Pegel niedrig wie selten
Bodensee trocknet aus: Was ist los an Deutschlands größtem See?
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von Joachim Vonderthann:newstime
Bodensee: Trockenheit stoppt Schiffe
Videoclip • 01:39 Min • Ab 12
Der Bodensee führt so wenig Wasser wie selten. Am Pegel Konstanz wurden zuletzt nur noch 2,48 Meter gemessen – mehr als einen Meter unter dem langjährigen Mittelwert. Was steht Deutschlands größtem See noch bevor?
Das Wichtigste in Kürze
Der Bodensee-Pegel geht immer weiter zurück.
In Konstanz lag er zuletzt bei 2,48 Metern – 106 Zentimeter unter dem langjährigen Mittelwert für Anfang Oktober.
Schneearmer Winter, geringe Niederschläge und hohe Verdunstung verschärfen die Lage – ob es eine Erholung gibt, ist fraglich.
Der Wasserstand des Bodensees ist weiter gesunken. Am Pegel in Konstanz lag er am Montag (5. Oktober) bei nur noch 2,48 Metern. Am Tag zuvor waren noch 2,50 Meter gemessen worden. Damit liegt der Wasserstand 106 Zentimeter unter dem langjährigen Mittelwert von 3,56 Metern für Anfang Oktober, wie die "Bild" berichtet.
Die Lage ist für diese Jahreszeit außergewöhnlich. Die Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg, kurz LUBW, rechnet wegen der anhaltenden Trockenheit und des natürlichen Jahresverlaufs sogar mit einem weiteren Absinken des Pegels.
Der Pegelstand des Bodensees ist weiter gesunken. Gründe für das Niedrigwasser gibt es einige.
Bild: Marius Bulling/onw-images/dpa
Niedrigster Sommer-Pegel im Bodensee seit Beginn der Messungen
Die dramatischen Folgen am Bodensee sind bereits sichtbar: Boote liegen teils im Schlick, Stege fallen trocken und das Wasser zieht sich zurück. Teresa Gärtner, Sprecherin der Stadtwerke Konstanz, sagte "Bild": "Der derzeitige Wasserstand ist schon ungewöhnlich niedrig."
Nach ihren Angaben gab es noch nie einen so niedrigen Sommer-Pegelstand am Bodensee wie in diesem Jahr. Der Niedrigstand wirkt sich unmittelbar auf den Schiffsverkehr aus. Gärtner erklärte: "Unser Schiffsverkehr im Untersee musste jetzt bis auf Weiteres eingestellt werden."
Betroffen sind die Anlegestellen Radolfzell, Iznang, Mannenbach und Reichenau. Bei anderen Verbindungen kann es ebenfalls zu Einschränkungen und Verspätungen kommen.
Auch in den News:
Schneearmer Winter und heißer Sommer belasten den Bodensee
Für das Niedrigwasser kommen mehrere Ursachen zusammen. Nach Angaben der LUBW fehlte nach einem schneearmen Winter in den Alpen ein wichtiger Zufluss: das Schmelzwasser. Der Alpenrhein, der wichtigste Zufluss des Bodensees, führte deutlich weniger Wasser. Hinzu kamen seit Monaten geringe Niederschläge. Die sommerliche Hitze mit Temperaturen von bis zu 40 Grad verstärkte die Verdunstung zusätzlich.
Hoffnung auf Erholung erst im Frühjahr
Ein historischer Tiefststand ist der aktuelle Pegel trotz der angespannten Lage noch nicht. Die niedrigsten Wasserstände werden am Bodensee meist erst im Winter erreicht. Der niedrigste Wert seit Beginn der Messungen im Jahr 1850 wurde Ende Februar und Anfang März 1858 verzeichnet: Damals lag der Pegel bei 2,26 Metern.
Klimatologe Karsten Brandt sagte "Bild" eine Erholung sei frühestens im kommenden Frühjahr möglich: "Wenn alles gut läuft, könnte der Bodensee im März 2027 wieder genügend Wasser haben."
Dafür brauche es laut Brandt jedoch starken Regen im Herbst und einen feucht-milden Winter. Er warnte: "Sollte es nicht stark regnen, rutschen wir wieder in die warme Zeit, würden nicht aus dem Teufelskreis herauskommen."
Der Bodensee ist Deutschlands größter See
Der Bodensee liegt im Alpenvorland und grenzt an Deutschland, Österreich und die Schweiz. Mit einer Fläche von rund 536 Quadratkilometern ist der Deutschlands größter See und zählt zugleich zu den größten Seen Mitteleuropas. Er besteht aus Obersee, Untersee und dem verbindenden Seerhein. Das Wasser kommt vor allem über den Alpenrhein aus den Alpen; über den Rhein fließt es weiter Richtung Nordsee.
Für die Menschen in der Region ist der See zugleich Trinkwasserspeicher, Verkehrsweg, Erholungsraum und Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Die Grenze zwischen den drei Anrainerstaaten ist auf dem Obersee zudem nicht eindeutig festgelegt.
Verwendete Quellen:
Bild: "Bekanntester See Deutschlands trocknet immer weiter aus"
Nachrichtenagentur dpa
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