Ruhige Hurrikan-Saison

El Niño bremst Hurrikane im Atlantik – Pazifik erlebt Rekordaktivität

Veröffentlicht:

von Benedikt Rammer

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Sommer kehrt zurück – dann kippt das Wetter

Videoclip • 01:13 Min • Ab 12


Im Atlantik bleibt die Hurrikan-Saison bislang ungewöhnlich ruhig. Das Wetterphänomen El Niño schwächt die Stürme dort ab, während im Pazifik deutlich mehr tropische Wirbelstürme entstehen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Im Atlantik hat sich in dieser Saison bislang kein Hurrikan gebildet.

  • El Niño sorgt dort für starke Windscherung, trockene Luft und hohen Luftdruck, die Stürme abschwächen.

  • Im östlichen Pazifik ist die Sturmaktivität dagegen fast doppelt so hoch wie üblich.

Die Hurrikan-Saison im Atlantik verläuft in diesem Jahr ungewöhnlich ruhig. Bislang hat sich dort noch kein Hurrikan gebildet. Nach Angaben des US-Hurrikanzentrums ist auch mindestens in der kommenden Woche nicht mit einem solchen Sturm zu rechnen – obwohl normalerweise gerade der Höhepunkt der Saison erreicht ist.

Bisher wurden lediglich fünf tropische Stürme registriert. Sie waren vergleichsweise schwach und nur von kurzer Dauer. Ein Hurrikan muss Windgeschwindigkeiten von mindestens 119 Kilometern pro Stunde erreichen. Diese Marke hat in dieser Saison bislang kein Sturm im Atlantik überschritten.

Aktivität auf historischem Tiefstand

Nach Angaben des US-Wetterdienstes war es seit Beginn der Satellitenbeobachtungen noch nie so lange während einer Hurrikan-Saison ruhig. Zwar gab es vor den 1950er-Jahren einzelne Jahre ohne Hurrikane bis zu einem ähnlich späten Zeitpunkt. Die damaligen Daten gelten jedoch als weniger zuverlässig, weil die Ozeane noch nicht umfassend überwacht wurden.

Der Hurrikan-Forscher Phil Klotzbach von der Colorado State University bezeichnete die Aktivität im Atlantik seit 1950 als Rekordtief. Anzahl, Stärke und Dauer der Stürme lägen zusammengenommen bei nur sieben Prozent des für diese Jahreszeit üblichen Wertes.

El Niño setzt den Stürmen zu

Als entscheidender Grund gilt das Wetterphänomen El Niño. Es entsteht durch eine Erwärmung des Ozeans im Süden und Osten des Pazifiks. Dadurch verändern sich Luft- und Wasserströmungen. Das wirkt sich weltweit auf Niederschläge, Temperaturen und die Entwicklung tropischer Stürme aus.

Im Atlantik treffen die Stürme derzeit auf mehrere ungünstige Bedingungen. Kristen Corbosiero von der University at Albany spricht von einem "dreifachen Schlag": starke Winde zerreißen die Sturmsysteme, trockene Luft schwächt sie zusätzlich und ein Hochdruckgebiet drückt sie nach unten.

"Ihnen wird der Kopf abgeschnitten"

Besonders wichtig ist die sogenannte Windscherung. Dabei wehen die Winde in verschiedenen Höhen in unterschiedliche Richtungen. Starke Ostwinde in Bodennähe und Westwinde in höheren Luftschichten können ein entstehendes Sturmsystem dadurch auseinanderreißen.

"Ihnen wird der Kopf abgeschnitten, bevor sie überhaupt eine Chance haben", erklärte der Hurrikan-Experte Brian McNoldy von der Universität Miami. Phil Klotzbach sagte, der Atlantik werde "mit voller Wucht" getroffen. Bislang habe es dort noch nichts gegeben, "das auch nur annähernd einem Hurrikan nahekam".

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Pazifik deutlich aktiver

Im östlichen Pazifik zeigt sich ein völlig anderes Bild. Dort ist die Sturmaktivität fast doppelt so hoch wie üblich. In dieser Saison wurden bereits 16 tropische Stürme mit Namen registriert, im zentralen Pazifik waren es 20.

"Da draußen ist es eine richtige Party, ein Sturm jagt den nächsten im östlichen Pazifik", sagte Klotzbach. El Niño bremst die Entwicklung von Hurrikanen im Atlantik, fördert sie im Pazifik jedoch eher. Fachleute warnen trotzdem vor Leichtsinn: Schon ein einziger Sturm kann große Schäden verursachen. Außerdem könnte sich der Golf von Mexiko im weiteren Saisonverlauf noch als mögliche Entstehungsregion für stärkere Stürme erweisen.


Verwendete Quellen:

The Weather Channel: "El Niño "enthauptet" die Hurrikane im Atlantik"

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