Einsatz und Giftigkeit nehmen zu
Laut Öko-Test: In diesen Produkten sind besonders häufig Pestizide
Aktualisiert:
von Max Strumberger:newstime
Öko-Test und Stiftung Warentest im Vergleich
Videoclip • 01:35 Min • Ab 12
Laut Öko-Test nehmen Einsatz und Giftigkeit von Pestiziden weltweit zu. Diese Produkte sind dabei besonders häufig belastet.
Das Wichtigste in Kürze
Pestizide stecken in mehr Lebensmitteln, als viele Verbraucher:innen vermuten.
Öko-Test findet Rückstände in Tee, Trockenfrüchten, Olivenöl und Gemüse.
Eine Expertin erklärt, warum die Belastung steigt und welche Produkte besonders auffallen.
Pestizidrückstände finden sich laut Öko-Test in zahlreichen Lebensmitteln – von Erdbeerchips und schwarzem Tee bis zu Olivenöl, Saucen und Tiefkühlgemüse. Katja Tölle, stellvertretende Chefredakteurin des Verbrauchermagazins, warnt vor einer Entwicklung, die nicht nur Verbraucher:innen, sondern auch Umwelt und Artenvielfalt betrifft.
Pestizide werden eingesetzt, um Insekten, Pilze und Wildkräuter zu bekämpfen. Dabei wirken die Mittel häufig nicht ausschließlich gegen die vorgesehenen Schädlinge. Besonders problematisch sind laut Tölle Stoffe, die Bienen gefährden oder beim Menschen krebserregend beziehungsweise hormonell wirksam sein können. Auch die Folgen eines sogenannten Pestizid-Cocktails seien bislang unzureichend erforscht.
Diese Produkte sind besonders häufig belastet
Der weltweite Einsatz von Pestiziden ist seit den 1990er-Jahren gestiegen. Zugleich hat nach einer Studie der Technischen Universität Kaiserslautern-Landau offenbar die Gesamttoxizität der eingesetzten Stoffe zugenommen. Extremwetter wie Dürren und Hitzewellen verschärfen die Lage: Gestresste Pflanzen werden anfälliger für Krankheiten und daher häufiger behandelt.
Besonders belastet sind nach den Erfahrungen von Öko-Test schwarzer Tee, Trockenfrüchte und Erdbeerchips. Auch importierte Lebensmittel fallen häufiger auf, weil außerhalb der EU teils weniger strenge Regeln gelten. Paradox ist laut Tölle, dass in der EU verbotene Pestizide weiterhin produziert und exportiert werden dürfen – und Rückstände auf importierten Lebensmitteln bis zu bestimmten Grenzwerten erlaubt sind.
Mehr zu dem Thema:
Bio-Produkte seltener verunreinigt
Verbraucher:innen können die Aufnahme zwar nicht vollständig verhindern, aber reduzieren. Bio-Produkte sind in den Tests deutlich seltener belastet, besonders wenn sie aus der Region oder zumindest aus der EU stammen. Kartoffeln, Süßkartoffeln, Zwiebeln und Pilze gelten zudem als weniger belastet. Gründliches Waschen entfernt einen Teil der Rückstände, allerdings nicht alle – und bei verarbeiteten Lebensmitteln ist diese Möglichkeit ohnehin begrenzt.
Auch in den News:
Verwendete Quellen:
Öko-Test: "Warum immer wieder Pestizide auf unseren Tellern landen"
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