Kann teuer werden
Ausgangssperre für Kinder: Badeort in Italien greift knallhart durch
Veröffentlicht:
von Joachim Vonderthann:newstime
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Videoclip • 01:09 Min • Ab 12
Im Ferienort Praia a Mare in Kalabrien dürfen Kinder unter 14 Jahren nachts nicht mehr allein draußen sein. Eltern oder andere Erziehungsberechtigte riskieren bei Verstößen saftige Bußgelder.
Das Wichtigste in Kürze
Im Badeort Praia a Mare dürfen Kinder unter 14 Jahren nachts nicht ohne Begleitung im öffentlichen Raum unterwegs sein.
Eltern müssen bei Verstößen mit Bußgeldern von 25 bis 500 Euro rechnen.
Auch andere italienische Ferienorte greifen härter durch.
Im kalabrischen Badeort Praia a Mare gilt bis Ende August eine nächtliche Ausgangssperre für Kinder und Jugendliche unter 14 Jahren. Zwischen 1 Uhr und 6:30 Uhr dürfen sie sich nicht ohne Eltern oder eine andere verantwortliche erwachsene Person im öffentlichen Raum aufhalten. Das berichtet "20 Minuten" unter Berufung auf die örtliche Verfügung.
Wer die Regel missachtet, muss mit einem Verwarnungsgeld rechnen. Für Erziehungsberechtigte sind demnach Bußgelder zwischen 25 und 500 Euro möglich. Bürgermeister Antonino De Lorenzo kündigte der italienischen Nachrichtenagentur Ansa zufolge außerdem mehr Polizeikontrollen in der Nacht an. Anwohner:innen, Gewerbetreibende und Tourist:innen bat er, bei der Einhaltung der Vorschrift mitzuwirken.
Auch in den News:
Kalabrien-Gemeinde verhängt Ausgangssperre für Kinder
De Lorenzo begründet die Maßnahme mit Risiken für Minderjährige in der Nacht. Diese seien "vielen Gefahren ausgesetzt, von Verkehrsunfällen bis hin zu körperlichen Übergriffen", zitierte ihn der "Merkur". Auch Alkohol- und Drogenkonsum, Vandalismus sowie Jugendkriminalität werden als Gründe genannt.
Besonders im Blick der Behörden stehen nächtliche Fahrten mit E-Scootern und anderen Elektrofahrzeugen. Die Gemeinde wolle mit der Regelung nicht nur Minderjährige schützen, sondern auch die öffentliche Sicherheit verbessern.
Der Bürgermeister sagte der italienischen Plattform miocomune.tv, es gehe nicht darum, jungen Menschen Freiheit zu nehmen. Vielmehr solle die Vorschrift "angemessene Schutzbedingungen" schaffen und Eltern an ihre Verantwortung erinnern.
"Praia a Mare ist kein Kinderparkplatz"
De Lorenzo fand für Urlauber:innen und Familien deutliche Worte. Wer seine Kinder in Praia a Mare unkontrolliert und ohne Aufsicht herumlaufen lassen wolle, solle sich besser einen anderen Urlaubsort suchen, sagte er dem "Merkur". Wörtlich erklärte der Bürgermeister: "Praia a Mare ist kein Kinderparkplatz."
Auslöser für die strenge Maßnahme sind zunehmende Beschwerden über die Sommermonate: Zerbrochene Parkbänke, Müll auf der Promenade und Lärm bis in die frühen Morgenstunden belasteten Anwohner:innen und Urlauber:innen. Nächtliche Treffen Jugendlicher fielen dabei besonders auf.
Praia a Mare steht mit schärferen Regeln nicht allein. "20 Minuten" schreibt von einem breiteren Trend in italienischen Ferienorten. Gemeinden reagierten auf Massentourismus, Müllprobleme und respektloses Verhalten mit strengeren Vorschriften. Für Reisende bedeutet das: Vor und während des Urlaubs lohnt sich ein Blick auf die lokalen Regeln.
Verwendete Quellen:
20 Minuten: "An diesem Ferienort dürfen deine Kinder abends nicht alleine raus"
Merkur. "Italienischer Badeort verhängt nächtliche Ausgangssperre für Minderjährige: "Ist kein Kinderparkplatz"
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