"Wir verhandeln nicht mit Kriminellen"
Ausnahmezustand in Guatemala verhängt – Gefängnismeutereien und Angriffe auf Polizei
Veröffentlicht:
von Jana WejkumHäftlinge des Hochsicherheitsgefängnisses Renovation haben ihre Wärter:innen als Geiseln genommen.
Bild: Moises Castillo/AP/dpa
In Guatemala sorgten Häftlinge und kriminelle Banden für Angst und Schrecken. Bei Angriffen starben mindestens acht Polizist:innen, etwa 40 Wärter:innen wurden als Geiseln genommen.
Das Wichtigste in Kürze
Bei Aufständen krimineller Bandenmitglieder wurden in Guatemala rund 40 Gefängniswärter:innen als Geiseln genommen.
Mindestens acht Polizist:innen wurden in Guatemala-Stadt mutmaßlich von Bandenmitgliedern getötet.
Die Regierung verhängte deshalb den Ausnahmezustand, während dessen Sicherheitskräfte verstärkt gegen die organisierte Kriminalität vorgehen sollen.
In Guatemala hat die Regierung für einen Monat den Ausnahmezustand verhängt. Dreißig Tage lang sollen Militär und Polizei mit aller Härte gegen das organisierte Verbrechen vorgehen. Hintergrund sind Meutereien in drei Gefängnissen und Angriffe auf die Polizei in Guatemala-Stadt.
In einer Regierungserklärung sagte Präsident Bernardo Arévalo: "Wir verhandeln nicht mit Kriminellen und tolerieren keine terroristischen Handlungen. Im Rahmen des Gesetzes zwingen wir sie mit dem Schwert der Gerechtigkeit in die Knie." Die Bevölkerung sei aufgerufen, zu Hause zu bleiben, berichtet die "Zeit", Schulen würden am Montag (19. Januar) landesweit geschlossen bleiben.
Geiselnahmen in Gefängnissen
In den Gefängnissen wurden bei dem Aufstand rund 40 Wärter:innen als Geiseln genommen. Die Gefangenen forderten von den Wachtürmen aus Verbesserungen der Haftbedingungen, wie ein Video der Lokalzeitung "Prensa Libre" zeigt.
Über Stunden hinweg blieb das Personal in der Gewalt der Häftlinge. Eine schwangere Justizvollzugsbeamtin ließen sie bereits zu Beginn frei. Die anderen Geiseln wurden befreit, nachdem Sicherheitskräfte die Gefängnisse in Guatemala-Stadt, Escuintla und Quetzaltenango gestürmt hatten.
Schüsse auf den Straßen – mehrere Tote
Vermutlich als Reaktion auf die Niederschlagung der Meuterei kam es in Guatemala-Stadt zu einer Reihe von Angriffen auf Polizist:innen. Mutmaßliche Bandenmitglieder töteten mindestens acht Beamt:innen, bei einem weiteren Todesopfer handelt es sich dem Anschein nach um ein Bandenmitglied.
Nach Auffassung des Innenministeriums sei der Aufstand eine Folge davon, dass inhaftierten Anführer:innen krimineller Banden ihre Privilegien entzogen wurden. Bei Razzien seien ihre Mobiltelefone, Waffen und Drogen sichergestellt sowie illegale Bauten in den Gefängnissen zerstört worden, so die Gefängnisverwaltung Guatemalas.
Auch in den News:
Drogen und Schutzgeld
Wie die "Zeit" berichtet, seien im Herbst 2025 drei ranghohe Sicherheitspolitiker zurückgetreten, weil innerhalb weniger Tage 20 Bandenmitglieder aus Gefängnissen entkommen waren.
Die Jugendgangs, Maras genannt, sind in Mittelamerika im Drogenhandel und bei der Erpressung von Schutzgeld aktiv. Sie kontrollieren laut Informationen der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ganze Stadtviertel. Ihre Anführer:innen steuern die kriminellen Geschäfte trotz Haft aus dem Gefängnis heraus.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
Die Zeit: "Guatemala ruft Notstand nach Rebellionen in Gefängnissen aus"
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