwendete Quellen:
Spiegel: "Neuer Aktenfund erschüttert Hitlers Alibi beim Tod seiner Nichte"
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