Kalifornien
Camper infiziert: Neuer Pestfall in den USA
Veröffentlicht:
von Joachim VonderthannStreifenhörnchen fressen aus der Hand eines Menschen Körner und Samen.
Bild: dpa-tmn
Im kalifornischen El Dorado County ist ein Mensch an der Pest erkrankt. Die Ansteckung erfolgte wohl durch einen Flohbiss beim Camping.
In Kalifornien hat sich ein Mensch mit der Pest infiziert. Die Gesundheitsbehörden im El Dorado County bestätigten den Fall. Laut dem US-Sender CBS News hat sich die Person vermutlich beim Camping mit dem Pesterreger Yersinia pestis angesteckt. Das Geschlecht und Alter der betroffenen Person wurden nicht bekannt gegeben. Nach Angaben der Behörden befindet sich die Person in häuslicher Genesung und wird medizinisch überwacht.
Mensch in Kalifornien mit Pest infiziert
Die Untersuchungen zur genauen Ursache der Infektion laufen noch, wie "T-Online" berichtet. Expert:innen gehen jedoch davon aus, dass die Ansteckung durch den Biss eines infizierten Flohs erfolgte. Flöhe, die den Erreger in sich tragen, kommen häufig auf Streifenhörnchen oder Eichhörnchen vor. Sie können jedoch auch Haustiere wie Hunde und Katzen befallen und so die Krankheit an Menschen weitergeben. Seltener erfolgt die Übertragung direkt von Säugetieren oder über Körperflüssigkeiten anderer Menschen.
Besondere Gefahr beim Wandern und Campen
Kyle Fliflet, stellvertretender Direktor für öffentliche Gesundheit des Bezirks, erklärte gegenüber dem "Guardian": "Die Pest kommt in vielen Teilen Kaliforniens von Natur aus vor, auch in den höher gelegenen Gebieten von El Dorado County." Er rät Besucher:innen, beim Aufenthalt im Freien Vorsichtsmaßnahmen zu treffen, insbesondere beim Wandern oder Zelten in Gebieten mit wildlebenden Nagetieren.
Laut einer Erhebung zwischen 2021 und 2024 wurden 41 Nagetiere im El Dorado County identifiziert, die mit der Pest in Kontakt gekommen waren. Im Jahr 2025 wurden vier weitere infizierte Tiere im Tahoe-Becken gefunden.
Beulenpest und Lungenpest
Die Pest kann sich je nach Form unterschiedlich äußern. Am häufigsten tritt die Beulenpest auf, die durch geschwollene Lymphknoten gekennzeichnet ist. Weitere Symptome sind Fieber, Schüttelfrost, Schwindel und Bewusstseinsstörungen. Eine frühzeitige Behandlung mit Antibiotika ist entscheidend, um Komplikationen zu vermeiden. Die Lungenpest, eine seltenere Form, weist ähnliche Symptome auf, erfordert jedoch dieselbe Therapie.
Pest löste verheerende Pandemien aus
Die Pest gilt als eine der verheerendsten Krankheiten der Menschheitsgeschichte. Sie war für mindestens drei Pandemien verantwortlich, darunter die Schwarze Pest im Mittelalter, die Millionen Menschenleben forderte. Diese städtische, mit Ratten und dem Rattenfloh in Verbindung gebrachte Pest, kommt inzwischen selten vor. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wurden zwischen 2010 und 2015 weltweit 3.248 Fälle aller Pestformen dokumentiert, davon endeten 584 tödlich.
In Deutschland ist die Pest seit Jahrzehnten nicht mehr aufgetreten. Das Robert Koch-Institut (RKI) bestätigt, dass bislang keine Pestfälle importiert wurden.
Mehr News

Giftstoffe, Chemikalien und Keime
Stilles Mineralwasser bei Öko-Test: Sechs Produkte fallen durch

Krise in der Branche
Industrie baut laut BDI monatlich 15.000 Jobs ab

Klima
Super-El-Niño kommt: Was das für unseren Winter bedeuten könnte

Ukraine-Krieg
Droht die nächste Versorgungskrise? Der Seekrieg im Schwarzen Meer eskaliert

Trump und Medien
Trump attackiert Medien bei Gala-Dinner mit scharfen Spitzen

Merz' Kabinettumbau
"Betroffen & wütend": Altmaier kritisiert Umgang mit Verkehrsminister Schnieder scharf

Neue Zolldrohungen des US-Präsidenten
"Wird sehr hohen Preis zahlen": Trump droht EU wegen Strafe für Google

Seltsame Schlangen
Gestreifte Ringelnattern in Berlin geben Forschenden Rätsel auf

Gold unter Druck
Goldpreis stürzt nach Rekordhoch ab: Sicherer Hafen verliert an Glanz

