FAQ

"Artemis 2": Was du zum Start der bemannten Mission wissen musst

Veröffentlicht:

von Christopher Schmitt

:newstime

NASA plant Atomreaktor auf dem Mond

Videoclip • 31 Sek • Ab 12


Etwa ein halbes Jahrhundert ist es bereits her, nun sollen wieder Menschen in die Nähe des Mondes fliegen. Wer ist an Bord, wie ist der Plan der NASA und was bedeutet die Mission?

Das Wichtigste in Kürze

  • In diesem Jahr sollen wieder Menschen in die Nähe des Mondes fliegen.

  • Im Rahmen der "Artemis 2"-Mission der NASA sollen die vier Astronaut:innen eine "Acht" um Erde und Mond fliegen.

  • An Bord sollen die erste Frau sowie der erste Nicht-Weiße auf einer Mondmission sein.

Mit der "Artemis 2"-Mission der US-Raumfahrtbehörde NASA sollen in diesem Jahr erstmals seit mehr als einem halben Jahrhundert wieder Menschen in die Nähe des Mondes fliegen. Das Raketensystem wurde am Samstag (17. Januar) aus der Werkshalle zum Startplatz gebracht. Ende Januar ist ein unbemannter Bodentest geplant, das sogenannte "Wet Dress Rehearsal", bei dem alle Abläufe außer dem eigentlichen Start getestet werden.

Wer ist an Bord?

Die "Artemis 2"-Besatzung besteht aus:

  • Christina Koch (geboren am 29. Januar 1979, USA)

  • Victor Glover (geboren am 30. April 1976, USA)

  • Reid Wiseman (geboren am 11. November 1975, USA)

  • Jeremy Hansen (geboren am 27. Januar 1976, Kanada)

Für Glover, Koch und Wiseman wäre es der zweite Flug ins All, für Hansen der erste. Koch würde als erste Frau an einer Mond-Mission der NASA teilnehmen, Glover als erster Nicht-Weißer und Hansen als erster Kanadier. Kürzlich gratulierte die Crew der Raumfahrtlegende Buzz Aldrin zum 96. Geburtstag.

Wie ist der Zeitplan?

Das "Artemis"-Programm wurde von der NASA 2017 verkündet. Es ist benannt nach der Göttin des Mondes und Zwillingsschwester des Gottes Apollo aus der griechischen Mythologie. Ursprünglich war eine bemannte Mondlandung ("Artemis 3") bis 2024 vorgesehen, aber es kam zu mehreren Verschiebungen.

Nach dem erfolgreichen unbemannten Testflug "Artemis 1" im Jahr 2022 ist "Artemis 2" nun für "die erste Jahreshälfte 2026" angesetzt. Das Startfenster öffnet sich am 6. Februar und schließt am 6. April.

Wie soll die Mission ablaufen?

Mit der Rakete "Space Launch System" sollen die vier Astronaut:innen vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida abheben. An Bord der "Orion"-Kapsel werden sie etwa zehn Tage lang um den Mond fliegen, bevor die Kapsel im Meer auf der Erde landet.

Der Flugverlauf gleicht insgesamt einer Acht um Erde und Mond. Die Besatzung wird mehr als 2,3 Millionen Kilometer zurücklegen. Am weitesten Punkt werden sie sich etwa 370.000 Kilometer von der Erde entfernen, etwa 7.500 Kilometer hinter der erdabgewandten Seite des Mondes. Von dort können sie Erde und Mond gleichzeitig sehen.

Wie leben die Astronauten?

Die "Orion"-Kapsel fliegt größtenteils vollautomatisch, aber die Astronaut:innen werden zu Testzwecken auch manuell steuern. Sie müssen alle Systeme und ihren Gesundheitszustand mit Tests, Sensoren und Messungen überwachen. Fotos und Analysen von Erde und Mond gehören ebenfalls zu ihren Aufgaben.

In der Enge der Kapsel schlafen die Astronaut:innen in an der Wand befestigten Schlafsäcken. Zur Reinigung stehen Feuchttücher, Flüssigseife und Waschlappen zur Verfügung. Das Essen ähnelt dem auf der ISS, ist aber limitierter, da der Essenswärmer nur begrenzte Kapazitäten hat. Mindestens 30 Minuten täglich sind für Sport vorgesehen. Jeder hat ein Tablet und einen Laptop für die Wifi-Kommunikation mit der Erde sowie einige heruntergeladene Filme und Spiele.

Gibt es längerfristige Pläne?

Die bemannte Mondlandung "Artemis 3" ist derzeit für 2027 geplant. US-Präsident Donald Trump hat per Dekret festgelegt, dass bis 2028 US-Amerikaner:innen auf dem Mond landen sollen. Am Mond soll ein Außenposten namens "Gateway" entstehen, in dem Astronaut:innen leben und arbeiten können. Auch Rover und ein Atomkraftwerk für den Mond sind in Planung.

Was kostet die "Artemis"-Mission?

2021 schätzte der damalige Generalinspekteur der NASA, dass die Kosten für das "Artemis"-Programm bis 2025 auf 86 Milliarden Dollar steigen würden – deutlich mehr als anfangs veranschlagt. Es wurde als die "ehrgeizigste und teuerste Aktivität" der NASA bezeichnet. "Artemis 2" allein dürfte laut Expertenschätzungen etwa vier Milliarden Dollar kosten.

Zum Vergleich: Das "Apollo"-Programm kostete insgesamt rund 28 Milliarden Dollar, was heute etwa 280 Milliarden entsprechen würde.

Auch in den News:

Tödlicher Unfall: Kind in Berliner Kita gestorben

E-Auto-Förderung 2026 kommt: Wer sie bekommt und wie hoch sie ist

Dax fällt deutlich: Trumps Zolldrohungen drücken auf die Kurse

Wer arbeitet neben der NASA mit?

An "Artemis" sind neben der NASA viele private Raumfahrtunternehmen beteiligt, darunter Blue Origin von Amazon-Gründer Jeff Bezos und SpaceX von Tech-Milliardär Elon Musk. Internationale Partner sind vor allem die Raumfahrtprogramme von Kanada, Japan, den Vereinigten Arabischen Emiraten und die europäische Raumfahrtbehörde Esa.

Die Rückkehr zum Mond symbolisiert strategisch technologische und geopolitische Führung im Wettlauf um den Weltraum. Eine dauerhafte Präsenz dort gilt als Weg, nationale Interessen in der Raumfahrt zu sichern.

Historische Bedeutung

Zuletzt betrat im Dezember 1972 der 2017 verstorbene NASA-Astronaut Eugene Cernan im Rahmen der "Apollo 17"-Mission den Mond. Insgesamt brachten die USA als bislang einziges Land zwischen 1969 und 1972 zwölf Astronauten auf den Mond.

Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt und vor der Veröffentlichung von der Redaktion sorgfältig geprüft.


Verwendete Quellen

Nachrichtenagentur dpa

Mehr entdecken