Ärztekammer-Präsident warnt

Facharzt-Weg wird neu geregelt: Hausarzt als erste Pflicht-Station – sonst drohen Nachteile

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von Marie-Finn Bruker

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Statt Arzt: Was taugen KI-Diagnosen? (29. Juli)

Videoclip • 01:52 Min • Ab 12


Im Krankheitsfall erst zur Hausärztin – oder lieber direkt zum Facharzt? Das von der Regierung verabschiedete Primärversorgungsystem soll das klar regeln. Wer sich nicht an die Spielregeln hält, dem drohen möglicherweise Konsequenzen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Bundesregierung plant ein System der sogenannten Primärversorgung: Erst zum oder zur Hausärzt:in, dann folgt eine fachliche Spezialisierung.

  • Alle, die dies nicht einhalten, erwarte ein Nachteil, prophezeite der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt.

  • Die infolge des umfassenden Sparpaktes der Regierung entstehenden Einschnitte sollen auch in den Praxen zu spüren sein.

Erst den oder die Hausärzt:in aufsuchen, dann zu Fachpersonal – wer diese Reihenfolge nicht einhalte, solle einen Nachteil spüren, so der Bundesärztekammer-Präsident Klaus Reinhardt gegenüber der Funke Mediengruppe. Hintergrund ist das von der Bundesregierung geplante System einer verpflichtenden Primärversorgung.

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"Wer sich nicht an sinnvolle Spielregeln hält, sollte erleben, dass er im Zweifel länger wartet als jemand, der genauso krank ist, aber die Spielregeln eingehalten hat", so Reinhardt. Dabei gehe es nicht vorrangig ums Geld. "Am Ende kann auch die Frage nach finanziellen Mechanismen stehen."

Bei der von CDU und SPD vorgesehenen Primärversorgung soll der Fokus auf Hausärzt:innen als erste Anlaufstelle gelegt werden. Ziel sei die effektivere Steuerung der Patient:innen, eine bessere medizinische Versorgung sowie geringere Kosten.

Außerdem könnten laut Reinhardt Wartezeiten verkürzt werden. In Deutschland gebe es mit die höchsten Krankenhausbehandlungszahlen weltweit. Auf 1.000 Einwohner:innen kämen damit etwa 220 stationäre Fälle. "Das sind auch Folgen unseres völlig ungeregelten Zugangs zu Gesundheitsleistungen", so der Präsident der Bundesärztekammer.


Einschnitte für alle spürbar

Anfang Juli hatten Bundestag und Bundesrat das sogenannte Beitragssatzstabilisierungsgesetz verabschiedet. Das milliardenschwere Sparpaket soll die gesetzlichen Krankenkassen von hohen Ausgaben entlasten und auch Versicherte vor steigenden Beitragszahlungen bewahren. Dabei sind Einschnitte geplant – die für alle spürbar sein werden, warnt Reinhardt.

"Das fängt bei Leistungen an, die nicht unmittelbar zur medizinischen Versorgung gehören", so der Ärztekammer-Präsident. Ein System, in dem Behandlungsfälle in dieser Dimension nicht mehr bezahlt werden, führe zu Einschränkungen. "Ärzte werden stärker hinschauen müssen, wer die Versorgung im Krankheitsfall vordringlich benötigt."


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

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