Nach Vorfall mit Zug
Erneut Unglück in Thailand: Baukran stürzt auf Schnellstraße bei Bangkok
Veröffentlicht:
von Jacqueline BittlBereits zum zweiten Mal innerhalb von 24 Stunden ist es in Thailand zu einem tödlichen Unglück mit einem Baukran gekommen.
Bild: Arnun Chonmahatrakool/AP/dpa
Nach der tödlichen Zugkatastrophe erschüttert ein weiterer Kranunfall Thailand, bei dem zwei Menschen starben. Die Regierung zieht Konsequenzen und berät zu Sicherheitsmaßnahmen.
Das Wichtigste in Kürze
In Thailand ist es innerhalb von 24 Stunden zu zwei schweren Unglücken mit Baukränen gekommen, bei denen zahlreiche Menschen ums Leben kamen und viele weitere verletzt wurden.
Nahe Bangkok stürzte ein Kran auf eine Schnellstraße, traf mehrere Fahrzeuge und forderte zwei Todesopfer, während die Ursache bislang ungeklärt ist.
Die Regierung reagierte auf die Serie schwerer Unfälle mit einem landesweiten Baustopp für Hochstraßen- und Hochbahnprojekte.
Bereits einen Tag nach dem tödlichen Zugunglück in Thailand, bei dem ein Baukran herabgestürzt war, hat sich nahe Bangkok erneut ein vergleichbarer Unfall ereignet.
In den frühen Morgenstunden (15. Januar, Ortszeit) kamen in Samut Sakhon zwei Menschen ums Leben, fünf weitere wurden verletzt, als ein Baukran unvermittelt auf eine Schnellstraße fiel. Nach Angaben der Polizei, zitiert von der Zeitung "Bangkok Post", trafen Teile des Stahlgerüsts zwei Fahrzeuge.
Der Kran war beim Bau einer Schnellstraßenbrücke im Einsatz. Die Schnellstraße Rama 2 zählt zu den wichtigsten Verkehrsachsen des Landes und verbindet Bangkok mit dem Süden Thailands. Auch Urlauber:innen nutzen die Strecke häufig, etwa auf dem Weg in den Badeort Hua Hin. Die Ursache des zweiten Unglücks innerhalb von nur 24 Stunden ist bislang nicht geklärt.
Es handelt sich zudem nicht um den ersten schweren Vorfall auf diesem stark befahrenen Abschnitt, über dem derzeit eine Express-Hochstraße entsteht. Bereits im März des vergangenen Jahres war dort ein im Bau befindlicher Pfeiler eingestürzt und auf die Fahrbahn gefallen. Sechs Menschen, überwiegend Bauarbeiter, verloren damals ihr Leben, zahlreiche weitere wurden verletzt.
Suche nach Überlebenden erfolglos
Erst am Mittwoch (14. Januar) war es in der rund 230 Kilometer nordöstlich von Bangkok gelegenen Provinz Nakhon Ratchasima zu einem besonders schweren Unglück gekommen. Dort stürzte ein Baukran auf einen voll besetzten Zug, der daraufhin entgleiste und teilweise in Brand geriet. Mindestens 32 Menschen kamen ums Leben, mehr als 60 weitere erlitten teils schwere Verletzungen.
Medien berichteten unter Berufung auf Einsatzkräfte, dass die Suche nach drei vermissten Personen eingestellt worden sei. Es seien lediglich Leichenfragmente geborgen worden, die nun zur forensischen Identifizierung eingesandt würden.
Ermittlungen gegen beteiligte Unternehmen laufen
Währenddessen dauern die Untersuchungen zur Unglücksursache an. Die Polizei erklärte, sie sichere derzeit Beweismaterial und habe Vertreter zweier involvierter Bauunternehmen zu Vernehmungen vorgeladen. Anklagen seien bislang jedoch noch nicht erhoben worden.
Der verunglückte Großkran war beim Bau einer Eisenbahnbrücke für die thailändisch-chinesische Hochgeschwindigkeitsstrecke eingesetzt worden. Diese soll Thailand künftig über Laos mit China verbinden und ist Teil der chinesischen Infrastrukturinitiative "Neue Seidenstraße".
Die Bergung der vollständig zerstörten Waggons erweist sich weiterhin als schwierig. Die wichtige Bahnverbindung in den Nordosten Thailands ist aktuell unterbrochen, zahlreiche Züge mussten umgeleitet werden.
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Regierung zieht Konsequenzen aus Unglücksserie
Thailands Verkehrsminister Phiphat Ratchakitprakarn ordnete unterdessen einen sofortigen Baustopp für sämtliche Hochstraßen- und Hochbahnprojekte im Land an. Die Arbeiten sollen erst nach einer umfassenden Überprüfung der Sicherheitsstandards wieder aufgenommen werden, erklärte der Minister in einem Fernsehinterview. Für den Nachmittag kündigte er ein Treffen mit allen beteiligten Bauunternehmen an, um über zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen zu beraten.
Der Präsident des thailändischen Verbands der Bauingenieur:innen, Amorn Pimanmas, wies auf unterschiedliche Ursachen der beiden Unfälle hin. Beim Schnellstraßenprojekt sei der Kran in der Mitte v-förmig gebrochen, was auf defekte Bolzen oder Montagefehler schließen lasse. Beim Unglück auf der Bahnbaustelle habe hingegen die Kranbasis versagt. Beide Ereignisse machten jedoch erhebliche Mängel bei den Sicherheitsstandards großer Infrastrukturvorhaben deutlich, die dringend behoben werden müssten.
Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt und vor der Veröffentlichung von der Redaktion sorgfältig geprüft.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
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