Er wurde nur 33 Jahre alt

Elf Jahre nach regelwidrigem Schlag: Boxprofi Prichard Colón ist tot

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von Max Strumberger

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Ex-Boxweltmeister stirbt mit nur 33 Jahren

Videoclip • 01:24 Min • Ab 12


Prichard Colón hatte eine große Boxkarriere vor sich. Doch ein Duell im Jahr 2015 veränderte sein Leben für immer. Nach fast elf Jahren mit schwersten Hirnschäden ist er nun gestorben.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Boxwelt nimmt Abschied von einem ihrer größten Talente.

  • Prichard Colón ist im Alter von 33 Jahren gestorben.

  • Ein Kampf mit regelwidrigen Hinterkopfschlägen hatte den ungeschlagenen Puerto-Ricaner vor Jahren schwer verletzt.

Der frühere puerto-ricanische Profiboxer Prichard Colón ist im Alter von 33 Jahren gestorben. Sein Vater und ehemaliger Trainer Richard bestätigte den Tod in den sozialen Medien. Eine genaue medizinische Todesursache wurde zunächst nicht genannt. Nach Angaben der Familie steht Colóns Tod jedoch in direktem Zusammenhang mit den schweren Hirnschäden, die er sich 2015 im Ring zugezogen hatte.

Colón galt als eines der größten Talente des puerto-ricanischen Boxsports. Als Amateur gewann er mehrere nationale Titel und Gold bei den Panamerikanischen Jugendmeisterschaften. Auch als Profi blieb er zunächst ungeschlagen: In 16 Kämpfen siegte er 16-mal, davon 13-mal durch K. o. Der damals 23-Jährige schien auf dem Weg zu einem WM-Titel zu sein, als sich seine Karriere am 17. Oktober 2015 in Fairfax im US-Bundesstaat Virginia dramatisch veränderte.

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Colón durch regelwidrige Schläge schwer verletzt

Im Duell gegen den US-Amerikaner Terrel Williams wurde Colón wiederholt am Hinterkopf getroffen. Diese sogenannten "Rabbit Punches" sind wegen der Gefahr für Halswirbelsäule und Hirnstamm verboten. Colón beschwerte sich mehrfach beim Ringrichter, Williams wurde in der siebten Runde ein Punkt abgezogen. Dennoch ging der Kampf weiter. In der neunten Runde musste Colón zweimal zu Boden. Nach dem Ende der Runde zogen seine Betreuer ihm bereits die Handschuhe aus – offenbar in dem Glauben, der Kampf sei beendet. Weil er zur zehnten Runde nicht antreten konnte, wurde er disqualifiziert.

Kurz nach dem Kampf klagte Colón über Schwindel und Übelkeit, erbrach sich in der Garderobe und brach zusammen. Im Krankenhaus stellten die Ärzte eine schwere Hirnblutung fest. Eine Notoperation sollte den Druck auf sein Gehirn verringern. Colón überlebte, lag jedoch 221 Tage im Koma und erwachte mit irreversiblen Schäden. Er war fortan auf einen Rollstuhl, ein spezielles Computersystem zur Kommunikation und die Rund-um-die-Uhr-Pflege seiner Familie angewiesen. Seine Eltern verklagten 2017 den Ringarzt und die Veranstalter auf mehr als 50 Millionen US-Dollar. Zu einem Prozess oder einer Einigung kam es bis zu seinem Tod nicht.


Boxverband führt "Prichard Colón Regel" ein

Colóns Schicksal erschütterte die Boxwelt nachhaltig. Der Weltverband WBC führte 2016 eine strikte Null-Toleranz-Politik gegen Hinterkopfschläge ein, die offiziell als "Prichard Colón Regel" bezeichnet wird. Auch die Verbände WBO und WBA würdigten den Verstorbenen und sprachen seiner Familie ihr Beileid aus. Der Weltverband WBC kürte Colón als "Weltmeister der Herzen" und ernannte ihn zum Ehrenchampion. Sein einstiger Gegner Williams beteuerte wiederholt, Colón nicht vorsätzlich verletzt zu haben, und erklärte, für ihn zu beten. Nach der Tragödie pausierte Williams zunächst, bestritt später nur noch wenige Kämpfe und beendete seine Karriere 2019.


Verwendete Quellen:

Yahoo Sports

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