Schweiz
Alle Plätze reserviert, aber kaum Publikum: Greta Thunbergs Auftritt offenbar sabotiert
Aktualisiert:
von Michael Reimers:newstime
Sabotage? Greta Thunberg spricht vor fast leerem Saal
Videoclip • 01:03 Min • Ab 12
Greta Thunberg war als Stargast eines Podiumsgesprächs beim Zürich Film Festival angekündigt. Die bekannte Klima-Aktivistin fand sich jedoch in einem beinahe leeren Kinosaal wieder.
Das Wichtigste in Kürze
Ein Auftritt von Greta Thunberg in Zürich verlief anders als gedacht.
Die schwedische Aktivistin sollte anlässlich der Premiere eines Dokumentarfilms sprechen.
Die restlos reservierten Plätze im Publikum bleiben jedoch großteils leer.
Wurde Greta Thunberg sabotiert?
Beim Zürich Film Festival ist es zu einem bislang ungeklärten Vorfall um Greta Thunberg gekommen. Die schwedische Aktivistin, die 2018 mit ihren Schulstreiks die Bewegung Friday for Future auslöste, nahm an einem Podiumsgespräch anlässlich der Premiere des Dokumentarfilms "My Home of Wind and Sand" teil. Das Problem: Obwohl alle 300 Plätze des Kinosaals vorab reserviert worden waren, blieben 260 Sitze leer.
Medien zufolge vermutet die 23-Jährige dahinter Sabotage. Möglicherweise seien die Tickets gezielt blockiert worden. Die Umweltaktivistin äußerte den Verdacht, es könne sich um eine gezielte Aktion von Marokko handeln.
Greta Thunberg
Bild: Reuters / Yves Herman
Prominente Aktivistin vor leeren Stühlen
Die Doku des österreichischen Filmemachers Patrick Wally handelt von der Besetzung der Westsahara durch Marokko. Er zeigt das Leben der Aktivistin Najla Mohamed-Lamin sowie das Schicksal der Sahrawi-Bevölkerung. Wie "T-Online" schreibt, wird deren ehemalige Heimat nach dem Abzug Spaniens als Kolonialmacht Mitte der 1970er-Jahre von Marokko kontrolliert. Mehr als 170.000 Flüchtlinge leben unter teils extremen Bedingungen in Lagern bei Tindouf in der algerischen Wüste.
Thunberg bezeichnete den Film als "eindrucksvoll" und fähig, "Veränderungen herbeizuführen", prangerte die Besatzung des Gebiets jedoch als "Verrat" an. Der Westsahara-Konflikt gilt vielen als der letzte Kolonialkonflikt in Afrika. Die Aktivistin setzt sich dem Bericht zufolge dafür ein, dass es mehr Aufmerksamkeit für den Konflikt gibt. Der Schweizer "Blick" berichtete, Thunberg habe mit der Podiumsdiskussion helfen wollen, das Thema stärker an die Öffentlichkeit zu bringen. Thunberg hatte 2025 ein Sahrawi-Flüchtlingslager besucht.
Auch in den News:
Gezielte Aktion? Veranstalter in Erklärungsnöten
Wie die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf Schweizer Medien meldet, kostete die Podiumsdiskussion mit Greta Thunberg im Kino Corso zwar keinen Eintritt, Interessierte sollten jedoch Karten reservieren. Pro Person gab es maximal vier Tickets. Nachdem die Eintrittskarten sehr schnell vergriffen waren, rechneten die Veranstalter:innen des Events entsprechend mit viel Publikum. Doch es kamen lediglich 40 Personen.
"Wir bedauern sehr, dass zahlreiche reservierte Plätze letztlich nicht genutzt wurden", erklärten sie anschließend, wollten über die Grüne jedoch nicht spekulieren: "Ob es sich dabei um eine gezielte Aktion handelt, können wir zum jetzigen Zeitpunkt nicht beurteilen oder kommentieren."
Verwendete Quellen:
t-online.de: "Wer reservierte die Karten? Greta Thunberg erlebt Fiasko in Zürich"
bild.de: "Ausverkaufter Saal, aber kaum Zuhörer: Sabotage? Greta Thunberg spricht vor fast leerem Haus"
deutschlandfunkkultur.de: "Greta Thunberg kritisiert beim Filmfestival in Zürich die Besetzung der Westsahara"
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